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n. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens rc.
Zu einem andern Zweige der Wortfamilie gehört warten, was als Weiter
bildung von wahren erscheint, und schauen auf jemand oder etwas, spähen, lauern,
erwarten, achten, hüten, pflegen, auf der Hut sein, sorgen für etwas bedeutet.
Aller Augen warten auf dich, Herr. Pf. 145. Hat jemand ein Amt, so warte
er des Amts, lehret jemand, so warte er der Lehre. Rom. 12. Wartet des
Leibes. Eines Knaben, eines Kindleins warten. Zuweilen ist die Bedeutung
sehr eingeengt, nämlich auf einer Stelle bleiben und harren. Auf etwas warten.
Sollen wir eines andern warten? Matth. 11. Er wartet nur eines Winkes,
um loszubrechen. Schiller. Dort wartet seiner eine harte Schule. Drohend:
Wart, wart, ich krieg ihn schon. Faust.
Mit warten hängen zusammen: der Wärter, die Wärterin, die
Wartefrau, der Wartesaal, das Wartegeld und die Warte, ent
weder die Handlung des Wartens, des Spähens, oder der Ort für solches.
Ans der Warte stehen. Die Wartung ist in neuerer Sprache von der Pflege
der Kinder oder der Kranken gebräuchlich.
Das Wort aufwarten wurde im Anschluß an warten, achten, sorgen für
etwas früher oft auch gebraucht von dem Bemühen um Frauengunst. Der Dame
seines Herzens aufwarten, ihr seine Aufwartung machen. Jetzt gilt es besonders
von Dienstleistungen bei Tische. Den Gästen aufwarten. Der Aufwärter, die
Aufwärterin. Daher höflich: Kann ich Ihnen mit einer Tasse Kaffee aufwarten?
Freier ist der Gebrauch in der Wendung: einem mit einer Nachricht, einer
Neuigkeit, einer Erzählung aufwarten. Das Aufwarten, namentlich bei Tische
und die Besorgung der Hauswirtschaft ist die Aufwartung als Dienst, wofür
ndd. oft aufpaffen, Aufpaffung gesagt wird. Auch wenn ein Hund seine Kunst
stücke zeigt, sagt man, er wartet auf.
Erwarten schließt sich an die vorhin erwähnte engere Bedeutung von
warten als harren, warten, daß einer oder etwas kommt oder eintrifft. So oft
die Tür rauscht, erwarte ick ein Unglück. Tell. Jedermann erwartet sich ein
Fest. Faust. Die Erwartung ist sowohl das Erwarten als das Erwartete.
In Erwartung stehen oder sein. Jemandes Erwartungen täuschen.
Mit wahren und warten, acht geben, sorgen hängt das Wort Wardein
zusammen. Dieser gibt acht auf den Feingehalt und das Gewicht der Metalle.
Ist er in der Münze angestellt, so heißt er Münzwardein. Dann sollt ihr mir
sagen, ein treuer Wardein, wie viel ich wohl wert bis zum Heller mag sein.
Bürger. Die Italiener haben von dem Zeitwort das Wort Gardian, Aufseher
im Bettelorden, gebildet.
Sckon zur Zeit des Altgermanischen ist das Wort wahren und warten in
Frankreich aufgenommen und dort in garder umgebildet worden. Später ist es
in dieser Form wieder zu uns nach Deutschland zurückgebracht worden. So
sind wir zur Garde, zum Gardekorps und zu Gardeoffizieren gekommen. Daher
stammt auch unsere Garderobe, ein Bewahrer, Hüter oder Behälter für Kleidung,
auch der Garderobeständer, ein Ständer als Bewahrer der Kleidung.
Es wird mehrfach behauptet, daß von wahren und warten, aufmerken,
achten, beachten das Wort warnen gebildet sei. Warnen heißt schützend Auf
merksamkeit wachrufen, machen, daß einer acht gibt und sich hütet. Jemand vor
etwas warnen. Der Warner, die Warnung. Mancher schlägt Warnungen
in den Wind. Verwarnen, Verwarnung.
In frühern Zeiten hatte das Wort warnen auch die Bedeutung achten auf

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