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D
Inhaltsverzeichnis: Müller, Zeit- und Berufsgedanken zum dankbaren
Gedächtnis an paulins Werber. 3um zweiten Todestage S. 177. perl,
Eine venischsiunde im siebenten Schuljahr mit besonderer Berücksichtigung
des Krbeitrprinzips S. 178. pädagogische Rundschau: Zürn Reichsschul
gesetz. Grrrndsätze über Einrichtung und Gebrauch des Lesebuches. Rus
der Zeit: 3ur Schulnot im besetzten Rhein-und Ruhrgebiet. Amtliches:
Zahl der Kufrückungsftellen der Gruppe 3. Verleihung von Kufrückungs-
stellsn. Tätigkeit der Lehrerräte. Zuschüsse zu den Umzugskosten. Reise-
und Umzugskosten. Ausfallen des Unterrichts. Befreiung vom Turnunter
richt. Warnung der Schüler vor dem Spielen mit Streichhölzern usw. Aus
unserem Verein: 6n alle Vereinsmitglieder. Verantwortung. 3umVereins
beitrag. Bezirks, und Zweigvereine. Reiseaustaufch. Merktafel.
Stellenvermittlung.
Seit- und verufsgedanken
zum dankbaren Gedenken an Pauline herber.
Sm» zweit«» Todestage.
von Maria Müller, Trier.
Die Unsterblichkeit der Seele ist eines der tiefsten und trost-
vollsten Mysterien unseres Glaubens, wenn uns Angst umschleicht
und peinigt, daß der Tod uns abberufen könne, ehe wir den Sinn
unseres Seins erfüllt härten, dann verstummt das Bangen vor dem
gläubigen Aufblicke auf unser wanderziel in den weiten ewiger
Vollendung. Und wenn liebste Menschen uns voranschreiten durch
das dunkle Tor zum Jenseits, lösen sich die Tsualen des Schmerzes
nur in dem hoffen auf eine dsreinstige Begegnung in einer lichteren
Daseinsform.
Uber es ist auch etwas Großes und Geheimnisvolles um die
Fortpflanzung eines Namens von Generation zu Generation, von
Jahrhundert zu Jahrhundert. Es ist ein Gradmesser für die Größe
und - die universelle Bedeutung einer Persönlichkeit, wie weit die
Tragkraft treuen Gedenkens, bewundernder Liebe und lebendiger
Nachahmung reicht. Die irdische Form der Unsterblichkeit ist der
Dank der Nachwelt an ein Menschenleben, das seine Lichtstrahlen
richtunggebend über einen breiten Lebenskreis aussandte.
Es steht uns nicht an, heute schon einen endgültigen Wertmaß-
stab anzulegen an die Persönlichkeit der teuren verstorbenen, deren
Todestag zum zweitenmal wiederkehrt. Der Schmerz um ihr Scheiden
ist noch zu frisch. Die Innigkeit des Zugehörigkeitsgefühles zu pauline
Werber ist noch zu persönlich, als daß wir den nötigen Abstand zu
einem objektiven Urteil ausbrächten. Uber eines steht in unserer
Macht, eines ist sogar Pflicht, eine liebe herzenspflicht für uns
Frauen und Lehrerinnen, darüber zu wachen, daß pauline herber
in unserem innersten Sein, in unserem Verein, unter unseren jungen
Amtsschwestern, in kath. Frauenkreisen und vor allem auch in der
weiblichen Jugend weiterlebt, und daß, soweit es an uns liegt, ihr
Uaine nicht wie so viele einst Klingende Namen untertaucht in dem
Dunkel des vergessens, in dem Gewirrs unserer Tage.
