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mütterlichen Berufe hat das Recht an das innerste Reich des Menschen.
Ihre Mütterlichkeit in höherem Sinne ist ihr Leitstern.
Fräulein Schmitz, unsere erste Vorsitzende, dankt für die vielen
lieben Worte der Begrüßung. Sie kennzeichnet unsere hauptver-
sammlungen als Familienfeste, an denen wir unsere treukatholische
Gesinnung zum Ausdruck bringen.
Die Begrüßungsversammlung wurde verschönt durch Darbietungen
der Ronzertsängerin Fräulein Ulara Rortz aus Gberhausen. Ihr
„halleluja" von Hummel erweckte in allen Suhörern sieghaftes pfingst,
vertrauen.
Abends 7 Uhr fanden zu gleicher Zeit Sitzungen der Abteilung
für höhere Mädchenbildung und des Bundes -er Lehramts-
bewerberinnen statt. Die Berichte darüber erscheinen in der
Müdchenbildung und in der Jungen Lehrerin.
Pfingstmontag.
vormittags io Uhr: Erste öffentliche Versammlung.
Leitung: Fräulein Hauptlehrerin Sturm, München; Schriftführerin:
Fräulein Rrand, Düsseldorf.
Die erste Vorsitzende des v. k. d. L., Fräulein Schmitz, eröffnet die
erste öffentliche Versammlung mit dem christlichen Gruße und
begrüßt dann mit warmen Worten die Vertreter der geistlichen und
weltlichen Behörden, vor allem den hochwürdigsten Herrn weih.
bischof Dr. Sproll, Herrn Gberregierungsrat Dr. Kottmann, Fräulein
RegierungsrätN Dr. Vollmer und die Mitglieder der Parlamente
des Reichs und der Länder unter den Gästen und Vereinsmitgliedern.
Ihr Gruß gilt sodann allen von nah und fern erschienenen Vereins,
fchwestern, besonders denen, die infolge der Ungunst der politischen
Lage nur mit großen Beschwerden den Besuch der Hauptversammlung
ermöglicht hatten, und gedenkt auch aller, die infolge der gerade
kürzlich eingetretenen hinderniffe nicht erscheinen Konnten. Sodann
entwickelt Fräulein Schmitz Ziel und Rufgaben unseres Vereins. Sie
schließt mit dem Wunsche, daß die Tagung in solch schwerer Seit es
als ihre Hauptaufgabe betrachten möge, beizutragen zur seelischen
Erneuerung des Volkes.
Ruf Vorschlag der vereinsleitung übernehmen folgende Damen
die Leitung der einzelnen Versammlungen: Fräulein Sturm, München;
Fräulein Stoffels. M. d. pr. L.; Frälüein heinen, Barmen; Fräulein
Bochnig, Laurahütte; Fräulein Fritz, Schwäb.. Gmünd; Fräulein
Badenberg, Steele und Fräulein Reitling, Elberfeld; folgende Damen
die Protokollführung: Fräulein Vogt, Thale a. h.; Fräulein Rrand,
Düsseldorf; Fräulein May, Rrefeld; Fräulein Sander, Thale a. h.;
Fräulein wiederholt, Hannover; Fräulein Reitling, Elberfeld; Fräu.
lein wilkens, z. 3. Berlin und Fräulein Rnoffalla, Berlin. Die
weitere Leitung der ersten Versammlung übernimmt nun Fräulein
Simm, München. Sie bittet zunächst den hochwürdigsten Herrn
Weihbischof, einige Worte an die Versammlung zu richten. Dieser
überbringt Grüße des hochwürdigsten Herrn Bischofs Dr. v. Reppler
und spricht warme Worte über den wert und die starke Macht
einer sittlich-religiösen Persönlichkeit im Erzieherberuf, die ihr voll
endetes Vorbild in der Person Christi findet, und schließt mit dem
Wunsch, daß die Tagung segensreich für alle werden möge.
Sodann übermittelt Frau Regierungsrätin Dr. Vollmer die Grüße
und wünsche des württembergischen Rultusministeriums und des
Staats Präsidenten, der durch eine auswärtige Verpflichtung am per
sönlichen Erscheinen verhindert ist.
Frau Gemeinderätin Rrmbruster begrüßt die Versammlung im
Namen der Stadtverwaltung von Stuttgart, die das größte Interesse
für die Berufs- und Standesfragen der Lehrerinnen habe.
Fräulein Sturm spricht allen Rednern herzlichen Dank für die
lieben Worte der Begrüßung aus.
hierauf erstattet Fräulein Mleinek, Berlin, einen Bericht über
die Vereinsarbeit des letzten Jahres?
Dann gibt Fräulein Sturm die inzwischen eingelaufenen Be
grüßungsschreiben bekannt. (Rn den übrigen verhandlungstagen
liefen noch weitere Schreiben ein, u. a. vom Reichsministerium des
Innern und von den Rultusministerien von Preußen, Bayern, Baden,
heffen und Oldenburg. Sehr erfreulich ist auch das Interesse für
* BU kurzen Ausführungen werden hier übergangen, da di« Wochen-
fchrist den ausführlichen Jahresbericht bringt.
den v. k. d. L., das der deutsche Episkopat in den Begrüßungs
schreiben an den Tag legt.)
