Nr. 19
PSSagogische Post
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5. Bestimmung des Ortes der nächsten Vertreter- und Hauptver
sammlung.
6. Wahlen: a) Vorstandswahl. (Es scheiden aus: der 2. Vor
sitzende, der Kassenführer, der 2. Schriftführer und der 2. und 4.
Beisitzer); b)Wahl der Vertreter für den Gesamtverband und
die Abteilung Preußen; c) Wahl der Hassenprüfer.
7. Behandlung der Verbandsthemen: a) Die Arbeitsidee in der
Grundschule, mit besonderer Berücksichtigung der wenig geglie
derten Schulen; b) Die Berufsberatung. (Dr. I. Weber-
Münster i. W.).
8. Die jüngsten Verhandlungen im Deutschen Beamtenbund.
(Weber- Bochum).
9. Besoldnngsfrage. (Linhoff - Dortmund).
10. Unsere Stellung zur neutralen Lehrergewerkschaft. (Berichte
der Ortsvereine Tatteln-Waltrop und Bochum).
11. Beratung der Anträge.
12. Verschiedenes.
Folgende Anträge liegen vor:
Kirckchellen:
l. Tie Vertreter-Dersammlung wolle beschließen, daß die
Etcllenloscnsrage in jeder Vertreterversammlung auch dann
verhandelt wird, wenn kein besonderer Antrag eines Ortsvereins oder
des Vorstandes vorliegt.
2. Der Prov.nzial-Vorstand wolle durch seinen Obmann für
Stellenlose mit den Ortovereinen in Verbindung treten, damit über
füllte Klassen geteilt, Klaffen für konf. Minderheiten, Hilfsschulen u. c.
eingerichtet werden.
3. Der Katholische Lehrerverein Westfalen wolle Schritte unter
nehmen, d:e zur Errichtung von Begabtenschulen und Bcrsuchöschulen
an verschiedenen Stellen der Provinz führen.
Witten und Nmgegend:
1. Der kath. Lehrerverein von Witten und Umgegend bittet
den K. L. V. Westfalen, bei den maßgebenden Stellen dahin vorstellig
zu werden, daß fernerhin die Weiterbeschäftigung verhei
rateter Lehrerinnen unterbleibt, oder wenn dies beamtenrecht-
lich mcbt durchführbar ist, durch Gewährung einer Abfindungssumme
diesen Lehrerinnen den freiwilliger! Verzicht auf ihr Amt nahezulegen-
2. Der kath. Lehrerverband Westfalen wolle beim Vorstand des
kath. Lehrerverbandrs des Deutschen Reiches dafür Sorge tragen, daß
bei einem, hoffentlich nieinals eintretenden allgemeinen Beamten-
streik für die Mnglieder des kath. Lehrerverbandes nicht allein
die Streikparole des deutschen Bcamtenbundeö maßgel>end ist. sondern
daß es auch eines besonderen Aufrufes des Vorstandes des kath.
Lehrerverbandes bedarf, andernfalls für Die Mitglieder
des kath. L. V. der Streikfall nicht gegeben ist.
Gclsenkirchen:
„Da die Erziehungsarbeit der Volksschule durch die immer dreister
auftretende öffentlich Unsittlichkeit, vor allem auch auf dem
Gebiete des Kmos, stark becinirägtigt wird, empfiehlt d'e Vertreter
versammlung allen Ortsvereinen die Bildung oder Ausbreitung deö
Vereins zur Bcckämpfung der öffentlichen Unsittlichkeit (Zentrale Köln)
nach Kräften zu fördern."
1. Die Vertreterfammlung möge bei den maßgebenden Stellen
vorstellig werden, d Berufsberatungsämtern pädagogisch und psychologisch durch,
gebildete Persönlichkeiten (Schulmänner) Berücksichtigung finden.
L. Die Vertreterversammlung wolle an den maßgebenden Stellen
dahin wirken, daß bei Besetzung von Stellen das Beru.fkbeamten-
1 u m nicht in den Hintergrund gedrängt wird.
Münster. Städt:
I. Lehrer-Gewerkschaft.
1. Die Vertreterversammlung stellt sich voll und ganz auf den Boden
der Steglitzer Erklärung des Gesarntverbandes nach welcher der
„Katholische Lehre rverbmH des Deutschen Reiches" für seine Mitglieder
als d e gewerkschaftliche Organisation gilt.
