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Pädagogische Post
Seit» 467
Em Buch ganz anderen Inhalts, aber gleicher oder noch größerer
künstlerischer Vollendung ist das erste Bändchen des Reisewerkes ^Fünf
Lleqnatorlängen um die Erde" von Dr. P. Klotz, O. S. B., indem der
Versager unter dem Titel: „Vom Nil zum Kap" seine Reise durch
Afrika schildert. Es fällt mir schtoer, ein Kapitel als besonders herr
lich gelungen herauszuheben. So will ich denn die Schilderung „Unter
deutschem Banner", die uns Deutsche heute besonders anpackt, weil wir
gewissermaßen ein Stück unseres Vaterlandes sehen, das wir jetzt ver
loren haben.
Bemerkenswert sind Bücher, welche die deutsche Literatur tri
grötzeren kulturellen Zusammenhangen zu seyen versuchen. Diesen
Versuch machen Dr. Katz, Dr. Nahte und Dr. Faßbinder in ihrem
Werk: „Die deutsche Dichtung" (Herder, Freiburg). Sie schicken im
2. und 8. Teil des Werkes (vom Humanismus bis zur Gegenwart)
ledem Zeitabschnitt ein kurzes Bild der Gejstesströmimgen voraus.
Das Buch kann aber auch in der neuen Form seine Abstammung von
Henses Lesebuch nicht verleugnen. Wen ganzen Schulstaub wegzu»
fangen, bedarf es noch eines kräftigen Windstoßes. Allerdings darf er
die reichlich bemessenen Proben nicht mithinausfegen, diese möchte ich
eher vermehrt sehen als gekürzt wissen. Auch möchte ich — im Sinne
ä>cr Einleitung — das Buch nach der Sei'e der Kulturliteratur ergänzt
wissen. Die deutsche Geschichtschreibung und Philosophie und nuuicheS
andere noch gehören letzten Endes auch zur deutschen Literatur.
Zum deutschen Schrifttum — wenn cs ein Kulturspiegel sein soll —
gehören z. B. auch die Werke von Alban Slolz. Zwei Sammlungen
ferner kleineren Streit- und Gelegenheitsschristen legt sein Biograph
Pros. Dr. Julius Btayer unter dem Tire! „Kleinigkeiten" in 5. und
6. Auftag,e vor.
Das Bestreben des Herderschen Verlages, ältere freigeivoroene
Werke dem katholischen Volke in schöner und preislverter Ausgabe zu
gänglich zu machen, muß überhaupt mit Dank anerkannt werden. Es
hat uns in diesem Jahre 2 neue Bände (10. und 20. Band) der
„Bibliothek wertvoller Novellen und Erzählungen" geschenkt, die uns
Novellen und Erzählungen von Scheffel, Stifter, Anzengruber, Mörike,
Sealsfield (Postl.) bieten. Die Ausstattung und die Anmerkungen der
Sammlung sind als vorzüglich bekannt, so daß sie hier nicht besonders
empfohlen werden brauchen.
Dasselbe gilt von der 2. Auflage der „Ausgewählten Werke"
Theodor Storms. Besonders bemerkt werden mutz, daß >n dem
2. Band der Sammlung jetzt auch eine Auswahl der schönsten Stormschen
Gedichte aufgenommen ist. G. St.
Aus deutschem Schrifttum und deutscher Kultur. Die neuen
nrrmftericHen Richtlinien zur Aufstellung der Lehrpläne sowie der neue
Lesebucherlaß des Preußischen Kultusministeriums fordern die Be
nutzung von Eimelichriften zur Ergänzung oder als Ersatz des Lese
buchs im Deutschunterricht. Es heißt wörtlich unter Nr. 2 des Lese
bucherlasses vom 24. Mai 1923: „Zur Ergänzung des Lesebuchs sind in
allen Schulen geeignete EinzelschrMen oder in sich geschlossene Sa-m-
mekbändchen heranzuziehen." Es ist daher nur zu begrüßen, daß der
Verlag Julius B e l tz, Langensalza, auch eine solche Sammhmsl
amtet dem Namen: ..Aus deutschem Schrifttum und deutscher Kultur"
herausgibt, von der bereits bis jetzt irahezu 50 Bändchen vorliegen.
Die Auswahl der einzelnen Bände ist glücklich, außerdem ist die Auf
machung der Bücher auch äußerlich recht gut und dauerhaft, so daß die
Vände als recht geeignet zur Klassenlektüre erscheinen. Hervorgehoben
sei noch, daß die einzelnen Vände sowohl broschiert als auch gebunden
vorhanlden sind. Wie der Verlag mitteilt, wird die Sammlung ständig
fortgesetzt. Es befinden sich zur Zeit bereits wieder etwa 50 Bände
im Druck. Es empfiehlt sich, daß die Lehrerschaft das Erscheinen dieser
Väitde abwartet und auch sie bei der Entscheidung über die Brauch
barkeit von Einzelschriften prüft. Es liegen bisher vor: Band 1/2:
Heldenkämpfe. Erzählungen a- dem nord. Altertum. Bon B. Hodann.
