Nr. 24
Pävagoglfche Post
Seite Z7k
Sch. Löcher mit Steinen oder Sand zugemacht, gefegt, die toten Tiere
^orlgcbracht in den Stadtgraben usw.
Lange Arbeit unserer Vorväter: Bretter, Knüppelweg,
Sand mit tleincn Steinen aus der Lippe, große unbchaueiie Steine,
Pflaster, Asphalt, Abslußkanäle. Aber we die Srraß.-n wohl breit
und gerade geworden find? Früher waren die Häuser mit Stroh
gedeckt. Wenn dann mal ein Haus brannte, fielen die Funken auf
die Strohdächer und cs brannten viele Häuser ab, ganze Straßen, oft
die halbe Stadt. Tann wurden gerade und breite Straßen crngelegt.
Beleuchtung: Bei besonderen Anlässen mußte jeder Bürger eine
Laterne vor sein Hauö hängen, Oellampen, Petroleumlaterncn, Gas,
elektrisches Licht.
Vorteile unserer StraßenI Lange Arbeit der Väter. Neinhalten,
Beleuchtung schonen! Merkheft: Früher waren die Straßen schmutzig,
rng, krumm und dunkel (Anton Meyer) Zeichnung.
Ltoffe für Niederschriften, Aufjätzchen, Sprachlehre, Nechtschreiben
»liegen auf der Straße".
lkin Lehrbetspiell So kann man e8 machen, eS geht auch
anders.*)
j -
Von einem wenig beachteten Stoffgebiet
im naturkundlichen Unterricht.
Von H. B o ff m a n n, Katernberg.
Der naturkundliche Unterricht ist für eine richtige Vorbildung
des Schülers fürs praktische Leben direkt notwendig. Deshalb ist es
zu bedauern, daß bei der Stoffauswahl das praktische Leben oft so
wenig Berücksichtigung findet. Wohl jeder wird bei eingehender
Prüfung seiner Lehrpläne überflüssige und weniger wertvolle Stoffe
herausfinden. Erstere sind unbedirrgt zu entfernen rurd durch wich
tigere zu ersetzen; letztere müssen im Interesse des Wertvolle---'-; V*
deutend gekürzt werden.
Meines Dafürhaltens findet der Gemüsegarten in unieren'Stoff-
planen viel zu wenig Berücksichtigung?) Im Frieden, als wir aus
dem Vollen schöpften, lvar der Garten bei vielen Leuten ein oer-.
«rchtetes Ding. Er erforderte viel Arbeit, und wozu arbeiten, man
konnte ja alles recht billig kaufen. Als nun der Krieg mit seinem
Hungerregiment einsetzte, begann eine förmlick)e Jagd nach einem
Stückchen Land, und der früher so geächtete Garten erfreute sich mit
einem schlag eines ungewöhnlich großen Wohlwollens. Mit viel
Fleiß und Mühe und mit noch mehr Hoffnungen begann die Gar
tenarbeit, und mit der Ernte kam die Enttäuschung; der Garten er
wies sich als nicht ertragreich. In sehr vielen Fällen war die Ur
sache wohl die falsche Bewirtschastungsweise. Es ist einfach sünd-
yait, mit ivelchcr Ausdauer das Land oft von Unwissenden geradezu
malträtier! wird. Hier muß die Sckiule helfend und belehrend ein
greifen, um durch die Kinder die Eltern zu einer verständigen Be
wirtschaftung anzuleiten.
Gemüse und Obst sind erschreckend teuer. Glücklich zu schätzen
ift die Familie, die einen ertragreichen Garten ihr eigen nenrren
kann, sie spart viel Geld. Auf den finanziellen Wert des Gartens
"Nissen die Kinder an geeigneten Beispielen hingewiesen werden.
Die geernteten Erbsen z. B. werden gewogen, der Wert errechnet.
D samkeit, die weiten Kreisen unseres Volkes so bitter not tut.