2. Sie lehnt daher jede andere Lehrer-Gewerkschaft ab. zumal diese
die Interessen der kath. Lehrerschaft nicht besser vertreten könnte, cs®
der „Kath. Lehrerverband d. D R." cs bisher getan hat.
II. Besoldung.
Der Pcovinzialverband möge dahin wirken, daß den Beamten bei
E nstufung in eine höhere Ortsklasse die Nachzahlungen nach dem Ver
hältnis der Beichäfligungszeit gewährt werden.
III Fibetfrage.
Der lath. Lchrerverband, Provinz Westfalen möge dafür Sorge
tragen, daß die Flbelfrage für Westfalen allgemein geregelt wird.
und zwar in der Weise, a) daß einerseits den notwendigen Anforderun
gen der neuen Grundschule genügt wird; (näcbste Umwelr. engste Ver
bindung mit dem Sachunterricht des Gesamtunterrichts) b) anderer
seits den ganz verschiedenen Bedü^niffen der eiwkl affigen Schule
fowoht als der mehrklassigen Rechnung getragen wird; (Land- und
Jndustrieflbel). o) bofe ferner der Umfang der Fibel ganz bedeutend
beichrankt wird.
Es ist dringend, daß dre bisherigen sehr auscinandcrgehenden Be
strebungen baldigst tatkräftig znfammengefaßt werden, damit die
drohende allgemeine Zersplitterung vermieden wird.
Grevcn:
Der Provinziai-Verband möge cm geeigneter Stelle dahin wirken,
oaß für die Leitung der durch das kommende Reich S-Juaendwohl-
fahrtsgefetz zu schaffenden Jugendämter in erster Linie auch ge
eignete Bewerber aus unsern Reihen Verwendung finden. Für diesen
Zweck müßte schon jetzt eine Art Stellenvermittlung eingerichtet werden,
dam'-t solchen Beioerbern Jugendämter zwecks praktischer Einarbeitung
genannt werden können.
Nottuln und Umgegend:
Der Verrretertag wolle beschließen:
Der Kath. Lchler-Verband Provinz Westfalen fordert, daß die
Regierung in all den Fällen, in denen ihr über einen Lehrer, der
sich um eine Stelle beworben hat. Nachteiliges von irgend einer Seile
berichtet wirb. auch dem betreftendcn Lehrer Gelegenheit zux
Aeußerung gebe.
Hamm (Wcstf.), den L. März 1922.
Der Vorsitzende: Jos. W e i d e ?a rr p.
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Dies und das.
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Hilders (Rhön). Im abgelaufenen Kalenderjahr war die hiesige
deutsche Jugendherberge, welche im »Kaftee Volkert" äußerst
günstig untergebracht ist, von 306 Jugendlichen besucht. Darunter
waren 146 Volksschüler. 111 Hochschüler und 49 Jungmcnncn der
schulentlassenen Jugend. D«S Ergebnis ist insofern ein günstiges,
wenn man bedenkt, daß diese Bleibe im vorjährigen Jugendherbergs-
Verzeichnis noch nicht eingetragen tvar. Herr Schulrat Dr Heidinger
aus Tauberbischofsheim. welcher mit seinen beiden Söhnen die Jugend.
Herberge gelegentlich einer Fer enlocrnderung selbst benutzte, hat sich
sehr anerkennend über die saubere und »geräumige Einrichtung und
Ausstattung der Herberge ausgesprochen. Vom 1. Januar d. Js. ab
wurde die Betienauzahl des SchlafraumeS für die männliche JugenL
von 12 auf 22 erhöht. Außerdem stehen noch für Maffeneinquartre.
rungen 30 gut gefüllte Strohsäcke mit Kopfkeilen und Wolldecken zur
Verfügung. Für die weibliche Jugend wurde. im Vordcrhause eme
Unterkunft mit vorläufig 4 Betten neu eingerichtet. Den jugendlichen
Wanderern sieben bei ihrer Ankunft zwei heizbare und hübsch ausge
stattete Gesellschaftszimmer mit elektrischer Beleuchtung, eine Abkoch,
stelle. Waschräumc. eine. Bibliothek. Gesellschaftsspiele. Kegelbahn „sw.
zur gefl. Benutzung frei. Seitens der Leitung wird auf strenges Ein
balten dn bestehenden Hausordnung gesehen. Wer sich dieser nicht
fügen will, wird abgeschrben. Zu Auskünften in JugcndherbergS»
Angelegenheiten ist Lehrer Ferd. Hillenbrand dahier jederzeit gerne
bereit, wenn das nötige Rückporto beigefügt ist. Aiöge diese für
unsere wanderfrohe deutsche Jugend höchst segensreiche Einrichtuna
auch im neuen Jahre wachsen, blühen und gedeihen zur Stärkung und
Kräftigung unseres deutschen Nachwuchses »nd zum Kennen, und
Liebenlernen der engeren Heimat und des gesamten deutschen Vater.
landeS! Mit HerbergSheil!
