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Wieviel der Satz «stt: »Alcht besser «geht (» betn Kath. Lehrerverein',
mag sich jeder tm den vorstehenden Wahlen selbst ablesen. Gewiß hat
auch der K. L. V. da einige recht bedenkltche Posten. Die werden ferne
Führer sorgsLliig prüfen müssen. Aber dar Gesomtergebni» ist nicht
schlecht. Sein« Einzelervebnisse and ihr Verhältnis »« seinem Mts-
glicderbestande verschweigt die G. D. v. sorgfältig. Sie stellt nur mit
besonderer Befriedigung fest. daß sie auch Stimmen erhalte« habe, wo
fit leint Ortsgruppe besitzt. Danach würde also derjenige am gün-
strsftrn abschneide«, der Überhaupt keine Ortsgruppen besitzt; denn
einige überall Unbefriedigte würden sich wohl für jede Ltste finden.
UebrigenS hat der K L. v„ der nur in einem Wahlkreise (Solingen)
kein« Ortsgruppe besitzt, in diesem 14 Stimme« bekommen. Das ist
sicher ein sehr »i«L höherer Prozentsatz der kath. Lehrer in Solingen,
tri« der Ertrag bet G. D. V. in Hambovtr von der dortigen Gesamt»
Lehrerschaft. Jedenfalls aber hat der ft L. V. dadurch den Nachweis
erbracht, daß er in 100 Prozent derjenigen Wahlkreise, wo er keine
eigene Ortsgruppe besitzt, doch noch seine Anhänger besitzt. Ob die
G. D. V. diesen Nachweis auch bringen kann? Wer lacht denn da?!
Und nun noch ein Wort: Wenn die Wahl gezeigt haben soll, wie
der „Volkslehrer" schreibt, daß noch viele Kollegen auf dem Standpunkte
der G. D. V. stehen, trotzdem er weih, daß die mit ihm die gleiche Liste
wählenden Mitglieder de» D. B. B. nicht auf dem Standpunkte der
G. D. V. stehen, wie klein muß dann ihr tatsächlicher Bestand sein —
und wie bescheiden ist die G. D. B. geworden, wenn diese- Ergebnis
sie so hoch befriedigt. Die Ursachen dieser Bescheidenheit wird man viel.
leicht erkennen, wenn man folgende Tatsachen betrachte:, die ich hier-
mrt feststelle:
In Essen hat die G. D. V. mit dem D. B. B. zusammen bei den
letzten drei Wahlen folgende Stimmenzahlen erhallen: KreiSlehrerratS.
wähl 818, Schuldeputationswahl 237, jetzt IW; in Düsseldorf: Kreis»
lehrerratswahl 1016 104, SchuDeputationswahl 1922 111, jetzt 111.
Doch nun zu unserer eigenen urch eigentlichen Aufgabe. Das Gesamt
ergebnis ist gur. Wie oben schon ausgeführt, haben wir ebenso viele
Stimmen erhalten, al» Mitglieder zur Urne geschritten sind. Aber es
müssen auch alle Mitglieder an die Urne gebracht werden; oder aber,
wenn das geschehen sein sollte, dann ist das Gesamtergebnis eben nicht
gut. Die Einzelergebniffe aber geben manchem Verein zu recht erheb-
ltchem Nachdenken Artlaß. Hier kann zweifellos nicht mehr davon
geredet werden, daß der Ausfall durch die Wahlsäumigen gedeckt sei.
Dir eigene Liste nicht gewählt hüben
in Sterkrade . ,
in Duffeldorf-St.
in Duisburg . »
in Essen . . ,
m Kempen . .
in Hamborn . .
24 von 52 Mitgliedern — 46 Proz.
101 von 249 Mitgliedern = 40 Proz.
62 von 180 Mitgliedern = 29 Proz.
71 von 288 Mitgliedern — 26 Proz.
21 von 88 Mitgliedern — 24 Proz.
24 von 105 Mitgliedern — 28 Proz.
Mörs wird vielleicht nicht herangezogen werden können, weil sich hier
im Augeirblicke nicht übersehen läßt, ob nicht manche der in Mors ge
zählten Vereinsmitglieder bei dem Tantener Wahlergebnisse, das ja ein
Mehr von über 100 Prozent zeigt, mitgerechnet werden müssen. _ Hier
wird unbedingt nach dem Rechten zu sehen sein. Wenn wir nun ferner
beachten, daß die angesührren Orte gleichzeitig diejenigen sind, wo die
G.-D.-V.-Liste ihre Hauptstärke zeigt — unter Hinzurechnung von Kre
feld. M.-Glodbach und Viersen find hier 685 von den 872 Gewerk
schafts- und Volksschullehrerstimmien abgegeben worden —, so zeigt sich
deutlich, in welcher Richtung die zukünftige Arbeit einzusetzen hat und
daß die G. D. V.-Bewegung hier vorwiegend ein GroßstadterzeugniS ist.
