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II. Abteilung. Zur Geschichte des Schulwesens rc.
Zu gleichem Wortstamm als zeihen gehört: zeigen, bezeigen, Zeiger,
Anzeiger, ferner zeichnen, Zeichen. Der Übergang zu diesen Wörtern von
zeihen aus ist gar nicht so schwer, wenn wir uns nur vergegenwärtigen, daß
der Sinn dieses Wortes im allgemeinen ist: sagen, aussagen. Ein Zeichen
z. B. sagt uns auch etwas, ist ein Merkmal, kann ein Vorzeichen, ein Anzeichen,
eine Verkündigung sein. Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubet
ihr nicht.
Und so entstehen von hier aus noch lange Reihen von verwandten Wörtern:
zeigen, bezeigen, Bezeigung, der Zeiger, Sonnenzeiger, Meilenzeiger. Uhrzeiger usw.
Zeichen, zeichnen, Zeichnung, aus-, be-, an-, unter-, vor-, verzeichnen samt dazu
geh rigen Ding- und Eigenschaftswörtern sowie Zusammensetzungen. Es ist ver
zeihlich, wenn bei solchem Reichtum eine weitere Aufzählung unterlassen wird.
(Schluß folgt.)
Weihnachtskonferenz in (l) verhau sen.
Begünstigt vom schönsten Wetter fand unter außergewöhnlich starker Be
teiligung die diesjährige Weihnachtskonferenz am 27. Dezember wie üblich im
„Hof von Holland" statt. Dieselbe wurde in gewohnter Weise durch Gesang,
Gebet und eine kurze Ansprache durch den Vorsitzenden, Herrn Hauptlehrer
Grün weller-Saarn eröffnet, worauf Herr Pastor Kr afft-Barmen das biblische
Referat hielt, ivelchem Nehemia 8, 10: DieFreude amHerrn ist meine Stärke,
zugrunde lag. Nachdem gezeigt worden war, worin die Freude am Herrn be
stehe, wurde der Weg dargelegt, auf dem wir allein zu dieser Freude kommen
können. Sie ist dem Menschen von Natur nicht angeboren, sondern wird ihm
von oben her geschenkt. Sie kann aber nur dem Herzen zuteil werden, das sich
frei machen läßt vom Dienst der Götzen, das sich durch das Gesetz des Herrn
strafen und züchtigen und durch die Buße zur Vergebung der Sünde leiten läßt,
und in welchem dann durch den Glauben ein kindliches Vertrauen auf die Ver
heißung gewirkt wird. Diese Freude am Herrn muß sich in unserm ganzen
Leben offenbaren. Sie macht uns bereit zur Nachfolge Christi, sie gibt uns
Kraft zur Überwindung der Sünde, die uns wohl noch anfechten, aber nicht mehr
beherrschen darf, sie wirkt Stärke zum Bekennen, sie macht es möglich, Trübsal
und Leid geduldig zu tragen, und sie verleiht uns endlich auch die rechte Freudig
keit für Arbeit und Beruf. Darum sollen wir des Befehles unsers Herrn ein
gedenk bleiben: Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei.
Nach kurzer Pause hielt Herr Rektor Horn-Orsoy einen Vortrag über das
Thema:
Zahns Gedanken über die religiöse Unterweisung.
Um Zahns innere Stellung zum Religionsunterricht zu verstehen, muß man
seinen Werdegang kennen lernen. Als Student trat er in Verbindung mit
Schubert, der seinerseits wieder mit Schelling und Baader in Verkehr stand.
Unter dem Einfluß dieser Kreise, zu denen der Rosenbäcker Burger in Nürnberg,
iveiterhin auch Oetinger, Bengel, Boos u. a. gehörten, gab Zahn das Studium
der Jurisprudenz auf und wandte sich der Theologie zu. In Berlin trat er in

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