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dähtniſſe. Verließ er einmal, um ſich zu erholen, die
kleine Schulſtube, in die des Winters gegen 150 Kin-
der zuſammengedrängt wurden, und aus der cin di>er
Dampf durch eine geöffnete Scheibe des Fenſters her-
ausging , ſo erhielt ich die Aufſicht, und ſuchte durch des
Küſters derben Sto> mir Reſpect zu verſchaffen. Im
Sommer -- fährt S. in ſeiner kurzen, höchſt gemüthlich
geſchriebenen Lebensgeſchichte fort =- war ich oft ganze
Tage bei dem Schäfer oder Kuhbirten, oder auf der
Weide unter den Knaben, welche bei den Pferden ſein
mußten. Im Laufen, Springen, Werfen war ich ge-
wöhnlich der Erſte, und die geſammte Dorfjugend un-
terwarf ſich meinem Willen; ich ließ die Knaben exer-
ciren und hielt, von einem ſehr glücklichen Gedächt:
niſſe unterſtüßt, die gehörten Giebelreden von den
Dachforſten , die im erklettert hatte, herab, zur Belu-
ſtigung der Bewohner des Dorfes. Oft ſchwebte mein
Leben in Gefahr, aber Gott beſhirmte mich. So
wuchs ich, zu allen ländlichen Arbeiten von meinen
Eltern gebraucht, unter den Augen des noch in geſeg-
netem Andenken ſtehenden Paſtor Eiſener, Paſtor
Reiche, welcher als Probſt in Uelzen ſtarb, und des
Hrn. Paſtors Dr. Heinrichs, jebigen Superintenden-
ten in Burgdorf, als freier Sohn der Natur auf.“
Im Jahre 1795 zu Oſtern confirmirt, kam unſer S.
ſofort auf die noh jet im Ruf ſtehende Domſchule
in Rakeburg, wo Rieman Rector, Ruſſwurm
Conrector , Harna>X Subrector , ausgezeichnete Lehrer
waren. Er ward in die unterſte Ordnung geſest. „Cs
ergriff mich =- erzählt er =- „Kinder von 6--8
Jahren über mir zu haben, und mit Thränen beklagte
ich meine Unwiſſenheit. I< fing das Werk meiner
Ausbildung mit allem Ernſte an, lernte - täglich ganze
Seiten lateiniſcher Wörter, und war nie bei den Spie-
len zu finden. In den Ferien wiederholte ich und las
für mi Lager , oft bin ich nicht zur Ruhe gegangen, ſondern
begnügte mich mit ein paar Stunden Schlafs auf dem
Stuble. Im Winter ſtudirte ich bei der kalten Stube
bis Mitternacht im Bette, erwärmte abwechſelnd die
Hände unter demſelben , während die eine die Blätter
des Buchs umſchlug. I< wohnte mit vier bis fünf
Jünglingen in einem Zimmer, wo oft der Eine Clavier
ſpielte, der Andere ſich vorbereitcke, und die Uebrigen
disputirten. Daher ſtört mich das Geräuſch bei mei-
ner Arbeit no< jeßt nicht.“ DObgleich er von wohlha-
benden und angeſehenen Familien Freitiſche erhielt, als
Chorſchüler wegen ſeiner wohlklingenden Stimme ein
größeres Stipendium empfing u. ſ. w., ſo traten doc
bei der größten Einſchränkung Zeiten ein, wo et“
drükenden Mangel litt. Einundzwanzig Jahre alt
ging er, Michaelis 1801, nach Göttingen, wo er ſich
den theologiſchen und damit verwandten Wiſſenſchaften
widmete. Nad einem Zeitraume von 3 Jahren ver-
ließ S. 1804 Göttingen und nahm, nach dem in Han-
nover den 21. Sept. abgehaltenen examino prasvio un-
ter ſehr vortheilhaften Bedingungen eine Hauslehrer-
ſtelle in Colbow bei Grabow im Metlenburgiſchen an.
Aber ſchon nach Oſtern 1806 wurde er vom konigl.
