Nr. 20
Pädagogische Post
Eene 315 \
schaftlichen Gesundung des Beamten und des übrigen Volkes, so
weit es noch wirtschaftlich schwach ist, liegen nicht in dieser oder
jener Form der Gehaltszahlung und -errechnung, sondern in der
Arbeit deS gesamten Volkes, in der Schaffung von Sachwerten, in
der Produktionserhöhung. Und hier steht die Lehrerschaft vor einer
volkserzieherischen Aufgabe, wie sie nie vor einer zweiten stehen
wird. nämlich: die Gedanken in das Volk zu tragen, die Ernst von
Wildenbruch in jenem Dithyrambus aussprach, mit dem er das
Monument »Die Arbeit" des belgischen Bildhauers Meunier be
sang:
Schaffende Arbeit ist Weltengebot,
Ist Erlösung durch Qual und Not.
Schaffet und wirket!
Schweigend dem Werke sich weihen und geben.
Heißt im Gebet seine Seele erheben.
Lautloses Suchen stummen Gebets,
Er, der alles versteht, er verstehl's.
Sucht ihn im Schaffen!
Die Einstufung der preußischen Beamten.
In der Lehrerschaft wird immer wieder beharrptet, die Beamten
seien günstiger als die Lehrer eingestuft, ihnen stünden mehr Auf-
rücknngs- und Beförderungsstellen zur Verfügung. Der neue preuß
Staatshaushalt gestattet eine Nachprüfung dieser Behauptung. In
der folgenden Uebersicht sind die Beamten der Unterrichtsvcrwal-
trrng und die mit den Lehrern vergleichbaren Beanrten anderer Ber-
waltungszweige herausgegriffen, soweit für 1922 Blenderungen
gegenüber dem Stande von 1921 vorgekommen sind. Sie dienen
Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung.
Amtsbezeichnung
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steue Emgrupp erung
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Obersekretäre, Rendanten
Bürovorsteher usw.
a. der Universitäten
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b. Meteora og. Inst. u'w.

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c. Technische Hochschulen
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d. Museen

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e. Prov. Schulkollegien

5.

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f. Konst torien

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Tecbn. Reg.-Obersekretäre

5
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5
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4
9
Kustoden u. Bibliothekare
an Mu'een
1
31
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15
XI
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XI
16
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8
Bibliothekare
1
77
28
1 —
i 65
37


Oberbibliothekare
h


10


-

-
10

Direktoren
1




' 16


19
Studien, äte •,
2300
m
947

1814
1433
19
Oberst» üenräte

1- —
m
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»
72
Sludlendirekloren



129
»
65
»


n
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(an Richt Bollanst. mit
weniger als ILKiafi.)
)









23

Overstudiendirettoren


m

72

n

n
72
Studienr.a Pr.-Schulkl.

2
m
2


2
m
2

Oberschuliäie




44


44
Prorektoren! an Lehrer-

101

49

97
49


Oberlehrer !*) u. Lehrerin-

14!
69
»

133
66

Direktoren j nenjeminar.



119

60

98
80
Kreisschulräte
345
H
173
»

305

223

Reg.» und Schulräte



59



38

Oberreg. und «vchulräte
*)


n

23
»