Band 3: Münchhausens Reisen und Abenteuer. Band 4: Walibari-
lied- Von Victor von Scheffel. Band 5/6: Des Knaben Wun-derhorn.
Auswahl alter deutscher Lieder. Band 7/8: Der Schimmelreiter. Von
Th. Storm. Band 9: Platidütsch. 1. Band. Von Fritz Reuter. Band
10: Plattdiitsch. 2. Band. Von John Branckmann- Band 11: Sim-
vlicius, der Narrenjunge von Hanau. Band 12/13: Aus der Kindheit.
Von Küaelgen. Band 14/15: Der Jüngling. Von Kügelgen- Band
16: Die Regentrude. Vulemamis Haus. Von Theodor Storm. Band
17: Pole Povvenspäler- Von Storm. Band 18: Die Sage vom Hivfch-
gulden. Saids Schicksale. Von W. Hauff. Band 19: Das kalte Herz.
Von W- Hauff. Band 20: Hansel und Gretel und andere Märchen.
Von L. Bechstein. Band 21: Die sieben Geißlein und andere Mürben.
Von L. Bechstein. Band 22: Vom Fuchs und anderen Tieren. Von
Gebr. Grimm. Band 23: Brüderchen uird Schwesterchen und andere
.Märchen. Von Gebr. Grimm. Band 24: Dornröschen und andere
Märchen. Bon Gebr. Grimm. Band 25/26: Astronomische Briefe.
Von Schulrat Meekatz. Band 27: Meier Helmsbrecht, herausgegeben
von Dr. Hering. Band 28/29: Zriny. Von Tb. Körner. Band 30:
Jmmenfee. Von Tb. Storm. Band 81: Letzte Fahrt und andere Er
zählungen. Von Wilhelm Lobsien. Band 32: Meine Kindheit und
Gedichte. Von Friede. Hebbel. Band 33: Smöken und andere No
vellen. Don O. Garben Band 84/35: Agnes Bernauer. Bon Friedr.
HebbÄ. Band 36: Um die Weihnachtszeit und andere Erzählungen.
Won Charl. Riefe. Band 37/38: Zwischen Lipp' und Kelchesrand. Von
Helene Voigt-Diederichs. Band 39/40: Er mußte mit und andere Er
zählungen. Von Georg Asmusfen. Band 41/42: Das Leben eines
Landarbeiters. Von Rehbein. Band 43: Mein Rüberahlbuch für
lustige Leute. Don Rektor Bruno Clemens. Band 44: Kleider machen
Leute. Von Gottfried Keller. Band 45: Die Nibelungensage. Bo«
E. Weber. Band 46: Die Schildbürger. Von Gustav Schwab.
Elisabeth Danthendey. Akeleis Reife in den goldenen Schuhen untz
andere Märchen. Verlag Josef Kofel u. Friedrich Pultet. K G.
Verlagsabteilung Kempten.
Wir belauern das Lebe» um uns herum und in uns drinnen, r.m
heilsame Erkenntnisse zu erringen und danach unser eigenes Leben zu
gestalten und unsere Erfahrungen in Lehren werterzugeben. Wenn
nun Dichter diese Erfahrungen Wiedergeben, so tun sie dies nicht in
dev Form der Lehre, sie gestalten die Erfahrungen zu köstlichen Klein,
odien eines traumhaften Lebens und das Wissen wird zur kristallisier,
ten Weisheit. So sind diese Märchen von Elisabeth Dauthendey den
Leben abgerungen; aber sie sind durch das Ringen hindurchgegangei!
und verdichtete Weisheit geworden. Da reist Akelei in goldene^
Schuhen durä) die Lüfte, werden Fräulein mit seltsamen Kettlein und
sonderbaren Gaben beschert, treibt der Teufel mit dem Weinbauer
seine Scherze, geht um Sterntaler und Erdengutden die Sehnsucht und
das Leben der Menschen um Jungsein und Aelterwerden. aber das
Köstlichste ist das Wissen um die tiefsten Leiden des Mutterherzens.
So können wir dem Kind dies Buch in die Hand geben, damit es
daraus die Weisheit empfängt, wie Kinder mit Seifenblasen spielen,
in denen sich die Dinge der Welt spiogeln-
„Der Heiland der Welt" von Dr. I. Klug. Umfang 700 Seiten.
Ladenpreis in Halbkunstleder: Ennrdzahl 6,30 M., dazu die
üblichen Zuschläge. Schöningh, Paderborn.
Dieses Christusbnch des durch seine apologetischen Schriften
weithin bekannten Verfassers erscheint zur rechten Stunde. Die
Persönlichkeit Christi, des Größten aller Zeiten, übt gerade heute
eine magnetische Gewalt über Geist und Herzen Ungezählter ans.
