Hartherzigkeit, =- Hauptmerkmalt.
Schriften, in denen, beſonders wo ſie zugleich religis
ſen Inbalts ſind, nur der Mangel an Klarheit der
Ideen, die Cinwickung ſeines Hanges zum Moyſticis-
» mus“ und ein oft ſchwülſtiger Styl zu tadeln ſind,
ſind folgende: 1 Dim
- Die deutſchen Volksſhulen. Berlin 1812. Vollſtändiger
Unterricht in "der deutſchen Sprache. 'Breslau 1814. Aus?
fährliche Darſtellung des Bell - Lancaſterſcgen Schulweſens.
Ebendaſ. 1819. Faßliche Anweiſung zum vollſtändigen erſten
Sprachunterricht. Ebd. 1818 und 1820. Erſtes und zwei-
tes Sprachbu<. Ebd. 1820 und 1823. Anweiſung zum
Rechnen. Ebd. 1817. - Das Leben des Hauslehrers Felix
Kaskorbi (ein pädagogiſcher Roman). Ebd. 1820. Handbuch
für das deutſche Volksſchulweſen. Ebd. 1820. Die Welt»
Funde u. ſ. w. 3 Thle. Ebd. 1820. Die Raumlehre oder
Meßkunſt. Ebd. 1822. Der Erziehung3- und Schulrath.
24 Hefte. Ebd. 1815-1820. Der Volksſ gänge. Halle 1824--1828. Die wichtigſten neuen Land = und
Seereiſen für die Jugend. 16 Bde. Leipzig 1821 -- 1832.
Die deutſ terricht im evangeliſchen Chriſtenthum. 2 Bde. Ebd. 1831.
Entwürfe zu Unterredungen zu Luthers Ueinem Katechismus.
2 Bde. Weißenfels 1834-- 1837. Erbauliche Betrachtuns-
gen über denſclben. Braunſchweig 1835. Friſches und Fir-
nes, (über Waſſerheilkunde und Lehrerbildung). 2 Wände.
Eisleben 1835--1837. und das Weißenfelſer Sc nar. Berlin 1833. worin er auch eine Skizze mit ſeiner Selbſt-
biographie mitgetheilt hat. ;
Ges
Hartherzigkeit ſ. Gefühlloſigkeit,
Es iſt von dieſem beſondern
müthsfehler und Härte.
Harthorigkeit.
körperlichen Gebrechen nur in ſo weit die Nede, als es
nöthig iſt, vor allem dem zu warnen, wodurch daſſelbe
durch die Schuld der Eltern oder der Erzieher herbei-
geführt wird. Unverſtändige Eltern und Lehrer ſchla-
gen nämlich im aufbrauſenden Zorn die Kinder an den
Kopf oder hinter die Ohren, wie man zu ſagen pflegt,
und machen ſie dadurch nicht ſelten für ihr ganzes Lez
- ben hart- oder übelhörig, und im ſchlimmern Falle ſo-
gar blödſinnig und dumm. Dieſe bärbariſche Sitte
iſt leider noh ziemlich allgemein herrſchend , ſo daß man
in manchen Familien und wohl auch in mancher Schule
der Meinung huldigt, ohne Ohrfeigen könne weder was
gelehrt noch gelernt werden. S. Strafen, worin be-
merkt, ob, in welcher Art und Weiſe, und in wel-
vorgenommen werden dürfen, daß ſich Schläge an den
Kopf aber in keinem Falle und in keiner Rückſicht ent-
ſchuldigen und rechtfertigen laſſen. Denn ein Jeder
wird leicht einſehen, der auch nur wenig in Beziehung
auf die EntwiFelungsgeſchichte des Menſchen weiß,
wel< eine überaus wichtige Bedeutung das Gehirn bei
den geiſtigen Anlagen des Menſchen hat, und wie jede wi-
dernatürliche Erſchütterung deſſelben ſich den Nerven mit- -
theilt und Störungen in ihren Verrichtungen erzeugt.
Vor einer ſolchen Mißhandlung hüte ſich beſonders der
angehende Lehrer, un ſich an keinem Kinde auf dieſe
Art zu vergreifen, es dadurch oft für ſein ganzes Le-
bn unglüflich zu machen, und durch ſein Beiſpiel die
herrſchende Rohheit ſelber noch in Schuß zu nehmen.
(3. Moſ. 49, 18.) i
' HSartköpfigkeit ſ. Starrſinn.
