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Rabanus Mattrus,
I.
Rabanus Maurus, Dieſer in ſeinem Zeit-
alter berühmte Gelehrte war der Zeit nach der erſte
eigentliche Shulmann in Deutſchland, wie ihn
Schwarz in ſeiner „„Erziehungslehre“ und in einer
beſondern Abhandlung: „Rab. M. primus Praeceptor
Germaniae“ bezeichnet hat. Wohl verdient er daher,
dieſer Urſchulmeiſter Deutſchlands, in der pädag. Neal-
Encycl. biographirt zu ſtehen, wenn auch nur in bün-
diger Kürze.
Rab. Maurus wurde im Jahre 776 zu Mainz
von edlen Eltern, Walram und Walrade, geboren.
Lebhaft von Geiſt, ſ ſich aus eigenem innerſtem Triebe und nach dem Wun-
ſche ſeiner Eltern, da Tubin, ſein Bruder, im Sach-
ſenkfriege gefallen war, dem geiſtlichen Stande und ward
zu Fulda Benedictiner. Denn Wiſſenſchaften lieben
und Benedictiner ſein, bedeutete damals daſſelbe.
Was gemeine Menſchen lo>t: leEere Nahrung
bei Müſſiggang, Prunk, Körperluſt, hatte für vieſen
ſeltenen Jüngling keinen Reiz. Sein Glü> und ſeine
Wonne ſuchte und fand er nur in Einſammeln von
Kenntniſſen, dann in der Verbreitung derſelben, in from-
men, erhabenen, himmliſchen Gedanken und Empfin-
dungen. In einem ſeiner Gedichte ſingt er:
Du, 0 ſtille Zelle , biſt mir die lieblihſte Wohnung,
Und die ſüßeſte Koſt -- heiliges Göottesgeſes !
Noc< nicht 16 Jahre alt, Überragte er durch Fleiß
und Geiſt die noch übrizen Kloſterbrüder ſo boch, daß
Ratgar, der Abt, ihm ein Lehramt an der Säule
übertrug, beſonders Rabanus Lieblingsfach betreffend,
die Auslegung der heil. Schriften. Dod bald merkte
er, wie viel ihm noch fehke, und auf ſeine Bitte ertbeilte
ihm der Abt gern die Erlaubniß, mit Haymo, ſeinem
gleichgeſtimmten Freunde, nachmals Biſchof zu Hal-
berſtadt, die hohe Schule des großen Alcuin zu Tours
im Jahre 800 beſuchen zu dürfen.
Raban machte zu Tours in der Theologie, daneben
in der lateiniſchen , griechiſchen und hebräiſchen Spracho,
in der Philoſophie, Poeſie, Rhetorik, Meß- und Reh-
nenkunſt ſchnelle Fortſchritte, vor Allem aber -“+das
Bedeutendſte für Rab an's Leben und Wirken --“-
lernte er ſeinem großen Lehrmeiſter Alcuin die Kunſt
eines gründlichfortſchreitenden , angenehmen Unterrichts
und frommer Erziehung ab. |
Alcuin ſtarb 804 und Raban, den er, an jenen
Schüler des heil. Benedictus gedenkend, Maurus gez
nannt hatte, kehrte in ſein Kloſter zurü& und führte
ſeitdem dieſen Namen.
