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Folge eines unglücklichen Falles auf dem Glatteiſe , erft 49 I.
alt, geſtorben iſt) ſcheint ihn gehindert zu haben, ſich zu eincm
freiſinnigen Urtheile zu erheben.
3) Dr. L. I. Ncubert Handb, d. im K. Sachſen mit Ein-
ſc rechts f. Staats - , Kirchen - u. Schulbeamte. Leipz. 1837.
Der dritte Theil dieſes Handbuches enthält das Particu-
lar-Schulre ſchule, ſondern auc< die übrigen Bildungsanſtalten , = das
einzige Verdienſt dieſer Schrift , die ſich oft wörtlich an Hoff-
mann anſchlicßt.
4) Th. Arendt d. Erziehungspolizei. Bielefeld, 1842.
Eine planloſe Zuſammenſtellung preuß. Schulgeſcbe.
5) Dr. Andreas Müller Handb. d. Volksſchulweſens im
K. Baicrn. 2. Aufl. Würzburg, 1834.
Ein Particular-Schulrecht in alphabetiſcher Ordnung.
EI) M. Th. Eiſenlohr Samml. d. würtcmbergiſchen
Sculgeſebe. (2 Abth., deren eine ſich auf d. Volksſchulen,
d. andere auf d. Bürger - , Real - u. Gelehrtenſchulen be-
zieht), Tübingen , 1839.
Particular-Schulre vor der alphabetiſchen wenigſtens den Vorzug hat, daß ſte das
allmähliche Fort - (bisweilen wohl auß Rü> -) Skreiten der
Geſe6bgebung erkennen läßt.
Andere Darſtellungen des beſondern Sculrechtes
ſind in den das Schulweſen einzelner Länder beſpre-
Schriften , welche in das Gebiet des Schulrechtes
einſchlagen , ſind noch:
7) Dr. Schwarz Die Schulen, d. verſchiedenen Arten d.
Sculen, ihre innern u, äußern Verhältniſſe u. ihre Be-
ſtimmung in d. Entwikelungsgange d. Menſc 1832. (S. 310 ff.) 8) M. C. Köhnke Ueber Staats-
ſc d. Volksſc verus Idcen zu einer Reviſion d. geſammten Schulweſens.
Oldenburg , 1836. 10) W. Sauſe Verſuch einer Ein-
rit. d. Schulen aus d. Geſichtspuncte 5. Lebens im Staate,
Halle , 1831--42. 4 Thle. (1. Die Lehre v. öffentl. Ua-
terrichte. 2. Die Lehre v. d. öffentl. Erzieh. 3. Die Lehre
v. d. Verwalt. d. Shulen. 4. Grundzüge d. Kunſt eine
Scule z. leiten). 11) Dr. W.I. G. Curtmann die
Scule u. d. Leben, eine gekrönte Preisſchrift. Fricdberg
in d. Wetterau , 1842. 12) K. Kirſ< die Aufſicht des
Geiſtlichen üb. d. Volksſchule, nach d. Grundſäßend.
deutſ heit. Leipz. 1840.
Dieſe Schrift iſt der Vorläufer einer umfaſſenden Bear-
beitung des geſammten deutſchen Schulreh nung nur durch die eigenthümliche Schwierigkeit des Gegen-
ſtandes und dur< zu erwartende neue Schulgeſebe (Hanno-
vers und Preußens) bisher no Dieſes „allgemeine deutſche Schulrecht“ wird nach den oben
angedeuteten Grundſäken (in vergleichender und beurtheilen-
der Darſtellung) behandelt werden.
K--ſc Sculſteuer ſ. Fixation.
Sculſtuben ſ. Lehrzimmer und Scul-
häuſer.
Sc Schulverſäumniſſe. Wenn die Schule ihren
Einfluß auf die ihr anvertrauten Kinder nicht verfeh-
len ſoll, ſo iſt vor allen Dingen ein regelmäßiger
S reichung des Schulzwe>es ſo hinderlich entzegen, als
die namentlich in der Volksſchule noch viel zu häufig
vorkommenden Sc ſtellung dieſes großen Uebelſtandes iſt gar nicht leicht,
weil die Urſachen, aus welchen er fließt, ſo verſchie:
denartig ſind, daß ſie nicht mit einem Male geho-
ben werden können. Denn obgleich zugeſtanden wer-
den muß, daß alle Sculgeſebgebungen Deutſchlands
mit großer Strenge auf ordentlichen Schulbeſuch drin-
Sculre gen und ſelbſt harte Strafen über ſäumize Eltiry
und Kinder verhängen: ſo verfehlt doch dieſe Strenze
ſo lange ihres Zweckes, als nicht die enFernter liegen:
den Quellen der Schulverſaumniſſe verſtopft ſind.