Dieser Gruppe mit Minderecträgen steht aber eine starke Gruppe
Vir Mehrerträgen, gegenüber. So erzielte
Xanten ... bei 41 Mitgliedern 4-, 43 Stimmen =j 105 Proz.
Krefeld-Land . bei 17 Mitgliedern + 14 Stimmen — 82 Proz.
Lennep . . , bei 21 Mitgliedern -h 10 Stimmen = 48 Proz.
Oberhausen . bei 68 Mitgliedern 4- 27 Stimmen = 48 Proz.
Düsseldorf-Land bei 71 Mitgliedern + 23 Stimmen =a 87 Proz.
Velbert ... bei 26 Mitgliedern +. 8 Stimmen =» 81 Proz.
Ein Vorbehalt bezüglich Xanten ist oben schon ausgesprochen worden.
Die ganze Gruppe brachte in 14 Kreisen mit 494 wahlberechtigten Mit
gliedern 185 Mehrstimuten auf ----- 37 Prozent. Wäre im ganzen Ver
bände mit diesem Erfolg gewählt worden, so hätten wir 3202 Stimmen
statt 2099 auf die Beine gebracht. Die Umstände, die das verhindert
haben, haben uns also einen Minderertrag von 1103 Stimmen = rund
4—5 Sitze eingetragen. Diese Zahlen müssen den Minusvereinen ein
starker Antrieb sein, sich zukünftig den Plusvereinen zuzugesellen.
Eine besondere lobende Ertoähnung verdient das Bergische Land. Seine
Vereine sind mit alleiniger Ausnahme von Elberfeld unter den PluS-
vereinen zu finden, trotzdem — oder weil? — dort die katholische
Lehrerschaft mit anerkannt ungünstigen Vereinsverhältnissen zu kämpfen
hat. Den Ptusvereinen möge ihr Erfolg zeigen, daß sie bei einiger-
maßen geschickter Werbung noch eine hübsche Anzahl nener Mitglieder
gewinnen können.
Wie kommt eS nun. daß in diesem Bezirke, in dem die katholische
Bevölkerung bestimmt überwiegt, der D. L. B. ein so starkes Ueber-
gewicht über dett K. L. B. gewinnen konnte? Wenn ich Liste 2, 3, 5,
8 und 10 als konfessionell gemischte ausscheide, so ergeben sich für die
evangelische Seite 28834-6404-746—4249 Wahlstimmen, für die katho
lische Seite 2620+2099=4619 Wahlstimmen. Wenn ich aber bedenke,
daß in der List« 8 die Zahl der katholischen Stimmen zweifellos über
wiegt mid auch die Listen 1 und 4 noch katholische Stimmen enthalten
können, so wird die Ueberlegenheit de» katholischen Volksteils noch deut.
Itcher. Bei der Beantwortung dieser Frage müssen wir uns vor Jllu-
sionen hüten und nüchtern über die Dinge nachdenken. Daß der D. L. B.
und dre Preußischen Lehrerinnen eine erhÄblicke Anzahl katholischer
Mitglieder haben sollten, glaube ich nicht. Ueberall, wo ich das Ver-
haltm» aus eigener AnWnmng kenne, ist ihre Anzahl nicht der Rede
wert. Sine Antwort erhalten wir, wenn wir das Verhältnis dstz?
Lehren» gu den Lehrerinnenstellen bei den Konfessionen betrachtn.!
Auch wekn wir au» Liste 6 die halbe Stimmenzahl als Lehrerinnen/
der Liste 4 zurechnen, was wahrscheinlich zu viel ist, erhalten ttith
immer nur 1013 Lehrerinnen zu 2863 Lehrern — 35 Prozent, während /
die katholische Seite, selbst wenn ich die Liste 8 mit dem bei weitern
größten Teile auf da» Konto der katholischen Lehrer bringe, günstigsten.'
falls mit 50:50 Prozent abschneidet. Wenn also Zentrumsabgeordnete,
wie e» mehrfach geschehen ist, den Vorwurf erheben, daß der K. L. V.
nn Bezirke Düsseldorf sich nicht im rechten Maße gegenüber oem
D. L. B. durchzusetzen vermöge, dann wollen sie zukünftig freundlichst
bedenken, daß sie selbst in gewissem Grade dafür verantivortlich sind^
wenn da» Kräfteverhältnis sich hier so ungleich gestalten !onnte»i
Ferner werden die Stimmen der weltlichen Lehrre bestimmt nicht auf!
unserer Liste zu finden sein. Aber das erklärt noch nicht den ganzen'
Unterschied. Zweifellos sind die meisten Wähler der Liste 8 kaiholischej
Lehrer. Ich glaube auch, daß die Rektorenliste uns mehr Abbruch tut
und getan hat, als dem D. L. V. Mir bleibt kein anderer Schluß
möglich, als der eine: daß die evangelischen Lehrer und die Lehrerinnen
beider Bekenntnisse sich gegen die Lockungen der Sonderbündelei — die
G. D. V.-Bewegung ist hier augenscheinlich nichts anderes mehr, als
Sonderbündelei — viel stärker immun gezeigt haben, als die katholischen
Lehrer. Das ist für uns nicht schmeichelhaft, muß aber erkannt werden',
wenn eS gebessert werden soll.