In den Jahren 810 bis 813 --- die Geſchichte
läßt uns hier im Dunkeln --- übernahm er das Nagi-
terium Scholas (Rectorat) zu Fulda, wozu ihn der
: Abt Ratgar berufen hatte. Als Unterrichtsgegenſtände
werden diejenigen angeführt, welche die ſogenannten
ſieben freien Künſte begreifen, nämlich: Gramma-
tik, Rhetorik und Dialektik, das ſogenannte tri-
vium, die für die nothwendigſten gehalten wurden , und
Arithmetik, Muſik, Geometrie und Aſtrono-
m3e, welche das quadrivium bildeten. Hier wirkte
Rab. M. als erſter Pädagog Deutſchlands. Sein
Geiſt war durch die Gelehrſamkeit nach damaliger Zeit
vorzüglich gebildet z ſeine Gemüthsart war ſanft und
milde, mittheilend, zu jedem Lernenden neidlos und
liebreich ſich hinneigendz ſein frommes, harmoniſches
Leben erwarb ihm den Ruhm der Heiligkeit, gewiß mit
mehrerem Rechte, als es bei Vielen der Fall ilt, welche
die Kirche preiſ?t. Seine Schüler, welche aus Jung
und Alt beſtanden, trug er im Herzen, behandelte fie
mit väterlicher Sorgfalt, und lehrte jeden nach ſeiner
Individualität. Möge ſich mancher Lehrer unſrer Zeit
an ihm ſpiegeln! = So war er denn auch als Metho:
diker ausgezeichnet, ebenfa!!8 der erſce ſeiner Zeit und
vieler nach ihm. Denn nicht einen lehrte er wie den
andern, ſondern manche blos in dor Grammatik, mance
auh in der Rhetorik, manche endlich auch in den geiſt»
lichen Wiſſenſchaften, fo wie jeden ſeine Anlagen fähig
machten, und Rlles in einer ſolc>en Aufeinanderfolge,
wie es die Natur dcs Scht.lers forderte.
Wir führen noch dies und das aus der Pädagogik
ſeiner Zeit an, R. M. lchrie Aſtronomie. Dar:
in war der Kirchenkalender, beſonders das Oſterfeſt,
das Hauptſtudium. Raban hielt ſehr auf den Un-
terricht dieſer Wiſſenſchaft in Tours, correſpondirte
oft Über Gegenſtände derſe!ben mit Karl d. Gr.., der
ſie auch ſchr liebte, und wendete ſie nach damaliger
Weiſe keſonders auf Beitinmung der Kirchenfeſte an.
Der aſtronomiſche Aberglaube nahm nicht ab, die Me:
keore gaben Vorbedeutungen , ſclb;? die Sonnennſter-
niſſe. Zn Klöſtecn ſcheint die Aſtrologie zu Metoposfkopie,
Chiromantie und überhaupt zu einer Geheimkunſt von
Phyſiognomik geführt zu baben, wonach denn mait:
Der Papſt Greger'd. Gr. (gegen 600) hatte den
KirHengeſang aus alten Weiſen vollſtändig für die
geiſtlichen Anſtalten , die Schulen, den Gottesdienſt
eingefahrt. Er ſtifiete mehre Sängerſc>ulen mit Eine
künfren. Da er nun canoniſirt wurde, ſo nahmen ibn,
den heil. Gregorius, die Schulen, vornehmlich des
Geſanges wezen, zum Schukpatrone anz daher denn
das bekannte Gregoriusfeſt. Raban lehrte, daß
man ohne Singluſt weder Prieſter noch Lehrer ſein
könne. In alen Schulen wurde ſie mehr oder weni-
ger gelehrt, und wer ſie verſtand, erhielt als Lehrer den
Vorzug, ſo daß Cantor oft der Titel des oberſten Leh»
rers war. Man bediente ſid) bei dem Unterrichte der
Anweiſungen von Beda, Gregorius und Alcuin.
Raban ſiellte den EncyclopädiSmus auf und
ſchrieb „De Universo.“ Dieſes Werk ſcheint wohl bes
ſtimmter als die vorhergehenden Encyclopädien der Art
zu den Schulbüchern, die einen Inbegriff aller Wiſſen»
ſchaften enthalten, gehört zu haben. Der Inhalt be»
ſteht in 22 Capiteln: von Gott, von den Perſonen
des A. T., von den Perſonen des N. T., von Evon»
geliſten, Apoſt., Märtyrern u. a. kirchlichen Dingen,
von der heil. Schrift, Bibliotheken u. ſ. w., von dem
Menſchen, von Thieren, von aſtronom., phyſical., nolog. Dingen, von der Erde, Naturerſcheinungen
u, ſ. w., von Gebäuden, von Philoſophen , Poeten,
Heiden, Göken, von- Sprachen, von Metallen, von
Gewichten, Zahl, Muſik, Medicin, von Landbau und.
Gewächſen, von Kriegsſachen, Kampffpielen u. [. w., von
Zimmern, Gemälden u. ſ. w., von- Speiſen u. ſ. w.3
überall ſind Bibelſtellen, theol,, etyzmol. u. a. Bemev-

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