Weihnachtskonfeeenz in Oberhausen.
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phischen, kulturgeschichtlichen rc.), als auch mit innern Dingen (Psychologisches,
Ethisches, Religiöses) zu tun. Beide bedürfen der Anschauung; doch soll hier
nur gezeigt werden, wie die letzteren veranschaulicht werden müssen.
Die sittlichen Wahrheiten treten im Religionsunterricht meistens in
der Form von Geboten und Verboten aus, besonders im Dekalog. Sie müssen
so vor das innere Auge gestellt werden, daß sie als solche erkannt und als Regel
für unser eigenes Verhalten angenommen werden. Um das zu erreichen, genügt
aber nicht, daß man das sittliche Gebot einfach darbietet. Das Verhalten unserer
Schüler beweist tagtäglich, daß im Falle der Tat das Verständnis für die Be
urteilung fehlt. Wenn man ihnen aber an den Beispielen der Heilsgeschichte das
Verhalten der betreffenden Personen in ähnlicher Lage vor Augen stellt, werden
sie mit größerer Bereitwilligkeit der richtigen Auffassung Gehör schenken. Dann
ist der Zeitpunkt gekommen, für das eigene Tun eine Regel aufzustellen. So
gewinnt man auf Grund der Anschauung Gesinnungen und Grundsätze für das
sittliche Handeln. Das ist derselbe Weg, auf dem Gott sein Volk erzog. Der
Gesetzgebung am Sinai ging erst ein grundlegender Anschauungsunterricht voraus.
Und denselben Gang schlägt Jesus ein, wenn er zuerst in meisterhafter Weise in
dem Samariter das Vorbild der Barmherzigkeit zeichnet und dann erst das
Urteil veranlaßt. Zu warnen ist bei der Behandlung vor dem übertriebenen
Gebrauch der beliebten Fragen: Was gefällt, was gefällt nicht? Sie führen,
wenn sie ausschließlich angewendet werden, leicht zum Splitterrichten. Um das
zu umgehen, erinnere man lieber die Kinder in passender Form an eigene ähn
liche Verfehlungen. Das muß natürlich mit dem nötigen Takt und mit Ernst
geschehen. Was als gut anerkannt ist, muß aber auch in die Praxis umgesetzt
werden. Wie bringen wir aber den Willen in Bewegung? Wir müssen über
das Verhalten unserer Kinder in der Schule, im Hause und auf der Straße
beständig Kontrolle üben. Besondere Berücksichtigung verlangen die Kinder, die
nach einer Seite erblich belastet und deshalb leicht verstimmt sind. Sie bedürfen,
daß man sie mit größter Geduld berate und führe. Soll der Lehrer aber so
seinen Kindern als Vater und bester Freund gegenüberstehen, so muß der Unter
richt den Charakter der Familienhastigkeit an sich tragen. Vor allen Dingen
aber muß die ganze sittliche Einsicht bestimmt werden durch die Stellung des
Menschen zu Gott.
Wie werden religiöse Wahrheiten veranschaulicht? Die objektiven
Wahrheiten, die es mit Gottes Wesen und Eigenschaften zu tun haben, werden
in der Natur, der Geschichte und dem Gewissen, vor allem aber in seinem Wort
offenbart. Das Wort aber ist nichts weiter als die Deutung der Offenbarungs-
tatsachen. Die subjektiven Wahrheiten haben es mit dem Menschen zu tun und
handeln von der Aneignung des Heils. Die Schwierigkeit ihrer Veranschaulichung
liegt in dem Subjekt. Der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Worte
Gottes. Das ist im Religionsunterricht wohl zu beachten. Wenn sich auch
religiöse Wahrheiten bis zu einem gewissen Grade veranschaulichen lassen, so wird
die Vermittlung sehr schwer, wenn es sich um das Wichtigste, die persönliche
Heilsaneignung handelt. Und doch ist sie nicht unmöglich, weil auch im ver
kommensten Menschen Anknüpfungspunkte vorhanden sind. In welcher Form
sollen nun die religiösen Wahrheiten veranschaulicht werden? Da sich Gott durch
Tatsachen offenbart hah so sollen wir diese Tatsachen einfach berichten, vor allem
die große Heilstatsache, daß Gott ins Fleisch gekommen ist zu unserer Erlösung.

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