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drücke anlegen, weder in Tadel imb Zürechtweiſung;
no im Scerzenz denn es haftet Alles in ihrem Semüthe
Feſter und dauernder, ihr Nacdenken ergreift die ge:
- machten Cindrü>e inniger, und verſtärkt die Wir
Xungen derſelben. Der Lehrer hüte ſich, daß er ein
Folches Gemüth nicht überreize, denn eine Ueberreizung
Xann bei ihm nur Abſtumpfung, oder ein volliges Miß-
trauen in ſich ſelbſt, oder eine knechtiſche Unterwürfig-
keit, oder ein düſteres , trübes und verſto>tes Weſen
zür Folge haben. Durch eine freundliche, zutrauliche
und ſanfte Behandlung wird eines ſolchen Kindes In-
nigkeit bewahrt, und durch des Lehrers Wärme trei-
ben die zarten Keime, die. in ihm verborgen liegen,
hervor wie durc) die milde Frühlingsſonne die Rofe
und ihre Knospen hervorbrechen. Dſfen und zutraulich
wird es ihm. entgegenkommen, während Harte und
Zurücſtoßung es ſcheu und zaghaft, unentſchloſſen und
zurü&haltend macht. Vieles kann in ſeiner Seele
vorgehen, was der Lehrer nicht bemerkt, daher kann
es bei einem leiſen Winke, den er ihm giebt, ſchon in
ſeinem Innern Reue fühlen, ohne daß er es ihm
äußerlich anſieht. Der Entſchluß der Beſſerung iſt
bei ihm gefaßt, nur will es nichts -mehr hören, weis
es ſich vor Beſchämung fürchtet. Dies. iſt nun aber
auch der Augenbli>, der dem Lehrer Schweigen gebie:-
tet, oder ihn auffordert, zu etwas Anderm Überzuges
hen. (Sprichw. 25, 15.) =- (ſ. Characterbildung
nd Behandlung).
. Säßlich et dem Worte nac< Alles, was
Haß erregt, als z. B. das Unſittliche. In engerer
Bedeutung aber wird es dem Schönen entgegenge-
ſebt, und hat alſs eine moraliſche und äſthetiſche Be-
zeichung. In erſterer heißt daher Alles häßlich, w«s,
in ſofern alle wahre Tugend an ſich auch ſchön iſt
(daher eine tugendhafte Seele auch eine ſchöne genannt
wird), durch ſeine Immoraklitat, eine ſchlechte Handlung,
und ſelbſt den Ausdruck der Verworfenheit im menſch»
Jüchen Angeſichte, ein ſittliches Mißfallen bewirkt. - In
äfihetiſcher Bedeutung aber heißt Alles häßlich, was
durch die :Zwewidrigkeit der Sconheit ſeiner Form
anmittelbar. und allgemein auf das Gefühlsvermögen
eine der Schönheit entgegengeſeßte Form hervorbringt
und Mißvergnügen bewirkt. (Vergl. Schönheit).
Hier iſt es alſo nicht blos das, was durch An-
- ſchauung ſeiner äußern Form das Gemüth abſtößt, ſon-
„dern in umfaſſenderer Bedeutung Alles, was einen
Widerſpruch zwiſchen Geiſtigem und Sinnlichem, zwi-
. ſchen Idee und Form, die in dem wahrhaft Schönen
Eins find, darſtellt. Da aun aber alies Schöne an die
ſinnliche Erſcheinung geknüpft iſt, ſs ſind aile mie
jenigen Erſayeinungen häßlich, welche ein ſolches Miß-
-verhältniß darſtellen, dur<) welches eine natürlich gebil
dete Empfindungsfähigkeit verleht und gleichſam den
Grundbedingungen der wohlgefälligen. Empfindung wi-
derſprochen wirdz zunächſt Gegenſtände des Geſichts-,
Gehör - und ſelbſt Gefühlsſinns; dann aber auch das
yon der Einbildungskraft Vorgeſtellte dieſer Artz alſo
drperliches und geiſtiges Häßliche. Geſtalten und
=" Ben der äußeren Natur erſcheinen uns haß:
-. Jich, je weiter fie durch ein an ihnen erſcheinendcs
Mißverhältniß von unſerer Forderung des Maßes, der
- Mannigfaltigkeit und der Einheit abſtehen. Bei der
Erſcheinung der menſchlichen Geſtält aber kann die
hy
Häßlich, ==» Säusticht-Andacht, -
oft um ſo mehr anziehen.
