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eonereten Bildes in moraliſche Abftractionen trägt mehr
dazu bei, den Eindru>k des Bildes dei den Kindern zu
ſchwächen, als zu verſtärken. -. SEESEN
- In den Mährchen der Natur von Amatie
Winter (mit 4 Kupfern ; Braunſchweig, Vieweg und
Sohn, 1841. 45 Gr.) erzählen die Lilienblüthe, der
Kirſchkern und der Diamant ihre Geſchichte. Dies iſt
Belebrung für die Kinder und zugleich Mährchenzauber.
Gewiz die glüliche Anwendung einer poetiſchen Form,
dic- einſt in Frankreich durch Crebillon , Diderot u. A.
ſo ſer gemißbraucht wurde und längſt einen beſſern
Gebraud verdient hätte. =-- Prof. L. Richter hat den
Reineke Fuchs für Kinder bearbeitet (mit illumin.
Bildern, 3. Aufl., Leipzig bei Volkmar). Dieſer alte
Fabelncyclus iſt gewiß für Kinder ſehr ergößlich, wenn
- auch weniger belehrend. =- Von Franz Hoffmann
wurden die ſchönſten Mährchen der 1001 Naht
für die Jugend bearbeitet (mit colorirten Stahlſtichen.
Stuttgart, Hoffmann) und von Friedr. Hoffmann
ein neues Mährchenbuch (ebenfalls mit colorirten
Stahlſtichen, daſelbſt) herau8gegeben , eine Menge der
hzeiterſten Scenen aus der Elfen- und Dämonenwelt
mittheilend. Aus dieſen poetiſchen Gebieten ſind auch
die däniſchen Kindermährchen von Andexſen,
überſeßt von Jenſſen (mit 3 Kupfern, Braunſchweig,
Vieweg) gar liebliche Dichtungenz und die ſechs
Mährchen von Rudolf Schreiber (mit Radirun:
gen von Franz Pocci, Landshut), die Überdies den
kindlichen Ton des Knaben. mit dem Wunderhorn ſehr
glüklich feſthalten und in edelſter Geſinnung einen ethi:
ſchen Zwerk verfolgen. = Robinſons Abenteuer
nach dem Engliſchen von FoE (bearbeitet von Dr. Rauch
mit 8 Kupfcrn, Berlin, bei Haſſelberg) beſtreben ſich
auf löblice Weiſe die romantiſchen Thatſachen zu ge?
bn , und dagegen die pädagogiſchen Salbadereien aus
dern alten Robinſon wegzulaſſen. Alle dieſe Werke
ſeien den Kinderfreundlichen empfohlen. Außer andern
Jugendſchriften , welche Mährchen zugleich enthalten,
verdienten 'ti6< bemerkt zu werden: | .-
'GSrimm, Gebrüder. Kinder- und Hausmähr ":"Waſammeclt u. f. w. Große Ausg. Mit 2 Kupf. 4. verm.
y: verb. Aufi. Göttingen, bei Dietrich. (1. 4 Thlir.).
Deiſelben Kindex- u. Hausmähr Hin, Reimer , 1839. (1 Ihlr. 5 Ngr.).
Sollen Mäbhrhen erzählt werden? Eine kurze aber
0'gortrefflieze Vertheidigung derſelben in „F. Köbhler's Mut-
„Zerſchult.“". 1. Th. 1840, Berlin, bei Reimer. (274 Ngr.).
,- Daß das Mährchen für Haus und Schule Bedeu-
tung hat, mag Folgendes darſtellen: ſ. Pädagog. Phan-
taſizen. S. 38.
„, Noch andere in neueſter Zeit erſchienene gute Mähr:
Hauff, Wilh., Mährchen, 6. Aufl. mit 6 Radirungen v. I,
V. Sonderlandt. Stuttgart, Brodhag. 1842. (n. 2. Thlr.).
Winter, Amalie, Mähr - Braunſchweig , Vieweg 1. Sohn. 1841. (25 Ngr.) .
Schreiber, Rud., 6 Mährlein f. Jung u. Alt. Mit Radi-
rungen von F. Pocei. Landshut, v. Vogel'ſche Buchhandl,
1841 (15Ngr.). -
Materie. Material. Materieller Un-
terricht. Unter Materie verſteht man zunächſt das
den Sinnen im Raum äls ſeiend und wirkend in Un:
Überſehbarer Vereinzelung und Mannigfältigkeit ſich
Darſtellende. Wollte man den Gegenſaß in die Be-
griffsbeſtimnaung mit aufnehmen, ſo könnte man auch
ſagen: Marerie iſt alles Objective (Gegenſtändliche),
was dem Geiſte durch die Sinne zur Aneignung und
Maährchen; = Materie.