Ich möchte die. aus dem Wahlergebnisse zu ziehenden Lehren fob
gendermaßen zusammenfassen:
1. Das Wahlergebnis ist als Ganzes betrachtet, für tms durchaus bec
friedigend. Allen, die zu dem gatten Gelingen beigetragen haben,'
sei dafür herzlich gedankt.
2. Wie die Einzelergebnisse zeigen, haben die (meisten) Großstadt«
vereine die Zuverlässigkeit und die innere Geschlossenheit der klei«
neren und ländlichen Vereine nicht aufzubringen vermocht.
3. Die katholische Lehrerschaft ist gegen Sonderbündelei wenige»
immun, als die Lehrerinnen und als ihre evangelischen Kollegen^
4. Das ungleiche Verhältnis der Lehrer- und Lehrer in neust-?lle«
schwächt die Stellung des K. L. V. T.
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Vom Büchertisch.
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niimmTTirnTTiiiTnriirnnimiinHiimiiu.iiiiUiiHuii.iiiirTinimiMri »
Theosophie, Anthrosophie und Christentum. Von Karl Hövels.
Aschendorff, Münster 1923. (Er) 1.—.
Vorliegende Schrift ist für jeden, der sich auf dem Gebiete der
Theosophie und über die einschlägige Literatur unterrichten will, eine
ersehnte willkommene Gabe. Bei aller Wissenschaftlichkeit wird eine
für die breite Oefsentlichkeit faßbare, einfache und klare Darstellung
mit streng logischer Beweisführung geboten, so daß das Büchlein wohli
zu empfehlen ist.
Der Bemntenbund. (Zeitschrift des Deutschen Beamtenbundes.) ®e*
schäftsstelle: Berlin S. 42, Oranienstr. 140/142. Bezugspreis bei
Zustellung durch die Post monatlich 360 M., durch Streifband 450
Mark wusschl. Porto, Einzelnummer 100 M. ausschl. Porto.
Der Leitartikel in Nr. 23 des „Beamtenbund" vom 7. Juni 1928
nimmt Stellung zu dem Reparationsproblem unter besonderer Berück
sichtigung des Jndustrieangebots. An weiteren größeren Aufsätzen
bringt diese Nummer: .Berufsgedanke und Partei" von H. Kühn,
Weimar, „Neuregelung der Grundgehälter". In diesem Aufsatz ist
außer dem Regierungsvorschlag über die Neuregelung der Grundgehäl
ter und dem Gegenvorschlag der Gewerkschaften die Regierungsbegrün
dung ihrem wesentlichen Inhalte nach wiedergegeben. Interessante
Tabellen veranschaulichen die Entwicklung der Beamtenbesoldung. Aus
den übrigen Beiträgen heben wir hervor: Ergebnis der Teuerungsver-
Handlungen; Der A. D. B. feine Stellung, Zusammensetzung und
sein Organisationsoertrag; Thüringer Polizefbeamtengewerkschaft; Die
Wirtschaftskurve der „Frankfurter Zeitung"; Regelung der täglichen
Dienstzett; Einsichtnahme in die Personalnachweise. Die Nummer um
faßt 6 Seiten.
Vereinskalender.
B
UJtnnin r»»T»n«irmtT««rrftirr
Katholikentag in Süchteln. An die Lehrervereine der Kreis-
Kempen, M.-Gladbach-Stadt u. -Land. Kollegen! Ernst ist
die Stunde! Tief beklagen wir den sittlichen Niedergang
unseres Volkes, geboren aus dem antichristlichen, rein»
erdwärts gerichteten Geiste der Zeit. Zhm müssen wir ent»
gegensetzen den Geist des Christentums, den Katholizismus
der Tat, müssen uns erinnern der heilenden und lebenwccken»
den Kräfte unseres hl. Glaubens. Diese Kräfte in unserm
Volke, vor allem in unserer Jugend wieder wirksam zu
machen, muß mit in erster Linie unsere, der kath. Jugend-
erzieher Aufgabe sein, entsprechend dem Wahlspruch unseres
Verbandes. Doch schwer ist das Werk angesichts des Trüm
merfeldes. vor dem wir stehen. Ständig neuer Anregung,
neuer Stärkung und Begeisterung bedürft» wir! Darum
auf zu der anläßlich des Katholikentages in Süchteln am
Montag, 18. Juni, nachmittags \V% Uhr, int Wirtzschen Saale
stattfindenden großen Versammlung der katholischen Lehrer
und Lehrerinnen. Als Redner ist Herr Kreisschulrat Lan
genberg, Neuß, gewonnen. Se. Eminenz Herr Kardinal
Dr. Schulte hat sein Erscheinen zugesagt.

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