Mren, den Menschen der modernen Zeit, will Klug durch Ein-
fulirung in das innere Verständnis der Evangelien Führer zu
Ehristus sein Das neue Heilarrdsbvch, die Frucht reichen Wissens
wrd tiefen relegrösen Erlebens, zeigt die bekannten schriftstellerischen
Vorzüge Klugs: große Klarheit, lebendige Darstcllilng und plastisch
schone Sprache.. Es wird in weiten Kreisen eine starke Wirkung
mrslösen und vielen wieder die Evangelien zu einer liebelt Lektüre
voll Geist und Leben werden lassen. Der Lehrerwelt wird dieses
»^s^Elliuch neben der eigenen seelischen .Bereicherung ein vor-
zugltches Mittel zur Vertiefung und Belebung des Religionsunter
richtes fern. Eckh.
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r tl Vereinst« lender.
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Werklchrerserninnr Köln.
(Stastlich anerkaruit.)
Die neuen ein- und zweijährigen Lehrgänge beginnen am Montag,
dem 1. Oktober. Zweck und Ziel dieser Lehrgänge ist eine wisset!.
schaftUche, arbeikstechn!>che und unterrichtlich praktische Schulung der
Teunehmer, wie sie der Arbeitsschuigedanke im allgmneinen und der
Werkunterricht im besonderen erfordert.
Der w l s fl e n s ch a s t l i tij e n Einstellung dienen Vorle
sungen an der Universität über Psychologie und Pädagogik der Arbeit,
verbunden mit einem besonderen Praktikum, sowie Uebungen und Vor
trage am Seminar. Alle Teilnehmer werden als Gasthörer an der
Universilät eingetragen, sie können sich aber auch, sofern sie beurlaubt
sind, was ja bei allen Teilnehmern des einjährigen Lehrgangs zutrifft,
immatrikulieren lassen.
Die praktische Einführung in die Gebiete der
Technik steht im Mittelpunkt und findet vordringlich Berücksickit--
gung. Sie erstreckt sich auf alle Gebiete Werktätigen Schaffens in d
Schule: Zeichnen, Formen, Schrift, Holz-, Pappe-. Papier-, Meta.-
bearbeitung. Apparatebau, tier- und pslanzenbiologisthe Uebungen und
Schulgartenarbeit. Als Richtschnur dienen die Leitsätze der Reichs
schulkonferenz und die inzwischen ergangenen Mitiifterialerlasse.
Zur unterricht spraktischen S ch u l u u g sind alle Teil
nehmer zu einer Arbeitsgemeinschaft zusanimengeschlossen als eine Ge
meinschaft Gleichgesinnter und Gleichftrebendcr, deren Aufgabe eS ist,
die Grundsätze des schaffenden Lernens im Arbeits- und Werkunterricht
auf ihren Wahrheitsgehalt, ihre Berechtigung und ihre Durchführbarkeit
zu ergründen 'nach der didaktisch-pädagogischen Seite auch m eigenen
unterrichtlichen Uebungen und Unterrichtsbesuchen.
Zur Teilnahme an den Lehrgängen werden wissenschaftliche und
technische Lehrkräfte an Volks-, mittleren und höheren Schulen zuge
lassen, auch Kindergärtnerinnen, Jugendpslegex und Jugendleiterinnen,
soweit noch Arbeitsplätze vorhanden sind. Ueber die Aufnahme erfolgt
besondere Mitteilung. Außer den ein- und zweiiährigcn Lehrgängen*
finden statt: zwei Lehrgänge für Klassenzimn^rtechttiken vom 16. Sep.
tember bis 13. Oktober und vom 4. Februar bi? 16. März, ein Lebr.
gang für Papparbeit und Buchbinden vorn 11. November bis 21. Dez.
Anmeldungen zu allen Lehrgängen werden jetzt schon entgegen
genommen. Sie sind an das Werklehrerseminar, Köln, Im Dau 7. zu
richten. Ausführliche Arbeits- und Unterrichtspläne. sowie nähere
Auskunft durcd die Leitung. ES wird gebeten, alftn Anfragen das
Rückporto beizufügen.
Sarmuelkäplein.
F. S. 50,— M, Direktor Ritzel, Fulda 300— Nt., Lehrer Jehu,
Bronnzell 100,— M., N. N. 24,40 M., Bezirksverein Rasdorf 686,—
Dürr?. Lehrer Geßner, Eichenzell 105,— M., Scminardirektor a. D.
Dietrich. Fulda 1000,— M., Haupftehrer Roll, Niederklein 16,—
Bezirtzverein Oberhesten 3550,— M., Bezirksverein Hofenfeld l4ft^M
Mark, Nehrer Heidt, Flieden 3000,— Mk.. Seminardirektor a. D
Dietrich, Fulda 15000.— M. Zusammen 25 303,40 M.
Fulda, den 21. Juli 1923. Franz Schmidt.

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