Sodann werden mit Genehmigung der Versammlung Begrüßungs-
telegramme abgesandt an den hl. Vater durch den päpstlichen
Nuntius, sowie die Rardinäle Schulte und Bertram und an Bischof
v. Reppler von Rottenburg.
Es folgt der Vortrag von Fräulein Fritz, Gmünd: «Die katho.
lische Lehrerin und die Schule?
Nachdem Fräulein Sturm Fräulein Fritz den Dank der ver-
sammlung für ihren inhaltreichen Vortrag ausgesprochen hat, schließt
sie die erste öffentliche Versammlung.
Nachmittags S Uhr: Erste Mitgliederversammlung.
Leitung: Fräulein E. Stoffels, M. d. pr. L.; Schriftführerin:
Fräulein May, Rrefeld.
Ver Delegiertenaufruf ergibt die Rnwefenheit von 140
Delegierten.
Es stehen zur Behandlung die Volksschulfragen:
Unsere Forderungen zur Umgestaltung der volrrfchullehrerlnnenbNdnvg.
Fräulein Schmitz berichtet über die vorarbeiten: 3ur Bearbeitung
der Lehrerbildungsfrage sind zwei Rurschüffe gebildet worden, von
denen einer in Berlin, der andere in Loblenz seinen Sitz hat. In Berlin
sollten die Fragen der Organisation der LehrerbUdung, in Loblenz
die Frage des Bildungsstoffes bearbeitet werden. Rts Ergebnis der
Berliner Russchußarbeiten liegen die in der Wochenschrift vom 5. Mal
veröffentlichten Leitsätze vor. Sie sollen zunächst jetzt in der Haupt-
Versammlung und dann in den Bezirksvereinen besprochen werden.
Bis zum 1. Rugust mögen der Hauptgeschäftsstelle Meinung« äuße.
rungen zugesandt werden. Rn diesem Zeitpunkt gelten die Richt-
linien als angenommen, wenn sich kein beachtenswerter Widerspruch
erhoben hat, andernfalls werden die Leitsätze einer erneuten Prüfung
unterzogen.
Dann tritt die Versammlung in die Besprechung der Leitsätze ein.
1. Dauer der Berufsausbildung. Es ergibt sich eine
Meinungsverschiedenheit darüber, ob die Berufsausbildung zwei oder
drei Jahre dauern soll. Nach kurzer Besprechung wird die Rb-
stimmung über diesen Satz bis zum Schluß ausgesetzt.
2. Grt der Rusbildung. Der vorgeschlagene Leitsatz lautet:
„Für die Berufsausbildung sind konfessionelle pädagogische Uni-
versitätrfakultäten zu erstreben. Solange und wo diese nicht zu
erreichen sind, erfolgt sie an selbständigen, konfessionellen, pädago
gischen Hochschulen, die tunlichst mit einer anderen Hochschule in
Verbindung stehen." -
In der Debatte wurden Bedenken geäußert, den ersten Satz in die
Leitsätze aufzunehmen, da gegnerische Rreise daraus wohl die Forde
rung der Universitätsbildung, nicht aber die des konfessionellen,
pädagogischen Charakters der Lehrerbildung herauslesen würden.
Fräulein Schmitz und andere weisen daraus hin, daß der erste
Satz Grundsätzliches enthalte und wir den Mut haben müßten, gründ,
sätzliche Forderungen auch ohne Rücksicht auf sofortige praktische
vurchführungsmöglichkeiten aufzustellen.
Es gehen aus der Versammlung Abänderungsvorschläge ein, die
den ersten Satz etwa folgendermaßen fassen wollen:
„Solange wir keine konfessionellen, pädagogischen Universitätr.
fakultäten haben, erfolgt die Berufsausbildung an selbständigen, Kon.
fessionellen pädagogischen Hochschulen, die tunlichst mit einer anderen
Hochschule in Verbindung stehen." von einer Seite wird festgestellt,
daß die Idealforderung der deutschen Ratholiken die katholische
Universität sein müffe, nicht einzelne Universttätsfakultäten. von
anderer Seite wird unterstrichen: als oberster Grundsatz in unseren
Leitsätzen gilt die konfessionelle pädagogische Rusbildung.
weiter geht der Rntrag ein: „Weltanschauungsprofessuren für
Pädagogik sind zu erstreben."
Nach dieser Kursprache wird beantragt, nur noch das in der
Versammlung zu besprechen, was von den Hamburger Leitsätzen zur
Lehrerinnenbildung abweicht, dann die Leitsätze einem Russchuß zur
etwaigen Umbildung zu überweisen unter 3ugrundelegung des in
der Besprechung gewonnenen Materials und die neue Fassung den
Mitgliedern in der letzten Mitgliederversammlung vorzulegen. Der
Rntrag wird angenommen und der Ausschuß gebildet.
» Ver Wortlaut folgt in eiUer der nächsten Nummern.

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