Conſiſtorio zum tentamen citirt, und gleich darauf von
demſelben dem Magiſtrate in Münden präſentirt, wo -
er am 1. Oct, deſſelben Jahres als Stadt - und Gar-
niſonprediger an der St. Aegidienkir Nach der am I9. Dec. in der Neuſtädter Hofkirche
Schläger.
in Hannover empfangenen Ordination begab er ſich
nac< Münden, wo er am zweiten-Weihnachtstage des
genannten Jahres ſein Amt antrat, jedoch erſt
weil gegen 400 preuß. Gefangene in ſeine Kirche ge-
legt worden waren --- den 1. Febr. 1807 vom Super.
intendenten Dille eingeführt werden konnte. „Mix
jugendlicher Kraft" =-- ſagte er =- „warf ich mich in
mein Amt, und Gott ſegnete meine Arbeit. Mix
Preis gegen den Allgütigen =-- ſekßte er hinzu --- ſche
ich auf die Zeit hin, wo ich von der Liebe der Mün-
denſer getragen, die glüklichſten Erfolge meiner Beo.
mühungen um meine Gemeinde, um das Schul- und
Armenweſen der Stadt erfuhr.“ = Indeſſen machte
ſeine erſchütterte Geſundheit eine Veränderung ſeiner
Verhaltniſſe nothig, und es wurde ihm vom fonigl,
Conſiſtorio die Pfarrſtelle in Lauterberg am Harz an-
getragen, die er auch annahm. Im Jahre 1815 am
20. Aug. verheirathete er ſich mit ter Tochter des weil.
Kaufmanns Röhling in Münden, Katharine Marga:
rethe, und verließ, mit ſchwerem Herzen das ihm ſy
theuer gewordene Münden, wo er faſt 9 Jahre ſo Vie-
les erfahren, gelernt, geſehen hakte,“ und ward am
12. Nov. 1815, am 25. Sonntage nach Trinitatis
von dem Superintendenten Starke aus Harzberg in
ſeine neue Stelle eingeführt. „Au hier“ =-- ſind ſeine
Worte -- „auch hier ſegnete der Herr meinen guten
Willen, und obwohl mehre Aufforterungen vom Aus-
und Inlande mich von meinen lirben Lauterbergern,
die mir ſo viele Beweiſe ihrer Erzebenhett ſchenkten,
und nach einer Trennung von tielen Jahren noch
ſchenken, trennen wollten: ſo kornte ich dom mich
nicht entſchließen, von ſo vielen Freunden ſo bald zu
ſcheiden. In Lauterberg verlor er ſine beiden älteſten
Töchter. Den 8. April 1819 wurde er von der ksnigl.
hannöver?ſchen Landwirthſchafts - GepUſchaft in Celle
mit dem Diplom eines ordentlichen und correſpondiren-
den Mitgliedes , wie mit der großen ilbernen Medaille
mit dem Bildniſſe Sr. Maj. des Königs überraſcht.
Die rauhere Luft des Harzes machte eine Veränderung
ſeiner Lage wünſchenswerth; er naym daher die ihm
angetragene Primariatſtelle in Hame:n an, wo er nun
ſeit länger als 20 Jahren mit Scgen wirkt.
Die Hauptfächer, worin S. gearbeitet hat, ſind:
pract. Theologie, Asketik und Pädagogik. Wir beben
hier nur diejenigen ſeiner Schri'ten aus, die auf Pä:
dagogif und Schulweſen Beziehung haben.
Kurzer Plan der Mädchenſchule in Münden.
Daſ. 1801. Fortſ. 1u.2, 1807 u. 1808. -- D. Prü-
fungsfeier in d. Mädchenſchule zu Münden am
5. Oct. 1808. Daſ. --Fortſ. d. Plang d. Mädchen?
ſchule u. f. w. Daſ. 1809. -- Fortſ. u.ſ. w. Dal.
1810. 1811. 1812. -- Fortgeſeßte Nachricten üb.
d. höhere Mäd 1814. -- Nachrichten v. d. Sonntagsſ< Daſ. 1813. -- Kurzer Planeincs interimiſt. hs
hcrn Knaben-Inſtituts ir M. Daſ. 1812. -- Pran
einer Induſtrieſ Fortgeſ, Nachr. üb. d. Ind uſtrieſchule. 1813. =
Chriſtoph Kalbhenn, d. Waiſenvaterz d.licben
Jugendzum Vorbilde au'*geſt. Heiligenſtadt. 1822.
-=- Ucber d. Werth u. wi Bild. auf alle Verhältniſſe d. weibl. Lebens
u. ſf. w. Mit Anmerk. von JI. Chr. Heyſe u. |. w-
Quedlinb. u. Leipz. 1825, =- D. Hannoverſche Schul
freund von I. 1828-1836. IJ. Jahrg. -- Was for?"
dert d. Kirhen- u, Schulweſen im Königreic(
Hannover? In einem Sendſchreiben an d. hohe Stan!
dceverſamlung beſcheiden beantwortet, Hannov. 1832.

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