Sprachliche Plaudereien.
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Holz legt, welches zersägt werden soll. Das Gestell für das Waschfaß, den
Backtrog, für Metzger und Gerber. Mancher Tisch hat statt der Füße auch
noch heute einen Schrägen, wird auch selbst noch wohl Schrägen genannt, indem
man den Teil für das Ganze setzt.
Von schrägen kommt unter Beifügung des Nasenlauts das Wort schränken,
kreuzweise setzen, legen oder auch flechten. Die Zähne der Säge werden geschränkt,
kreuzweise gestellt. Einen Zaun schränken, ihn aus verschränkten Stangen bilden.
Die Beine schränken. Die Arme über die Brust schränken. Mit verschränkten
Armen zusehen, also in Untätigkeit.
Von schränken bilden wir die Dingwörter der Schrank und die Schranke.
Der Schrank ist etwas, was absperrt, ein Gitter. Wir verstehen darunter
einen hohen Kasten mit Türen. Ursprünglich war es ein aus hölzernem Gitter
werk gefertigter Behälter für Vorräte in Küche und Keller, aus welchem sich nach
und nach unser Möbel entwickelte. Die Art und der Gebrauch des Schranks
wird durch Zusammensetzungen angegeben. Der Küchenschrank, Brot-, Fleisch-,
Kleider-, Vorrats-, Wand-, Wäsche-, Leinen-, Bücher-, Akten-, Gold-, Silber-,
Geld-, Schulschrank.
Die weibliche Nebenform ist Schranke als Einfriedigung, Gitter- oder
Zaunwerk um einen abgesperrten Ort. Das Ganze der Schranken ist das
Geschränk. Es dient als Absperrung für einen Gerichtsraum. Einen vor die
Schranken des Gerichts laden. Hinter den Schranken saßen Richter und
Schöffen. Die andern Teilnehmer standen umher und bildeten den Umstand,
der bei gewissen Sachen zur Gutheißung oder Verwerfung des Urteils angerufen
wurde. Redensart: Viele, wenige, keine Umstände machen.
Dann diente die Schranke als Absperrung für Wettrennen oder auch bei
dem Turnier. 1. Kor. 9: Wisset ihr nicht, daß die, so in den Schranken
laufen, die laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod? — Beim Turnier:
In die Schranken reiten. Einen in die Schranken fordern. Don Karlos sagt
zu Posa: Arm in Arm mit dir, so fordr' ich mein Jahrhundert in die Schranken.
Aber der Ausdruck hat bildlich auch allgemeine Bedeutung. Man spricht
von den Schranken der Regel, des Gesetzes, der kindlichen Pflicht, der Kraft,
der Sitte. In seinen Schranken bleiben. Ohne Maß und Schranke handeln.
An dieses Bild schließt sich der Ausdruck schrankenlos. Ein schrankenloser Freiheits
drang, Ehrgeiz. Ewig aus der Wahrheit Schranken schweift des Mannes wilde
Kraft. Schiller. Deutschland hatte früher viele Zollschranken.
Verwandt ist beschränken, mit Schranken umgeben, aber gewöhnlich im
Sinne von einengen gebraucht. Man beschränkt seine Wünsche, Pläne, Unter
nehmungen, Forderungen. Die Aussicht von diesem Berge ist beschränkt. Es
wird auch im sittlichen Sinne gebraucht und zwar im rückbezüglichen Sinne: sich
auf etwas beschränken, sich in etwas beschränken. Sich selbst beschränkt ein edler
Mut. Platen. In übertragenem Sinne: er hatte nur eine beschränkte Vollmacht.
Ein unbeschränkter Kredit. Bildlich spricht man von einem beschränkten Gesichts
kreis, einem beschränkten Kopf, einem beschränkten Menschen. Der Minister
v. Rochow erfand unter Friedrich Wilhelm III. den beschränkten Untertanen
verstand.
Unter Beschränktheit versteht man den Zustand des Beschränkten, aber auch
ein Leben in engen Schranken. Man spricht von der Beschränktheit einer
Wohnung, von der Beschränktheit der Verhältnisse im kleinen Orte, gebraucht es

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