. Saß (hoher Grad von Abneigung und Wider-
willen gegen eine Sache oder Perſon, ohne ihr gerade
ſchaden zu wollen). Wir haben ſchon früher davon
geſprechen, wie nothwendig es ſei, daß der Erzieher
und Lehrer über ſein eigenes Gefühl ſorgfältig wache,.
zumal ſich nichts leichter mittheile, als eben das ſinn-

17
liche Gefühl, wenn es. fich wahrnehmbar äußert, und
wie electriſch in die Seele des Wahrnehmenden über-
gehe, und ſich entweder ſogleich) äußere, oder ſich bei
der erſten vorkommenden Veranlaſſung eutlade, oder
die Kinder in dem befeſtige, was ohnehin ſchon als
Untugend an ihnen haftet. Cin dauernder Eindru>
ſolcher Wahrnehmungen bleibt in den Gemüthern der
Kinder faſt immer zurück, beſonders zeigen ſich in der
Folge die Eindrüe leidenſchaftlichen Zorns und Haſ-
ſes 26. Der erziehende Lehrer ſei daher weit davon
entfernt, irgend Haß oder Widerwillen gegen ein Kind
fühlen zu laſſen, um es nicht ſelbſt dadurch mit dieſer
unedeln Megung zu erfüllen. Harte Gemüther wer-
den insbeſondere dadurch nur nor: mehr verhärtet.
Aud in den Verſtosteſten darf kein anderer Gedanke
aufkommen, als der, daß es der Lehrer gut mit ihnen
meine und nur ihr Beſtes wolle. Wo daher auch
Ernſt und Strenge nöcthig iſt, da muß doch immer
auch das Wohlwollen dur aber trage die Strafe die Farbe der Rache, was nur
zu leicht geſchieht, wenn ſich der Lehrer ſelbſt für be-
leidigt und gekränkt hält. Dadurch würde das Gefühl
der Rache im Herzen des Bogshaften genährt werden.
Der Lehrer ſchließe lieber ſeine Perſönlichkeit ganz da-
von aus. Zeder Schein eines gereizten Stolzes oder
Ehrgefühls bleibe von ihm, dem Lehrer, entfernt.
(Sir. 20, 2. Jac. 4, 5.) =- (S. auch Leidenſchaft
und Moraliſche Bildung.) „-
&nuptarten der Erziehung ſ. Erziehung.
HSauptgrundſäaße der Erziehung ſ. Grund-
ſaße der Erziehung. |
Hauptgrundſäge d. Unterrichts ſ. Grund-
„ſäße, und auch Unterricht.
Hauptnierkmale. Hierunter ſind hier die der
Anſchauungsübungen zu verſtehen, denn nicht blos
muß die erſte Denkthätigkeit der Kinder an ſinnlichen
Gegenſtänden angeregt werden, ehe man mit ihnen
in das Gebiet der Begriffe übergeht, ſondern ſie müſ:
ſen ſich auch über das, was ſie mit ihren Sinnen
wahrnehmen, ſprachrichtig ausdrü>en lernen. Eine
jede Uebung der Anſchauung iſt nicht allein eine un-
mittelbare Vorübung für den Verſtand, ſondern dieſer.
hat auch ſchon mehr oder weniger Antheil daran, wie
denn Überhaupt keine Kraft der Scele für ſich abge-
ſchloſſen wirkt, ſondern immer bald unter näherer,
bald untcr entfernterer Theilnahme der übrigen. Schon
mit der Benennung des erſten Gegenſtandes, den es
angeſchaut, hat der Lehrer das Kind auf das Gebiet
des Verſtandes geführt, ja ſelbſt auf das Gebiet der
Urtheilskraft z denn mit dem Worte hat er ihm cinen
„Begriff gegeben, der alle Gegenſtände dieſer Art untcr
ſich begreift, und den es nunmehr auf alle dieſe (Ge-
genſtände überträgt und ſie damit Lvezeichnet. Hat cs
deutlich angeſchaut, ſo wird es auc) einen dcutlichen
Begriff bilden, und ihn eben ſo leicht auf gleichartige
Gegenſtände Übertragen. Das iſt es aber auch gerade,
worauf der Lehrer zu ſehen hat, daß die Kinder deut-
liche Begriffe erlangen, wenn er das verödete Feld
ihrer Gedanken anbauen. will. Zu dem Ende muß er
ihre Aufmerkſamkeit auf die Hauptmerkmale zu
lenken ſuchen, und ſie den Begriff von dieſen feſthalten
laſſen. Dieſe Merkmale muß ihr Verſtand zuſammen
denken, zu einem Ganzen vereinigen und ſo den Be-

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