Lehrgegenſtände der Volksſchule.
11) Geographigs4 „ 42). Geſchichte, 13) Naturlehre,
14) Singen, > : t Einiges flir das halbe
„.. ZM 4 „br.30-4. Itaturgeſchichte, Welt-, vater-
3074: G Pichte, Sedlentehre, Obſtbäitmzucht und
Gartenbauy,.. In der allgemeinen (Schleswigſchen)
Scujordnung Perden Tt Unterrichtsgegenſtände ges
naut... Wollen Sie es noch mannigfaltiger ſehen? -=
Dies iſt die Lectionstabelle für eine ganz gemiſchte Schulr
währeud- eines Halbjahres: 1) Religion, '2) Formenlehre
und.Sczxeiben, 3) Täfelrechnen, 4) moraliſche Erzählun-
geiz, 35 Leſeübpügen., 6) deutſche Sprache, 7) Ziffern:
ſchzpihen, 8) Shpuſchreiben, 9) Anſchauungsübung,
109) Kopfrechnen, 41) Sangücbung, 12) Wörterauf:
löſen, 43) ſchriftlihe Zahllibungen, 14) Denkübung,
15) Naturlehre, 16) Aufſaß aus der Naturlehre, 47)
vibliſche Geſchichte, 18) Sangübung, 19) Anleitung
zu geſchichtlichen Aufſäken, 20) vaterländifche Geſchichte,
21) DictandoſeHreiben. Gleichfalls iſt hier nicht alles
Begehrte. . „Wenn mit einigen Nebenſachen ſo weit ge-
ngen wird;- das kann. nicht anders als für die Haupt-
ſa<ße nachtheilig ſein, == In- einer“ andern Richtung
meines Schluſſes; Weyn die Lehtet ſo viel gelehrt
wird. auf .den Seminarien, wie in den Zeugniſſen vor-
liegt, fo werden ſie ihr Erlerntes auch anzubringen nicht
amterlaſſen. Wenn die Lehrer ſo viel wiſſen, daß ſie
ſich den Gelehrten zuzählen dürfen, ſd werden ſie das
Clementariſche und Medaniſche dex Schule mit wenig
Luſt.treiben.“" nn Wr =
Val. äuch H. F., F. 'SiFXel dis Bedeutſamkeit der
wechſelſeitigen Schüleinrizturng. Erfurt, 1839. S. 67.
H. L. E. Reuter über den gegenwärtigen Zuſtand der
bäuslichen :und. öffentlichen. Erziehung u. f. w. Cſſen,
1833. &. 27 f. -- ünd (v., Hippel) Sendſchreiben
über einige Mängel dex preuß: Schulverwaltung u. ſ. w.
Bromberg, 18409. (S. 57) *).
Man forderte nun hier Verweiſung des einen Lehr-
gegeuſtandes=qus der Volksſchule, dort Beſchränkung
eines andern. == Sogar die Schreibkunſt wollte
man wieder - aus. der Dorfſchule verbannen, weil die
meiſten. Schüler es im Schreiben ohnedies nicht weit
bringen, der größte Theil däs Wenige bald wieder ver:
gißt, wohl auch die erlangte Fertigkeit zu Liebesbriefen,
Pagsquillen u.. dergl. gemißbräucht witd. (S. Ruh:
mer; : „Was nübt dem“ Bft "das Schreiben?“ in
Schuderofſs. Jahrbüchern. 1832. X1.“ Hft. 3). == Auch
in Schweden wirde uſilängſt. von den Reichsſtänden
das . Minimum. der Lehzgesſtfkände wieder auf Reli:
gionsunterricht, Leſäi und. Kireljengeſang zurü&geführt.
Anderwärts-.unterſchied . man“ zwiſchen“ Haupt- und
Nab.enge.genſtäuden, Unb Dezeichnete die lettern als
nicht-unbedingt nothwendig; zu diefen rechnete
man. iſe. (Mee Meter die ' gemeinnübigen
meiunübige Kenntniſſe)“. .