pauline herber mußte sich Bahn brechen durch schwere Lebens-
stürme hindurch, wer auf dem Aufstiege zu einem weitspannenden
Beru-swirken so plötzlich halt machen mußte, wer die noch übrig
gebliebenen Lebenskräfte sammelte zu einem Werke, das noch kein
Vorbild hatte, wer jahrzehntelang den Uampf in sich erlebte zwischen
einem gebrechlichen, leidenden Uörper und einem starken, hoch-
fliegenden Geiste, der konnte nur durchhalten und sichen mit einem
unverwüstlichen Lebensglauben, mit dem Glauben an eins höhere,
bessere Welt als die gegenwärtige Welt mit all ihren Erbärmlich
keiten, Entbehrungen, Enttäuschungen. Nur eine solche Lebenskraft,
wie sie in paulins Herders Seele glühte und wirkte, Kann auf
bauend eingreifen in die furchtbare Not unserer Zeit. Die (Quellen
der Ewigkeit fließen auch uns, die Lichtstrahlen aus der höhe der
Gotteswelt treffen auch unsere Seele, wenn wir sie wie unsere ge
liebte verstorbene weit öffnen in Glauben und hoffen.
pauline herber ist tot; aber ihr Werk lebt, und wir sind die
Träger dieses Werkes, wir künden der Welt, die immer mehr im
Ichwahn, im Flusse des Mammons zu versinken droht, daß heute
noch eine große Schar von Berufsmenschen zusammengehalten wird
durch die Idee, daß eine mächtige Vereinigung von Lehrerinnen in
allen Teilen unseres Vaterlandes unentwegt an dem Motto festhält,
das eine schlichte Lehrerin vor Jahren in unsere Reihen gerufen
hat: „Die Uraft der Iugend, Treue dem Vaterlands, Gott das
herz." vielleicht ist es der Geist der verstorbenen, der heute stärker
als je treibt und drängt, die tieferfaßte christliche Gemeinschastridee
in mannigfachen Formen immer bewußter und begeisterter in unserem
Vereine und darüber hinaus in der deutschen Volksgemeinschaft zu
verwirklichen.
wenn heute hinter den älteren Lehrerinnen eine jüngere Schwestern
schar steht, die besonders hart von der Wucht der Zeit getroffen ist,
und die trotz aller Hemmungen, trotz einer langen öden Wartezeit
dem Berufe innerlich treu bleibt, noch die Schwungkraft aufbringt,
mit ihrem jungen Fühlen und Freuen die Vereinszusammenkünfte
zu beleben, dann zeugt dies auch dafür, daß einst feine Fäden des
Verstehens und der Geflnnungsgemeinschaft zwischen Pauline herber
und den Führerinnen der Junglehrerinnen webten, war doch die
Zeitschrift „Die Iunge Lehrerin" ein Lieblingskind der treu besorgten J
Mutter im Heime zu Boppard. Diese geistige Mutterschaft breitet
gewiß auch heute aus der Ewigkeit ih"»e schützenden Schwingen über
die tapfere Schar der Rammenden und der werdenden, wie immer
sich auch das Los unserer Schwestern gestalten mag, das Leben wird
auch ihnen einmal seine verborgenen Tiefen und Schönheiten er-!
schließen: es wird ihren Glauben nicht trügen, wenn sie wie bisher!
verehrend aufschauen zu ihrer mütterlichen Hüterin und Führerin in
einem höheren Leben.
vielleicht sind gerade unsere kampfesmutigen und hochstrebsnden
Junglehrerinnen mit berufen, im Sinne pauline herbers Frauen
würde in einer Zeit zu erhalten, wo alles darauf hinarbeitet, der
Frauen heiligste Güter zu erschüttern. Nichts ging der verstorbenen
so nahe, als wenn sie sah, daß in einer Zeit, wo die Frauen wie i
Judith sich in das Gewand der Trauer hüllen, und in todesmutigem
Ringen der „Menschheit würde" aus der Erniedrigung retten sollten,
sich so weit vergaßen, daß sie ihr Frauensein, ihre Reinheit und
Hoheit mit Füßen treten ließen, viele unserer Jugendlichen wiffen
es, daß der tiefste Sinn der Frauenbewegung darin liegt, in edler
Selbständigkeit, unter höchsten ethischen und geistigen Forderungen
ihr Frauentum von innen heraus zur weiblichen Persönlichkeit zu
formen und sie zu krönen mit der unsichtbaren Ürone einer un
antastbaren Weiblichkeit.
Aber bei aller Würdigung der Selbstbehauptung, für die pauline
herber immer mutig eintrat, dürfen wir doch nicht außer acht laffen,
daß gerade pauline herber die letzte wesenstiefe der Frau in der

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