Vorarbortnng zugeführt wird oder irgendwie durc< Ver-
mittelung derſekben anregend auf ihm einwirkt.: Wie
aum älle-Dinge, welche den Sinnen Objecte find , - für
dieſe in mehr oder weniger feſt begränzter Form (Ge-
ſtatt) erſeheinen, ſo vermag auch das abſtracte Denken
kamm der Anerkennung ſich zu entziehen, daß Materie
und Form, in der Wirklichkeit und für alte Erfahrung,
ſich nicht treimen laſſen, und daß ſeibſt bei der Annahme
eines Chaos oder Urſtoffes, aus welchem erſt allmählig
die Geſarumtheit der'materialen Dinge in beſtimmteren
und individuelleren Bildungen ſich entwi>elt, etwas
völlig Geſtaltloſes zu denken unmöglich iſt. Alles Ma-
teriale aber tritt zugleic) auch als ein Bewegtes vor
die Sinne, und in der Bewegung offenbart ſich wieder
dem Denken die Kraft als eine in das Materiale ſelbſt
gelegte treibende Macht, hier in mechaniſcher Stetiz:
keit (Anziehungskraft , Abſtoßungskraft) , dort als eine
Organiſationen zeugende und nährende Lebendigkeit, als
eine Macht, welche in all? ihrem Schaffen und Walten
ſo viel Plan, Ordnung, Zwe&mäßigkeit erkennen läßt;
daß ein höher ſteigendes Denken nothwendig die umn-
überſehbare Menge des Cinzelnen ais Cinheit faßt, wo
dann Materie als ein in ſich zuſammenhängendesGän-
zes, als der Complex aller Erſcheinungen bezeichttet
werden kann. “
Wenn man nun aber auch in geiſtiger Beziehung
von Materie redet, ſo kann dies naturlich nur unt
eigentlich verſtanden werden, und heißt dann; wieder
als Gegenſas zur Form gefaßt, das in den Vorſtel:
lungen als gegenſtändlich Gegebene, das von den vor:
geſtellten Außendingen Abzuleitende, während die Form
nun als das vom Geiſte ſelbſt Hinzngebrachte und jenes
eigenthümlicy Verarbeitende und Verknüpfende bezeich-
net wird. Es iir jedoch in dem Artikel Form" bereits
auf überzeugende Weiſe dargethan,- daß dieſe Beſtini=
mung eine ungenügende iT, und: indem wir auf:jene
Auseinanderſeßung verweiſen, machen wit hier nur däre
auf aufmerkſam , t) daß ja dem Formalen und“Sub-:
jectiven bereits in: den erſten Empfindungen und: Vor-
ſtellungen, welche die Spele bildet, etwas Materiales
und Gegenſtändliches beigemiſcht . iſt und ſchon die vin“
fachſten Entwielungen der kindlichen Seele nw "aus
dem Zuſammenwirken des Obſjeckiven und Subjechiper-
entſtehen, und 2) daß auch das*“Subjective“ſtet8wie-
der zu einem Objectiven, das Vorſtellende zu einem
Gegenſtande des Vorſteilens gemacht werden - käntt.
Wenn alfo doch von einem Denkſtoffe (im Gögenſaß-
zu den Denkformen) geredet wird, ſo kam män
dabei den Begriff des Gegenſtändlichen weder fö ſtritig-
faſſen, daß vom Subjectiven (der Denkform) fich“ vs“
lig abſehen ließe, noc< auch darf män verkennen; Haf
die Denkformen wieder zu einem Denkſtoffe werdet"
können und für den Pſychologen und Logiker vorzugs"
weiſe ſind. Allerdings hat fich der Sprachgebrauch a%
mählig ſo fixirt, daß Materie des Denkens gewöhnlich
dasjenige heißt, was die Seele aus der äußern Wekt in
Anſchauungen aufgenommen und zu Vorſtellungen
änßerer Dinge umgeprägt hatz hierzu aber bat mi“
die urſprüngliche (ſinnliche) Bedeutung dieſes Workes-
verfährt, und “die Gewohnheit, mehr das Aeußerlihe
als das Innerliche zu einem Gegenſtande kes Denkens
zu machen, läßt dieſe Einſeitigkeit immer wieder her-
vortreten. = 2 T47- : Zus oE 5
.“ Sf nun die Frage: was iſt materialer Unfer-



























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