Die Kenntnis einer rationellen Bewirtschaftung aber wird die
Freude an der Gartenarbeit in den Herzen der Kinder wecken. Sic
kernen das Stück Heimatbodcn schätzen und lieben. Somit ist die
Heimatliche, die die Grundlage der Vaterlandsliebe bildet, in den
lugendlick-eu Seelen wachgerufen.
Die Freude an der Gartenarbeit aber hilft auch über manche
sittliche Gefahren, von denen unsere Jugend heute geradezu um
sponnen ist, hinweg. Auch ist sie eine gesunde Erholung nach an
gestrengter beruflicher Tätigkeit.
In allen pädagogischen Zeitschriften und Büchern ertönt der
«ruf nach dem Arbcitsunterricht. Wo aber läßt sich das Arbeits-
Prinzip ohne großen Kostenaufwand wohl trefflicher durchführen als
im Garden? Es ist nur schade. daß von diesem Hilfsmittel, den
Kuterrickst zu beleben, so wenig Gebrauch gemacht wird.
Einige Anregungen zur Stofsauswahl:
t 1. Der Garten im Laufe des Jahres.
Welche Stoffe muß man dem Boden zuführen, damit er ertrag-
*erch wird?
Abmessen und Abtreten der Beete.
Wie sät und pflanzt man? (Pflanzen von Kohl, Kappus, Setzen
von Steckzwiebeln.)
Wie legt man Erbsen und Bohnen?
Wie pflanzt man Kartoffeln?
Einiges von unseren Gartennnkräutcrn, (He Up stanzen, Gift-
Manzen.)
Was man beim Jäten zu beachten hat.
^on unsern wichtigsten Küchen- und Gewürzkräutern.
^ Regenwurm, Maulwurf im Garten.
*) Ueber die Behandlung des Stoffes im Geschichtsunterricht rer-
eicr^. Tohmann, Tex erste Geschichtsunterricht. Von der Heimatkunde
■ ^wsch'.chte. Breer u. Thlrmann. Hamm, S, 42—DO und bD—bH.
Läuse an Bohnen. Salat. Kappus. (Wie bekämpft man sieL
Bedeutung des Marienläiers und selner Larve.)
Schnecken an den Früchten. (Bertilzerin die Kcöte.)
Schädlinge des Kohls. (Kohlweißlings Werdegang. Wie Le«
kämpft ihn der Mensch, wie die Statin? Schlupjwespc.)
Das Ernten von Bohnen und Erbsen.
Maden in den Erbsen (Erbsenwickicr).
Die Bedeutung der Erbse als Stiekstosssamniler.
Das Ernten der Kartoffeln.
Wie bereitet man den Garten auf den Winter vor.
2. Das Beerenobst im Garten. *
Wie man ein Erdbcerbeet anlegt. ,
Wie man Erdbcerpilauzen setzt. . ,
Wie sich Erdbeeren. Stachelbeeren, Johannisbeeren und Him
beeren vermehren.
Schädlinge und Pflege dieser Sträucher.
Wie das Beerenobst tin Haushalte verwendet wird.
Vom Einkochen. (Für Mädchenschulen.)
3. Die Obstbaume im Garten,
Wie pflanzt man einen Obstbaum? Schädlinge der Obbäume?
wie bekämpft man sie?
Obstvcrwertuug, Aufbewahren des Obstes.
Leider befindet sich nur bei wenigen Schulen ein Schulgarten«
Aber auch cljue Schulgarten läßt sich bei gutem Willen vieles er
reichen. Fast bei jeder Schule ist eine Dienstwohnung mit Garten,
und der Nutznießer wird wohl nichts dagegen einzuwenden haben,
wenn die Kinder ab und zu darin beschäftigt werden. Vielfach ist
der Nutznießer selbst Lehrer, und eine echte Lehrerpersönlichkeit läßt
alles zu, was seinen Zöglingen zum Besten gereicht.
