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Sprechstelle der Redaktion.
eines Lehrbuches der Pädagogik durch, etwa von C. Krieg (in der älteren Bearbeitung)
und von dem Schweizer Seminarprofessor Dr. Meßmer. Beachten Sie auch, wie Willmann
als Philosoph und Philolog eine andere Charakteristik des Denkens zeigt, als sie uns in
pädagogischen Werken von geschulten Theologen begegnet. ,Pharus' muß wohl den ver
schiedenen Richtungen noch Rechnung tragen, wenn es natürlich auch wünschenswert erscheinen
mag, daß sich allmählich eine gewisse Einheitsauffassung wenigstens in der Grundrichtung
des pädagogischen Denkens und damit auch des pädagogisch-literarischen Arbeitens ein
stellen würde. — H. tj. H., Botin. Den Gedanken einer eigenen Zeitschriftenschau
haben wir wiederholt in Erwägung gezogen, zumal die Reichhaltigkeit des Zeitschriften
schrankes in unserer Redaktion (zirka 250 laufende Zeitschriften!) genügend Material dazu
böte! Aber technische Schwierigkeiten schreckten immer davon ab. Ein Blick in die Ent
wicklungsgeschichte der pädagogischen ,Literaturblätter' würde zeigen, wie von Zeit zu Zeit
immer Ansätze zu solchen — für die Förderung der Pädagogik und der Pädagogen gleich
wünschenswerten — Unternehmen gemacht wurden, aber selten lange fortgeführt werden
konnten. Im Cassianeum selber wurde schon von 1870 bis 1898 ein pädagogisches Literatur
blatt herausgegeben, mußte aber eben aus technischen Schwierigkeiten, die mit dem Wachsen
der pädagogischen Literatur immer größer wurden, schließlich doch aufgegeben werden. Die
von Ihnen gewünschte kurze Kennzeichnung der einzelnen Artikel würde ein Aufgebot an Zeit
und geistiger Arbeit erfordern, das kaum im Verhältnis zu den Ergebnissen der Mühe stehen
würde; selbst wenn wir an eine „Zeitschriftenarbeitsgemeinschaft" denken wollten, würde die
Idee an der Finanzfrage scheitern. Dazu wäre ein eigenes Organ nötig. Es wird Sie inter
essieren, daß vor kurzer Zeit ein Ihrer Forderung nahekommendes Unternehmen zu ver
zeichnen ist unter dem Titel ,Zentralblatt für Psychologie und psychologische Pädagogik'
(mit Einschluß der Heilpädagogik), herausgegeben von Privatdozent I)r. W. Peters (Würz
burg) unter Mitwirkung von den Dozenten Carleton Bell, Bühler, Jsserlin, Kiesow, Krogius,
Marbe, Menzerath, Meumann, Ranschburg, Thorndike und Watt (Würzburg, C. Kabitzsch,
jährlich 10 Hefte — 1 Band im Umfang von 30 bis 40 Druckbogen, 8 Mk). Das Zentral
blatt will eine Sammelstelle sein, an der man sich in knappen sachlichen Referaten rasch
über Ziel und Ergebnisse aller neuen Untersuchungen, über den Inhalt aller neu erschienenen
Monographien und Gesamtdarstellungen, über das für den Psychologen und Pädagogen
Wichtige aus den Nachbargebieten (Psychiatrie, Physiologie, Schulhygiene usw.) orientieren
kann. Es wird zunächst nur informierende, nicht kritisierende Referate bringen. — ,Pharus'
steht bereits im Tauschverkehr mit dem ,Zentralblatt'. — Kn die Abonnenten. Um in
die Strenge der übrigen Artikel etwas Milderung zu bringen, haben wir uns entschlossen,
von der nächsten Nummer ab mit dem Abdruck eines auch literarisch wertvollen päda
gogischen Romans zu beginnen. Der Verfasser ist französischer Jesuit; die französische
Ausgabe hat schon im ersten Jahre drei Auflagen erlebt. Der Roman spielt sich in
spanischem Milieu ab; der Autor greift packende Momente aus der seelischen Entwicklung
eines von seinen Eltern der Dienerschaft überlassenen Jungen heraus, verfolgt die Entwick
lung desselben im Internat, läßt uns erhebende Blicke tun in das Ringen eines Präfekten
um die Seele dieses verwilderten Jungen, dessen Sehnsucht nach einem Zeichen der Mutter
liebe zu einer erschütternden Tragik am Erstkommuniontage und Louis, den Jungen, in die
Besserungsanstalt führt — ob mit Aussicht auf Erfolg?
Zur gefälligen Beachtung. Mit 1. Juli beginnt ein neues Abonnement und
werden deshalb alle diejenigen verehrten Abonnenten, welche den ,Pharus' durch die Post oder
eine Buchhandlung beziehen, höflichst gebeten, das Abonnement für das zweite Halbjahr
noch vor Ablauf des Monats Juni zu erneuern, damit in der Zustellung der Zeitschrift keine
Unterbrechung eintritt. Bei direktem Bezüge von Donauwörth ist eine Bestellungs-Er
neuerung unnötig, da die Zusendung, falls nicht eine Abbestellung erfolgt, weiterhin geschieht.
Die Expedition.
Herausgegeben von der Pädagogischen Stiftung Cassianeum in Donanwörth.
Verantwortlicher Chefredakteur: Josef Weber in Donauwörth.
Mitglieder der Redaktion:
Ludwig Auer sen., Direktor des Cassianeums; Ludwig Auer jun., Direktor der Erziehungsanstalt für
Studierende des kgl. Progymnasiums in Donauwörth; I. B. Dürmüller, Redakteur in Donauwörth;
Eugen Erdner, Kämmerer und Pfarrer zu Heilig-Kreuz in Donauwörth; I. B. Föhr, Pfarrer und kgl.
Distriktsschulinspektor in Oberndorf bei Donauwörth; J.Traber, Bibliothekar am Cassianeum und Stadt-
archivar in Donauwörth; vr. Joseph Ungewitter, Direktor des Knabeninstituts Heilig-Kreuz in
Donauwörth; Alois Wagner, Benefiziat in Augsburg.
Druck und Verlag der Buchhandlung Ludwig Auer in Donauwörth.
Nachdruck sämtlicher Beiträge untersagt.

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