Düsseldorf. In der Sitzung des preußischen Landtages vom 14.
Dezember 1921 ärtßerte sich Abg. Simon (Sozialdemokrat) über die
Parteizugehörigkeit der Mitglieder in den Sckmlabteilungen der
Regierungen. Er behauptete die Abteiln,,g 2 (Schulabteilung)
der Regierung zu Düsseldorf zähle 5 Deutschnationale. 6 Zentrums-
lente, 1 Sozialdemokraten (Päd. Post Nr. 11, S. 173). Ob sich in
der Schulabteilung zu Düsseldorf überhaupt ausgesprochene Zen
trumsleute befinden, erscheint uns sehr fraglich. Als Parteiangehö
riger wirkt kein einziger, wie Abg. Simons richtig sagt. Es mag
der eine oder andere dem Zentrum etwas nälicr stehen als einer
andern Partei — in den Wahlumschlag lurt man noch keinem ge
guckt —, aber 6 Zentrnmsleute, unmöglich. Wir glauben vielmehr,
daß auch diese 6 Herren zum weitaus größten Teil der Deutsch
nationalen, mindestens aber der Deutschen Volkspartei zuzurechnen
sind.
Kitzltchc Fragen. In Nr. 4 des „Volksschnllehrer" legt Peter
Schäser-Köln dem Schriftleiter des „Volkslehrer" (Organ der
G. D. V.) — Job. Maaß.Wiesbaden — folgende Fragen vor: „lind
warum denn nun so protzig tun mit dem Umstande, daß keiner der
„Ausgestwgenen" in der neu gegründeten Gewerkschaft Einfluß habe?
Allerdings „Aufgestiegene" gibt es in der Führung der G. D. V.
nicht, wohl aber solche, die es an krampfhaften Bemühungen, auf
zusteigen, nicht haben fehlen lassen. Ich brauche Herrn Maaß keine
Namen zu nennen, er versteht mich schon, wenn ich einige Fragen
stelle: Wer wollte mit Hilfe der sozialdemokratischen Partei Pro-
fcffor der Pädagogik an der neu gegründeten Universität Köln
werden? Wer war unter den Bewerbern um die Stadtschulrats-
stelle in Altona, die jüngst der in der Ingendschriftensache tätige
Hamburger Köster erhalten hat? Wer wollte auf den Flügeln deS
Zentrums Kreisschulrat und dann. als die Sache ffch zerschlug, mit
Unterstützung der Sozialdirmokratie, zu der er sich plötzlich bekehrte,
Hilfsarbeiter bei der Kölner Regierung werden? Ich könnte den
Fragebogen noch fortsetzen, wills aber einstweilen gering sein lassen
des grausamen Spiels."
IN Nr 4 des „Volkssehrer" findet sich ein Herr Kcrkhoss darüber
beleidigt, daß Herr Knöchelmann-Berlin in Nr. 98/99 der Päd
Woclie bei Betrachftrng der Gewerksrhaftsfiage von einer ..Schützen-
grabenpolitik" des Pr. Iunglebrerbnndes gesprochen kxrt. Znm
Schlüsse sagt er .Herrn Kn. . ins Ohr^: ..In .Köln haben Pr & B
und Kath. Iunglehrerbund in gemeinsamer Denkschrift ihre Not
dargelegt, Schützengrabengeist, Herr Knöchelmann". Wir können
nicht finden, daß diese Feststellung etivas gegen den Kath. Jung.
lehrerbnnd beiagen könnte — im Gegenteil. Aber eins möchten
wir auch sagen: Die konfessionellcu Schulen sind vielen Leuten gut
genug, um sich daran anstellen zu lassen. Aber ihre Erhaltung unI
Verteidigung überlassen sie getrost andern.

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