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«Kafholifche Zcifjchriff fur&vziefiung und 'Bildung:
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Haupkblatt dep IweigverbStlde des JCaffi. CeSrecDeeSandes des DeuMrn Sclefi?s: Vrami/eKiverg,
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SFfi« Westfalen: gfovifefiung de« Pädagogischen Woche.
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Inhalt: JnS neue Jahr. — Berufspsychologie und Schule. — Aufhe bnng de» Konrektorat». — Festsetzung der Stundengeldsätze für neben
amtlichen Unterricht cm Berufsschulen usw. — Aus den Vereinen. — Verfügungen. — Au» bet Pfalz. — Die» und da», VcreinS-
tcuenöcr. — Vom Büchertisch. — Anzeigen.
2. 5aftrgang
Sams sag, den 6. Januar 1923
Stummer 1
^^‘§4*^-' **^1*“—■
Ins neue Jahr.
4 ewaltig dröhnt durch uns're Tage
Der harren Arbeit schrilles Lied.
Maschinen stöhnen, Räder sausen,
Regsamkeit! Wohin man sieht,
Ein nimmerendendes Gestalten,
x —Titanenhaftes Kraftentfalten.
Der Lärm des Tages überwachtet
Der Seele heißen Sehnsuchtsdrang
Rach dem, was unvergänglich thronet
Hoch über Zeit und Menschenzwang.
Was für die Erde, wird «ergehen,
Nur Ewiges wird fortbestehen.
Mehr Seele in das Tun der Menschen,
Mehr Streben nach Unsterblichkeit!
All uns're irdischen Erfolge,
Sie seien Gott dem Herrn geweiht!
Hell müssen Gottes Sternlein blinken,
Damit wir nicht in Nacht versinken!
Ins neue Jahr mit Gottgedanken,
Mit Sinn für alles, was erhebt!
Wer sich dem Irdischen verschrieben,
Der hat fürwahr nur halb gelebt.
Wer dienen will den höchsten Zwecken,
Muß sich erhab'ne Ziele stecken!
Frr. Matt-
Berufspsychologie und Schule.
Versuch einer Abgrenzung von psychologischem Experiment (Psycho-
technik) und Lehrerurteil im Dienste der Berufsberatung.
Von Dr. H. Langenberg, Landesberufsamt, Düsieldorf.
Vor kurzem hatte ich Gelegenheit, auf einer größeren KrelS-
lehrerkonferenz zu sprechen über: Die Schule im Dienste der
Berufsberatung. Ich streikte dabei auch die Frage: Psychologisches
Experiment und Lehrerbeobachtung in der Schule. Dabei scheine
ich von einem Teil der Lehrerschaft mißverstanden worden zu sein,
wenigstens betonte der Kreisschulrat mir gegenüber in einer späteren
Zuschrift, daß eS sich bei den psychologischen Berurseignungs-
Prüfungen um neuere „Ersatzwege" handele, auch ständen namhafte
Männer der Wisienschaft dem Experiment heute noch sehr skeptisch
gegenüber. Stuf diesem Gebiete müsse die Lehrexbeobachtung viel
mehr in den Vordergrund treten. — Langjährige Schulpraxis so
wie meine Erfahrungen als Assistent am Psychotechnischen Institut
des Bcrufsamtes der Stadt Köln dürften mir die Berechtigung
geben, mich einmal ausführlich zu dieser Frage zu äußern.
Wenn man Gelegenheit hat, in einem stillen, philosophischen
Seminar die langen Reihen aufgestapelter Bände pädagogischer
Psychologie und experimenteller Pädagogik zu betrachten, so drängen
sich einem zwei Fragen auf: 1. Wieviel dieser Schätze werden für
die Praxis gehoben? 2. Wie ist cs möglich, immer wieder von der
mangelnden psychologischen Vorbildung der Lehrer zu höre»?
Diesen Mangel findet man meistens betont von Leuten — leider
auch von maßgeblichen Stellen —, die in den inneren Schulberried
kaum hineingeschaut haben dürsten. So möchte ich folgenden Satz
der Vorsteherin der Auskunftsstelle für Berufsberatung am Zentral-
institut für Erziehung und Unterricht in Berlin, Dr. Hildegard
Erdmann-Rauschning, festhalten: „Die Beobachtung der Schüler
nach Anlagen und Neigung ist vielfach noch nicht lehr entwickelt, da
den Lehrern an Volks« und Mittelschulen die psychologische Vor*
bildung fehlt." Dieser Satz soll nach der „Täglichen Rundschau"
(1. August 1922) im 3. Jahrbuch dieses Instituts stehen. Darnach
dürften sich die Lehrer der höheren Schulen dem Urteil des Un*
befangenen wohl als besser psychologisch vorgebildet betrachten. -
ES liegt mir fern, eine Lehrergruppc besonders hervor-n-
heben. Das hieße einen leider bestehenden Gegensatz vertiefen, den
wir zu überbrücken allen Grund hätten. Es ist immer eine mißliche
Sache, Werturteile über einzelne Berufsgruppen zu geben Daß
aber obige unausgesprochene Behauptung der besseren psychologischen
Vorbildung der Philologen nicht zu Recht besteht, kann nur der Ein
geweihte ermessen, her die „pilosophischen" Examensnöte de- sprach-
historisch oder naturwissenschaftlich eingestellten Studenten der
„philosophischen Fakultät" kennt. Die Kräfte des Philologen werden
eben während seines Studiums vielfach aufgezehrt bei der Durch
dringung des ungeheuren Wissensstoffes, d-n er zu bewältigen hat.
Er spk^ialissert sich auf seine Fakultäten und kommt meist erst in
seiner späteren Praxis zur intensiven Beschäftigung mit psychologi*
scheu Fragen. Auch glaube ich gefunden zu haben, daß der Philo»
logiestudent, wenn er sich der Psychologie widmet, die Beantwortung
rein wissenschaftlicher Cinzelfragen bevorzugt, also das reine For-
fchungserperiment, während die Forschungsueigungen des Päda
gogen mehr auf die Praxis abzielen. Der Lehrer, der sich m
Pädagogik weiterbildete, war schon immer bestrebt, den Fragen der
Erziehung und der wissenschaftlichen Nnterrichtsmethodik schärferes
Augenmerk zuzuwenden. So kam er von selbst zur pädagogischen
Psychologie. Schauen wir einmal näher zu, wer in der
pädagogischen Psychologie all die kleinen Bausteine dem
wissenschaftlichen Systematiker zusammengetragen hat. Wieweit
wäre der pädagogisch-psychologische Forscher in seinem hermetisch
verschlossenen Laboratorimu gelangt, wenn der Volksschullehrer seine
Fragestellungen nicht in der Schulklasse an den Kindern zu beant
worten gesucht hätte! Die eifrigsten Mitarbeiter Memnann? waren
Volksschullehrer, im Sternscken Institut in Hamburg sind sie eS
noch soeben kündigt der Kieler Professor Wittmann eine ganz«

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