Man klagt oft darüber, daß Obrigkeiten die angezeig-
ten Verſäumniſſe nicht mit der geſeklichen Strenge
rügen; aber meiſtens erkennen ſolche Obrigkeiten an,
daß hier Strenge zur Ungerechtigkeit werden würde,
und vermögen de8halb nicht das Geſe nach ſeinem
ganzen Umfange zu handhaben. Zwar giebt es hier
und da auch Obrigkeiten, welchen dieſe Angelegenheit,
(die in der Regel unentgeltlich expedirt werden muß,
in ſo fern die aufzulegenden Geldſtrafen in die Schul-
caſſe fließen ,) ſo ekelhaft iſt, daß ſie gar nichts damit
zu thun haben mögen und deshalb die eingereichten
Verſäumnißtabellen geradezu bei Seite legen , ohne da:
von weiter Kenntniß zu nehmen; aber der größere
Theil der Schuld liegt wohl an der noch immer höht
unvollkommenen Beſchaffenheit unſeres ſocialen Lebens,
an der mangelhaften Einſicht vieler Eltern, auch wohl
an der ſchlechten Einrichtung und dem ungeregelten
Zuſtande etlicher Schulen. Dieſen Uebelſtänden muß
vor allen Dingen entgegengewirkt werden, ehe die
Strenge des Geoſeßcs rüFſichtlich der Verſäumniſſe
felbſt in Anwendung kommen darf,
Wir haben alſo zuerſt darnach zu fragen, auf
welche Weiſe den Schulverſäumniſſen
unmittelbar vorgebeugt werden könne,
Die Haupturſache“ des ſchlechten Schulbeſuchs liegt
ohne Zweifel in den dürftigen Verhältniſ:
ſen vieler Eltern. Armuth nöthigt ſie ihre
Kinder während der Schulzeit auf Arbeit oder gar bet-
teln zu ſchien, dieſelben zu vermiethen oder bei den
eigenen Berufsgeſchäfren wie im Haus8weſen zu bethä:
tigen, es fehlt wohl auch den Kindern an der nöthigen
Bekleidungz nicht ſelten iſt's auch die in Folge der
Armuth eingeriſſene häusliche Unordnung, welche die
Kin er die rechte Zeit zum Schulgehen verſaumen läßt.
Alſo nur wenn es möglich wäre, der Verarmung un“
ſers Volkes kräftig zu ſteuern, würden auch die Schul:
verſäumniſſe verſchwinden. Doch dies gehört ins Ge:
biet der Staatswirthſchaftslehre und kann hier nicht
weiter aus8geführt werden. Nur dies ſei erwähnt, daß
auch für nicht ganz arme Eltern die Mithilfe der Kin
der bei ihren häusli unentbehrlich iſt, und die Schulgeſebgebungen darauf
RüFſicht nehmen müſſen. Die Schulferien müſſen
demnach in ſolche Zeiten verlegt werden, wo die Bei
hilfe der Kinder bei den ländlichen Geſchäften am
nöthigſten iſt, oder wo ſich die Kinder muthmaßlich
(durch Beerenſuchen z. B., durch Verdingen bei der
Kartoffelernte u. ſ. w.), ſelbſt etwas verdienen kon“
nen. Möge man lieber die Feiertage zur Zeit der
hohen Feſte beſchränken, um die Ernteferien erweitern
zu können. (Val. d. Art. „Ferien“ Th.1. S.6öt)-
Das Vermiethen der Kinder dagegen darf nur Un?
ter ſebr beſchränkenden Bedingungen , das Viehhuten
durch Kinder aber gar nicht geſtattet werden. (Bs!-
d. Art. „Dienſtboten“ Th. 1. S. 497). |
Das Warten der kleinern Kinder iſt ebenfalls ei?
Geſchäft, zu welchem Schulkinder ſehr oft verwendet
werden und weshalb ſie die Schule verſaumen. Sol*
kinderbewahranſtalten zu begegnen ſein.

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