Will. man. ader die Fräge:
Kenntniſſe. : - (Mehr darüber f. in dem Art. „Ge«-
„welche Lehrgegenſtände Lommen der Volks:
ſc GREIFEN gan
*) Am leßten Orte heißt es: „Gründlicher Rekigionsunter»-
richt, Schreiben und Rechnen , die Grundzüge der vaterländis»
ſchen (im engſten Sinne) Geographie und Geſchichte und ſo
viel Naturkunde, als dazu gehört, um die täglichen Naturer-
ſcheinungen zu erklären und Heren= und Aberglauben auszurot-
ten , ſcheinen vollkommen hinreichend , um ein frommes , treues
knd für ſeinen Beruf geſchi>tes Landvolk zu bilden.“ .

mit Beſtimmtheit beantworten, ſo muß man dabei auf
den Begriff der Volksſchule zurüzehw; aus ihm nur
können die Unterrichtsfächer der Schule hergelxitet, durch
ihn nur als nothwendig. erwieſen werden.
Volksſchulen ſind“ diejenigen üffentlichen Unters
richtsanſtalten, welche fith die allgemeine und ins
ſonderheit die religiöſe Bildung der vaterläns
diſchen Jugend zum Zille geſest haben (ſ. ſächſ,
Elementar-Volksſchulengeſes)z ihr Zwe iſt demnach
die "Grundbildung des ſtändigen Menſchen im. Leben,'' (Denzel) oder, um es
mit Nebe außzudrü>eu: Aller Elementarunterricht
hat die Aufgabe, die Grundlage. für jede beſſere Men-
ſchenbildung in die Seele zu legen, ohne nähere oder
bedingende Hinweiſung durch den künftig etwa zu wäh-
lenden Beruf. Doch ſoll durch den Plan und die
Gründlichkeit dieſer Vorbereitung der beſonder3x Bos
ſtimmung des Lebens in jedem Falls nüklich vorgeap»
beitet werden. =- Dr, J. A. Nebe, der Scullehrerbes
ruf. 2. Aufl. Eiſenach, 1827. S. 139,
- Daraus ergibt ſich, welche Fächer als die we-
ſentlichen erſcheinen. Keine bunze vielbenannte
Reihe: einfac) und wohlzuſammenhängend die, welche
der Beſtimmung des Menſchen überhaupt, und dann
dem beſondern Berufe des Bürgers. und Landmanns
„angemeſſen ſind. == (Jedoch ohne dieſem lebteren Berufe
asſchließlich zu dienen, weßhalb denn Landwirth-
ſchaftslehre kein Unterrichtsgegenſtand der
Volksſchule ſein kann, ſondern einer beſondern Be-
rufsſchule zuzuweiſen iſt. . Auch Obſs- und Gartenbau
ſind nicht Sache der Volks-, ſondern nur der JIndu-
ſtrieſchule).
1) Nach der höchſten menſchlichen Beſtimmung un-
ſers Schülers iſt weſentlich: Unterricht und Anweiſung
zur Erkenntniß der ihrer Geſchichte und Lehre, Dies iſt Grunderfor-
derniß und Kern aller Schulbildung, weil der Menſch
durch das religiöſe Leden, welches nur von der rechten
Erkenntniß ausgehen kann, die höchſte und wahrhafteſte
innere Kraft und Würdigkeit empfängt, den Willen
zu bethätigen, um vor Gott und Menſchen das zu lei-
ſten und zu werden, was er ſoll.
Mittel hierzu und zugleich Zweige des Religions-
unterri Kindes angemeſſen zu vertheilen, ſind: die Lehren des
hange erläutert und erwieſen, nach der heiligen Schrift
und dem Katechismusz; beſtändige Mithilfe des Ge
dächtniſſes durch Erlernen der Lehrſäße des Katechis-
mus und der bibliſchen Hauptſtellen 3; =-- Unterricht in
der bibliſchen und Religions-Geſchichtez =- Leſen in
der heil. Schrift und dem Geſangbuche; --- Erlernung
„der Sonntagsevangelien (oder de<4 Bekanntſchaft mit
denſelben, in ſo fern ſie noch als Predigttexte dienen) z ---
Benutung der Sonntags- und Feſtpredigten, wie der
ſonntäglichen Kinderlehren; =“ Amweiſung zum Gebet.
2) Aks Mittel für die Bildung der geiſti»
gen Kräfte und deren fortwährende Uebung, ſind in
der Schule zu lehren:
2) Leſen, ſprach- und tonrichtigz
b) Rechnen --- Denk- und Tafelrähnens;
€) Schreiben -- Schön- und Rechtſchreiben.
Kenntniß der deutſchen Sprache und ihrer

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