*) Leider ist der »Gemüsegarten" tausenden städtischen Kin
dern gar nicht bekannt.
Aus der Katholischen Junglehrer-
bewegung.
(O. N a v e» Köln.)
Seit der bewußten Um- und Einstellung des Kathol. Junglehrer,
bundes in die Deutsche kathol. Jugendbewegung hat dieser an We-
senlmstem und an Tiefe gewonnen. Es ist nicht etwa künstlich her
eingetragener Jugcndbewegungsgeist, sondern naturnotwendig
mußte er aus dem Juuglehrerprogramm erwachsen. Freuen wir
uns darüber. Wieder ein Stück voru'ärts zur Lösung des Problems
»Lehrer und Volk" — Junglehrer und Jugend von heute — Lehre»
und Volk von morgen. — In rechter Erfassung des Gemeinschmts--
geistes möchte die kathol. Lchrerjungmannschaft der besinnlichen Ju
gend voranschwimmen auf den Knlturerneuerungswcllen einer zu-
kunftbauenden Zeit. Es ist weiter erfreulich, daß der klaffende
Unterschied zwischen Junglehrer und älterem Lehrer vielfach über
brückt ist. Den meisteil Standesbrüdern ist die Junglehrerbewegung
in ihrem frisch-pulßerenden Draufgängertum, ihren wohlgemeinten
kulturellen, gesellschaftlichen und schulischen Netormgedanken etwas
Köstliches Die einheitlich kathol. Lehrerfamilie wächst so von
Tag zu Tag.
Lagen im Rheinland die Verhältnisse noch vor 35 Monaten
äußerst schwierig, und marschierte damals die Lehrcrjngend und der
Seminarnachwuchs noch gesondert — als neutrale Abscitsorganisa-
tionen. so ist heute manches besser. Viele Ortsvercine erfreuen sich
der regen Mitarbeit und des MitsäMens ihrer Junglehrer. 20
Gruppen konnten dem Rheinland abgerungen werden. Abgerungen,
als ein Aufrütteln und Anfeuern des Junglehrergeistes zu kathol.
deutscher Aufbauarbeit; abgerungen einer neutralen Verwässerung
und Schläfrigkeit.
Nach Massen" jagen wir nicht, denn da? entspricht keinesweg-
der Einstellung der Gesamtbewegung wie dem Kulturprogramm.
»Auslese" zu Mitschaffern und Programnidurchglühten, Auslese
von wahren Aposteln kathol. Jungkehrerwillens und Junglehrertat.
So ist ein kerniger Stamm geschaffen, der in Auswirkung seines
inneren Erfülltseins andere mit- und hinaufziehen will. Durch unS
mit der Auslese heran an die Masse.
In jedem rhcin. Bezirk ist die Junglehrervewegung verankert«
Nur Eobleuz ist Brachland. Wichtigste Sorge eines jeden
Ortsvereins desK. L V. mußtees sein, die Jungleh.
rerschast zur Mitarbeit im Junglehrerbundzu ver
anlassen. Es geht nicht, daß die Lehreijungmannsckmft gcsvn»
derte Wege geht. Wenn ste auch ihrer Eigenart entsprechend enwn
Inn g lehrcrbund hat. so ist doch all ihr Arbeiten, all iyv
Schaffen letzten Endes im Sinne, im Geiste und rn
derZielrichtungArbeitamundlmK. L.B. Dann wäre
unser Programm eine Lüge, unser Dasein unberechtigt, wenn wie
Sonder- oder Splitterorgani'ätion sein wollten. Die tiefe
innere Einheit kommt mich äußerlich zum Ausdruck. Die
Lehrermitgliede-r mühen SNitgli^er des K. L- V. fein, und die Vor
sitzenden des K. L. V. gehören eo ipso in den Junglehrerborstand.
Bon einem Doppelbeitrag kann kaum die Liede sein, da der Jung-
lebrerbund von den Lehrermilgliedern vierteliährlich nur 1

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.