Würde -und Anmut geiſtiger Wirkſamkeit das Miß: -
verhältniß, wenn nicht aufloſen, doh mildern, und die -
wahrgenommene Beherrſchung des Körpers vom Geiſte
Auch über den Eindruck
des Haäßlichen im Leben aber vermag der Menſch durch
Gewohnheit , wie durch die richtige Erkenntniß ſeiner
Pflicht zu ſiegen. Wenn nun die fc<öne Kunſt etwas
Cdleres und Erhabeneres iſt, als blos die ſchmeichelnde
und gefällige Dienerin .der Sinulichkeit, und wenn ſie
daher die Welt vielmehr in der originaten Einbildungs-
kraft des Künſtlers auf ideale Weife abſpiegelt, -ſo'
kann ſie auch ihre größten Gegenſäte (z. B. die Car»
rxicatur) in ſich aufnehmen. . Mit dieſem Contraſte-
des Haßlichen, den aber die höhere Harmonie der alle
Gegenfaße überwindenden: Schönheit verſöhnt, wirkt
voznehmlich die moderne Künſt, aber das Häßliche er-
ſcheint in dieſem Gebiete nicht als Unwillkürliches, ſon-
der3 es iſt des Künſtlers freiwillige Production, und
wirkt, in Ernſt und Scherz gekleidet ; zur Ausführung
ſeiner Jdeen. Der Paädagog hat hiernach leicht zu
ermeſſen, wie ſehr er ſeinen Zögling vor aller Einwir-
kung des moraliſc< Häßlichen , wie in Beziehung auf
ſeine Geſchma&sbildung vor dem in äſthetiſcher Hin-
ſicht zu bewahren hat. -
Gatſcheln ſ. Verziehung u. Verzärtelung.
HäusSliche Andacht. Gewiß, ſagt Münch
ſehr. wahr in ſeinem Univerſallexikon, iſt es ein rühr«
render und erhebender Anblik, ſich im Kreiſe einer
mit Gott, dem Allerheiligſten, im Gebete unterhalt.
Wer bleibt wohl ungerührt, wenn er eine Mutter ſieht,.
die mit zum Himmel erhobenem Blike und Händen-
für Geſundheit und Leben, für Unſchuld- und Wohler-
gehen ihrer Kinder betet, und der Vater mit ſeinen.
Hausgenoſſen daſſelbe thut? ----, Wer mag unbewegt
bleiben, wenn aufblühende Kinder ihre unſchuldigen
Hände und Herzen mit ihren Eltern zu ihrem Vater,
im Himmel flehend emporheben ? --- Niemand wird
es in Abrede ſiellen, daß ehemals in lien mehr häusliche Andacht zu finden war, als jekt.
Darum war auch im Leben weniger Tändelei und Leichtz.
ſinn, dagegen mehr Ernſt, mehr. froher. Muth und;
Luſt zu großen und gemeinnüßigen Geſchäften, mehr-
ſtilles und häusliches GlüE. == Mit der vermeinten.
Verfemerung der. Sitten iſt leider in fehr vielen Fa-- .
milien der ſchöne religiofe Sinn der Eltern verſchwunce-
den, und Erkältung gegen das Heiligſte an deſſen Stelle
getreten, 'Nothwendig mußte auf diefe Weiſe man-.
fic) an. Dinige anſchloß, an welche ſich die vernunftlo«.
ſen Thiere des Feldes anſchließen. Bei eincr- ſolchen,
verkehrten Richtung wurde vergeſſen, daß der Menſch
nicht blos der Erde, fondern vorzüglich dem Himmel
angehöre, und nur in Verbindung mit Gott, vm leben«.
digen Streben nach dem Ewigen, ſeine höhere Beſtime-
mung erreichen könne. Allein der- Leichtſinn und.
die Unſittlichkeit vieler Hausväter und die Thorheit. vies
ler Mütter in höhern und niedern Ständen. hat inzwis,
ſchen auch das häuslice Glü> vielſeitig zerſtört und. .
vernichtet. Man werfe nur einen aufmerkſamen Bli.
in Familien, bei welchen die häusliche Andacht vers
ſchwunden iſt, um ſi) von der Wahrheit- des Geſags-
ten völlig zu überzeugen. Wo die häusliche Andacht
unterhalten wird, da wohnt Friede und Troſt, =»

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