Nr. 7
Pädagogische Post
beite 105
littgen 62, 76. Hetzerath 63. Sonthei« 64. 67. Hupperath 71. Kinder-
Leuren 72. 78. Kinheim 67. 65. Kindel 67. Köwenig 62. Landjcheid 87.
79. Lüxem 63, Manderscheid 69, Neuerburg 66. Niederkail 70, 72,
Niersbach 77, Oberkail 67, Osann 64, 63, Platten 66. Pohlbach 64,
Reil. 65. 61, Rivenich 66, 69, Salmrohr 91. 102, Svang 70. 62, Svang-
dahlen 74, Uerzig 78, 69, Wengerohr 78, Witrlich 61, 65, 65.
Anm. der Schrift!.: Wir bitten um gleiches Material aus den
übrigen Bezirken.
Wer soll Schulleiter werden?
Zu den Zeilen des Herrn Abgeordneten Gottwalü in Nr. 95
der „Päd. Woche" sei eine kurze Erwiderung gegeben. Ich habe
bedauert, daß Herr Gottwald an dem Kernpunkt meines Artikels,
obwohl er das Thema anführt, glatt vorbeigeredet hat. Ich kann
doch schlecht annehmen, daß er den Artikel, wenn er ihn eines Ein
gehens würdigt, nur flüchtig gelesen oder falsch aufgefaßt hat; also
bleibt die Wahrscheinlichkeit eines absichtlichen Vorbeiverstehens.
Meine Bemerkung „25—28jährige. Herren" bezieht sich auf Tatsachen
in der von der Dortmunder Schulverwaltung aufgestellten Kandi
datenliste. Es handelt sich nach meinen: Artikel nicht um voll
zogene Ernennungen, sondern um Vorschläge einer Behörde. Die
Angabe der Einzelfälle in Stadt und Land ist besser Sache der
Vereine, die Anbahnung der in meinem Artikel genannten Grund
sätze Sache der Organisationen. Alles andere ist Verzettelung der
Kräfte. Bezüglich des Altersaufftiegs folgendes: Meine Behaiw-
tung, daß bei arideren staatlichen Behörde:: der Aufttieg der Be
amten in leitende Stellen (Gruppe 9) in der Regel nach dem Alters-
aufflieg erfolge, halte ich ausrecht. Es erfolgen zu diesem Zwecke
sogar besondere Versetzungen von einem Dienstorte :mch einem
andern, um Ueberholungen älterer Anwärter durch jüngere,
gleichbefähigte, zu vermeiden. Ich bemerke hierbei, daß die Stellen
der Grrchpe 9 nur nach dem sachlichen Bedürfnis geschaffen sind
und daher hierüber hinaus eine Beförderung ni befremdet, daß Herr Gottwald auf die von ihm angedeutete Weise
Unterlagen, „eine sehr scharfe Waffel für die Besoldungsbesti ebun
gen erhalten will; es ist das ein sehr umständlicher und zeitrauben
der Weg. Es müßte ihm als Abgeordneter doch ein Leichtes sein,
die Beamtcnabgeordneten zu fragen oder von den beteiligten staat
lichen Behörden (Post, Eisenbahn Steuer, Gericht) die Aufftellung
von Ikachweisungen über die Beförderungen in Gruppe 9 mit An
gabe des Anwärterdienstalters zu erwirken. Er tvird dann be
stätigt finden, daß bei gleicher Befähigung der betr. Beamten der
Ausstieg nach dem Anwärterdienstalter erfolgt ist. Nur bei über
ragend und außergewöhnlich fachlicher Befähigung findet
eine Ausnahme statt. Es ist dieser Brauch auch selbstverständlich
bei einer demokratischen Regierung, die nach eigener Erklärung
die Gerechtigkeit zum Grundsatz aller staatlichen Maßnahmen nmchm
will. Welcher Beamte würde sich unter diesen Verhältnissen noch
die Ueberholung durch jüngere, ihm gleichbefähigte Kollegen ge
fallen lasten? Welche Beamtengewerkschast würde eine Ausivahl
nach anderen Gesichtspunkten dulden? In unsern Kreisen allerdings
ist man noch ftnmer nicht so wach geworden, um in gleicher Weise
gegen beabsichtigte Ueberholungen älterer durch jüngere Kol
legen rechtzeitig Einspruch erheben zu können. Vielleicht ist ein
gewister Fatalismus daran schuld, „kllian macht ja doch, was man
will", mft dieser Redensart begnügt man sich. Eure Weile wird
noch nach vollzogener Tatsache so weiter geschimpft, um dann
bis zum nächsten Mal wieder in den alten Schlaf zu fallen. Mein
Artikel sollte die Geister arrfrüttcln in Stadt und Land ur:d sie auf
einen Mißstand Hinweisen, gegen den sie selbst rechtzeitig ein
schreiten können; sie sollen eben nicht, wie im alten Staat, alles
Heil von „oben" erlvarten, sondern Vorschlägen von Unter
instanzen rechtzeitig entgegnitreten. solveit sie daraus angelegt
sind, jüngere Kollegen vor älteren zu Schulleitern zu ernennen.