20
Reg.- und Schulräte in
Sonderstellungen







24
Sludienr., Oderstud.-Räte
u. Studiendirelt. in den
wissenscha,tk. Bildungs-
anstaUen

48
"
24
-
6
39
.
33)
"
6
Regierungso'ersekretäre
Regrerungsräte
in Sonderstell. *)
Oberregierungsräte j
Fmanzverwaltung.
1407W111 703 IX
274
137
lOQfVIl
I
195
niomm 739»k
3*6 XII 217 ,
370
34
190
Richter
Äustizobersekretäre
Justizverwaltung.
4391 »1743p» 9711, »31061, |2071|Xil ITC
543flW2272sIX { 7511l3.^oj,»H>2526s,X |1S
Verwaltung des Innern.
Polizeiobersekretäre l.. , 6191,
Rechnungsreoisor. usw./ ' , — ,
ftceiifettctärc U* , 226 ,
" in Sonderstell.s * „ — „
Landwirtschaftliche Verwaltung
Kulturoberfekretäre i.. , 21 l
Prädialsekretäre »sw./ '
Reg. und Kulturräte
Oberreg.-Räte, Kultur-
gerichtsoirektoren usw. X 12ö|Xl
1036
1263
3681—
152
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X
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201
211X
169
107
ny-
x
76|X
56
20
*) 8ür die Verteilung der Stellen zusammengelegte Gruppen.
der Durchführung der sogenarmten „Sechstelung". Diese bedeute^'
daß die eine Halste der Beamten in der Eingangsstellung, die andere
in Anfrücknngs- und Bcförderungsstcllen sich befinden. Die Zahl!
der Beföderungsstellen in der dritten Gruppe soll höchstens ein
Sechstel betragen. Wird es nicht erreicht, so ist die zweite Gruppe
entsprechend verstärkt.
. Für die Voltsschullehrer ist durch die Novelle zum Besoldungs
gesetz die Regelung getroffen, daß — die Anwärter nicht mitgerech
net — die Hälfte in Gruppe 1, die Hälfte in Gruppe 2 und 3 einge
stuft werden soll. Bei 118 000 Lehrern sind 22 000 Anwärter (Dienst-
fahr 1—7) in Ansatz gebracht. ^Von den verbleibenden 96 000 sollen
also 48000 in Gruppe 1 (Beamtcnbesoldung Gruppe 7) und 18000
in Grupe 2 und 3 (Beamtenbesoldung Gruppe c uno 9) eingestuft
werden. Die vorstehend mitgeteilten Ziffern dürften für einen Ver
gleich.der Lehrer mit den Preußischen Staatsbeamten genügen. Sie
werden kaum einen Rückstand der Lehrer erkennen lassen. Aller
dings sind vielen Beamten auch Sonderlanfbahnen und einzelne
Stellen in höheren Gehaltsgruppen zugänglich. Aber das trifft
auch für die Volksschullehrer zu. Solche Sonderlanfbahnen werden
von den Lehrern vielfach abgelehnt; aber iene Bmmtengrnppen. die
sie nicht besitzen, sind deshalb in ihren Hauptstclluugen doch nicht
günstiger eingestuft.
Geistige Not deutscher Katholiken im
Ausland.
Welches Lehrerherz hätte da nicht freudig geschlagen, als dir
Worte: »Der Unterricht und die Lernmittel in den Volks- ruft
Fortbildungsschulen find frei!" im Artikel 115 in die Reichsver-
fassnng aufgenommen worden waren.
Doch wie sieht es heute aus? Das Dreißigsai'h» des Friedens
preises wird unseren armen Kleinen für die notwendigsten Lern»
mittel abgefordert. Aber sämtliche Lehr- und Lernmittel, Unter«
haltnugsschristen und Gebetbücher sind noch zu bckonunen.
Trauriger steht es mit unseren deutschen Glaubensbrüdern iw
Auslande. Die wenigen Exemplare, die im Buchhandel noch vor
handen waren, find vergriffen und neue werden nicht mehr an-ie»,
schasst, denn an Stelle der verdrängten deutsclien Buchhändler sind
weniger tüchtige Ausländer getreten, die neuen Vorrat nicht zu be«
sorgen vermögen, als Deutschfeindliche es nicht wollen oder des un
günstigen Balutastandes wegen nicht können.
Darum dringt der Hilferuf aus dem Auslande:
,^pelft uns aus mit deutschen Büchern, sonst geht ein grastet:
Teil unserer deutschen Glanbeusbrüdcr der deutschen Mnttersprmhe
verloren'?'
Darf dieser Ruf km Herzen eines Katholiken unerhört verhallen?
Müssen nicht die Worte Christi: »Wer zwei Röcke hat, der gebe»
dem einen, der keinen hak!" einen jeden veranlassen, einen großen
Teil feiner angesammelten, für ihn zurzeit nicht mehr brauchbaren.
Bücher den armen Hilsernsenden zur Verfügung zn stelle«?
Auch der Reichsverband für kath. Ausländsdeutsche hat den Ruf
vernommen und wird, wie wir hören, bald feine Werbetrommel
rühren, um groß und ktein für dieses edle Werk zu gewinnen.
Ostern steht vor der Tür. So manches Lernbuch eurer Kleinen ist
überflüssig gcivorden. Sammelt sie und haltet sie zurück, bis der
Reichsvcrband kath. Auslandsdeutscher, aber nur!
dieser, euch nähere Anweisung über die Art der Sammlung und!
deren Versendung zukommen läßt!
s ®
Aus den Vereinen.
Kath. Lehrerverband des Deutschen Reiches,
Abteilung Preußen.
7. Sitzung des G. A. am 8. Mörz 1922.
Der G. A. beschäftigte sich zunächst mit den Verhandlungen, die
in Paderborn und Münster mit der bischöflichen Behörde zwecks
endgültiger Gestaltung des Lehrplans für den Religionsunterricht
der Grundschule gepflogen wurden. Die Kürze der Zeit ermög
lichte cs nicht, daß alle Verbände ihre Gutachten über den Relig'ons«
plan dem G. A. einsenden konnten. Die beiden Gutachter der
Preußischen Abteilung, Lehrer Heinzc (Schweidnitz) und Lehrer;
Wegmann (Alünstcr) brachten in vielstündigen Verhandlungen ant
26. und 27. Februar mit dem Vertreter der bischöflichen Br bürde«,
Seminarüirektor Gründer in Paderborn, die Wünsche der katho
lischen preußischen Lehrerschaft zum Ausdruck und zur Geltung,
Auch an den Beratungen über die Aufstellung von Richtlinien für
den Religionsunterricht der vier oberen Schuljahre, die von dem
Bischof von Osnabrück am 3. März in Münster angesetzt waren, be/
teiligtc sich im Auftrage des G. A. Kollege Wcgmann.
In den nächsten Tagen werden vom Ministerium für Wissen*
schüft, Kunst und Volksbildung die Richtlinien für den Lehrplan
der vier oberen Schuljahre herauskommen, und das Ministerium
hat zugesagt, daß die amtlirbe Vertretung der Lehrerschaft, sowie düs

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