Herr Gottwald hat, wie gesagt, den Kernpunkt incines Artikels
verschoben. Ich wollte nicht gegen vollzogene Tatsachen fechten, wie
Don Quichote gegen Windmühlen, sondern ungerechtfertigte Vor
schläge treffen, d. h. den Brunnen zudecken bevor das Kind
ertrunken ist. Fritz Mielert, Dortmund.
Wie in Dortmund die Einrichtung einer
neuen Rektorstelle begründet wird.
In der „Tremonia" vom 18. Januar befindet sich folgende Notiz:
„Die Umwandlung eurer katholischen Lchrerstelte an der Apostel-
schule in eine Rektorstelle begründet der Mag.strat wie folgt: Die
Apostelschule :n Dortmund ist das größte Bolksschulsystem Dort
mund. Sie umfaßt nicht weniger als 20 Klassen und übertrifft
alle Dortmunder Volksschulen um ettva 8 bis 0 Klassen. Sie zählt
fast doppelt so viele Klassen wie die Durchschnitts-Volksschulen mit
ungefähr 1800 Schulkindern. Diese große Zahl von Kindern er
schwert dcm Rektor die Wahrnehmung der Le tungSgeschäfte und
die Aufsicht über die Tätigkeit und Haltung der Lehrer und Schüler.
Treser Zustand darf nicht bestehen bleiben. Um ihm abzuhelfen,
erscheint es unl>edingt nötig, die Apostelschule in 2 getrennte Volks-
schulshsteme zu teilen, deren jedes einem besonderen Schulleiter
unterstellt wird. Der Mehrbeitrag zur Besoldung des 2. Rektors
an die Landesschulkasse kann aus Mitteln des laufenden Haus
haltsplanes der Volksschulen gedeckt werden."
Gegen die Teilung des großen Volksschnlshstems, wofür die nächste
Stedtverorbnetensitzung die Mittel genehmigen soll, hat sicher kein
Lehrer etwas ernzutvenden. Aber man beachte in der Begründung:
Diese große Zahl erschwert dem Rektor die Aufsicht über die Tätig
keit und Haltung der Lehrer und Schüler.
Noch nie. selbst in der Vorkriegszeit nicht, ,st in so unverblümter
Form zum Ausdruck gebrticht worden, was von gewister Seite vom
Rektor verlangt wird, noch niemals sind aber auch Lehrer und Schüler
in so naiv brutaler Weise zusammengestellt worden.
Der Rheintsche Rektorenverein hat einen guten Eideshelfer be
kommen, der mit chm für d:e Wiedereinführung des autoritativen
Rektorates ist ,und als Morgengabe gar noch ein Stück vom alten
preußischen Militarismus in die Schule einführen möchte.
Die Bewerber um die Rektorenstellen in Dortmund werden außer
der sicher verlangten Rektoratsprüfung am besten den Nachweis einer
erfolgreichen Praxis als Unteroffizier beibringen, damit die richtige
Beaufsichtigung der körperlichen Haltung von Lehrern und Schülern
gelväbrleistet ist. Sollte aber die politische Haltung der Lehrer und
Schüler gemeint sein, so sind den Kandidaten aktenmäßig bewiesene
feste politische Grundsätze zu empfehlen, die aber weder zu weit nach
rechts, noch nach lnks gehen dürfen. Vielleicht gibt eS auch sonst noch
irgend eine Haltung, die zu beaufsichtigen ist, wofür dann auch noch
eine besonderere Qualisikation nachzuweisen ist.
..Bravo, bravissimo!" rufe ich. Mit rechts um, links um. Abteilung
Front. Wegtreten -um Dienst stolpert man wieder ins alte System
hinein.
Die Lehrerschaft ist durch diese Begründung einmal wieder gewarnt.
Sie weiß, was ihr droht, und , . . vergißt es bei ihrer wirtschaft
lichen Not.
Aber eine Frage ist für die Lehrerschaft von größter Wichtigkeit.
Ist diese Begründung die alleinige Ansicht des Magistrats, oder
ist sie ihm von einem der Dortmunder Schulräte suggeriert worden?
Der Lehrerschaft, die auf dem Boden der kollegialen Schulleitung stchh
wäre Klärung erwünscht.
I l > Ccfivcviuavfc
Ausbildungskurse für Lehrer an länd
lichen Fortbildungsschulen.
Zurzeit ergeht an die Lehrer rm Regierungsbezirk Münster eine
Anrage, ob sie bereit find, an einen: berufs- imd wirtschastskmrd-
lichen Lehrgänge für Lehrer an ländlichen Fortbildungsschulen teil
zunehmen; bejahendenfalls muffen sie sich zur Teilnahme schriftlich
verpflichten.
Es mutz auffallen, daß eine schriftliche Verpflichtung für eine
Sache verlangt wird, die den Lehrern wohl kaum bekannt sein
öic Richtlinien, nach denen diese berufs- und wirtschafts-
mndluhen Lehrgänge eingerichtet werden, nicht veröffentlicht sind.
D:e Lehrer gehen ferner eine Verpflichtung ein, deren Tragweite sie
n:cht ermessen können.
Es dürfte deshalb zeitgemäß und nicht unerwünscht erscheinen,
m obiekftver We:se d:e früheren Aüsbildungskurse - sie wurden bis
zum Ausbruch des Krieges in Westfalen abgehalten — und die neuen
Lehrgänge zu beleuchten und einen Vergleich zwischen beiden an
zustellen.
Als am Ende des vorigen Jahrhunderts und zu Anfang des
laufenden in Westfalen die ersten ländlichen Fortbildungsschulen
einrichtet wurden, fehlten für diese neue Art von Schulen vor.
gebildete Lehrer. Lehr-, Stoff- und Stundenpläne, Lehr- und Lern
mittel jeder Art. Die rechtlichen Unterlagen für die Einrichtung
und Arbeit in diesen Schulen boten der Erlaß vom 2. Februar 1876
bz. die Grundzüge für die Einrichtung ländlicher FortbildmgpS-
schulen und der Erlaß von: 30. Oktober 1895.
Jeder Lehrer, der nebenamtlich die Arbeit an einer ländlichen
Fortbildungsschule leistete, war mehr oder weniger auf sich selber
angewiesen. In einigen Kreisen nahmen sich mich Kreisschulinspek«
toren der neuen Schule mit besonderer Wärme und dem rechten
Verständnis an. und rm Verein mit den Lehrern wurden Lehr- und
Stosfplänc beraten und aufgestellt und die unterrichtliche und er
ziehliche Tätigkeit in der neuen Schule besprochen und allgemeine
Richtlinien aufgestellt.
Bei aller Begeisterung fiir die neue Schule, bei allem Fleiß»
imd bei aller Liebe, mit denen gearbeitet wurde, kam man doch zu
der Ueberzeugung, daß nur dann die Schularbeit eine allseitig be
friedigende sein, daß nur dann die ländliche Fortbildungsschule ihren
Zweck erfüllen und ilir Ziel erreichen würde, wenn die Lehrer nach
zweckmäßigen Lehrgängen in eigens eingerichteten AusbildungL»
kursen vorbereitet würden.

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