Styllehre. =- Suabediſſen.
6) Fracht, Ankündigungs- und Berichtbriefe. 3) Con-
venienz- und Höflichkeitsbriefe. VI. Größere Aufſäße
verſchiedener Art: Beſchreibungen -=- Schilderungen
r-- Abhandlungen.
Seltſamer Weiſe bringt Wurst erſt im Anhange
„Uebungen im Darſtellen gegebener Gedankenrei-
hen.“ =- Damit mußte der Lehrgang beginnen, weil
der Nachahmungstrieb des Kindes früher thätig iſt, als
der Erfindungsgeiſt.
D. Mit den 4 erſten Uebungen des Wurst'ſchen
Lehrganges vergleiche man den erſten Curs der
Scholz'ſchen Stylſchule, welcher folgende 4 Uebungen
enthält :
1. Vorſtellungen und Begriffe überhaupt. Ver-
hältniſſe und Gattungen der Begriffe.
11. Begriffserklärungen oder Definitionen. (a.
Dingwörter z bd. Eigenſchaftswörter 3 6. Zuſtands-
wörter.)
11. Mehrdeutigkeit der Wörter. (Begriffsraum
a. der Dingwörter 3 d. der Eigenſchaftswörter 3 c. der
Zuſtandswörter 3 d. Wiederholung und Eintheilung der
uneigentlichen Ausdrüe.
1VY. Sinnverwandtſhaft der Wörter. 1) Vor-
übung im Vergleichen und Unterſcheiden. 2) Ver-
gleihen und Unterſcheiden ſinnverwandter Begriffe,
3. ſinnverwandter Dingewörter 3 d. Cigenſchaftswörter z
c. Zuſtandswörter. 8) Wiederholung und Erweite-
rung dieſer Uebung.
* .* R
Wie Sprichwörter zu ſchriftlichen Aufgaben be-
nußt werden können, zeigt ein Aufſab in
Blätter f. Süddeutſc brauche d. Sprichwörter b. d. Unterr. in Volksſc<'' -- von
Häarlin ==
und
A. ZarnaL deutſche Sprichwörter zu Verſtandesübungcen f.
d. Schulcn bearbeitet 2. Birlin 1820.
Für Schüler höherer Sc Sprichwörter benußt werden : |
3) als Themata zu Aufſäßen z
bd) als Ueberſchrift einer Erzählung, deren Erfin:
dung und Einkleidung den Schülern überlaſſen bleibtz
c) Zuſammenſtellung ſinnverwandter oder entgegen»
geſeßter Sprichwörter z
d) Auflöſung räthſelhafter Sprichwörter.
- &
*
Zum Scluſſe theilen wir noch Einiges aus einer
Verfügung des k. Schulcollegii der Provinz Branden»
burg v. 13. Juli 1844: „den Sprachunterricht in
Volksſchulen betreffend“ ==“ mit. Hier heißt es über
den ſo eben beſprochenen Gegenſtand : -
„Eigentliche Stylübungen können in einer Elemen-
tarſchule nicht wohl angeſtellt werden, wohl aber kön-
nen und müſſen die Schüler angeleitet werden, gege-
dene und eigene Gedanken verſtändlich, ſprachrichtig
und überhaupt angemeſſen niederzuſchreiben. Je mehr
die Schüler genbt. ſind, Geleſenes und Vorgeleſenes
frei wieder zu geben, und je ſorgfältiger hierbei auf
Richtigkeit und Angemeſſenheit des Ausdru>ks geachtet
wird, deſto leichter und ſicherer werden die Uebungen
im Niederſchreiben eines gegebenen oder mit den Kin-
dern durchgeſprochenen Gedankens von Statten gehen.
„Die einfachſten Uebungen dieſer Art werden für
Kinder in Volksſchulen in der ſchriftlichen Beantwor-
tung beſtimmter Fragen aus dem Kreiſe ihrer Erfah:
-
" ten Gegenſtandes beſtehen.
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749
rung, in der Wiederholung einer den Kindern erzählten
Geſchichte, in der Erzählung eines von ihnen erlebten
Vorfalls, endlich in Beſchreibung eines ihnen bekann:
Der ſchriftlichen Abfaſ-
ſung muß, wenigſtens im Anfang, die mündliche Be-
ſprecqung des Gegenſtandes vorausgehen, damit den
Kindern ſowohl der Stoff, als die Anordnung deſ-
ſelben und der AusdruE dafür ſchou einizermaßen ge-
läufig ſei. Das Niederſchreiben einer von den Kin-
dern ſelbſt geleſenen Geſchichte wird ſich weniger frucht:
bar erweiſen, weil ſie ſich dabei zu ſtreng an das Ori»
ginal binden, und darum auf dieſem Wege nicht leicht
zu einiger Freiheit der Darſtellung gelangen.“
„Hiernächſt iſt es unerläßlich, den Kindern zur Ab-
faſſung der gewöhnlichſten Geſchäftsaufſäße, einer
Rechnung, einer Quittung, eines Sculdſcheins, einer
Beſcheinigung, einer Anzeige, eines Geſchäftsbricfcs
u. ſ. w. Anleitung zu geben. Am einfachſten und
zwe>mäßigſten kann dies geſchehen, wenn den Schülern
anfangs zwe>mäßige Formulare ſolcher Aufſäße zum
Abſchreiben vorgelegt werden, wenn ihnen an dieſen
Muſtern gezeigt wird, worauf es bei Aufſäken jeder
Art ankomme, und wenn ſie endlich angeleitet werden,
nah den ihnen vorgelegten Muſtern andere Aufſäßke
derſelben Ärt nach vorgeſchriebenen Angaben anzufer-
tigen. Die Abſchriften ſowohl, als die eigenen Arbei-
ten der beſſern Schüler können benußt werden, ihre
Mitſchüler im Leſen einer mehr oder minder leſerlichey
Handſchrift zu üben, was durch lithographirte Schrift:
ſtüe nicht ſo vollſtändig und nicht ohne Koſten errcicht
werden kann. Es iſt uns unter der großen Anzahl ſo:
genannter Briefſteller keiner bekannt, der eine auxrei-
Gattung von Geſchäftsaufſäben enthielte 3 do die Lehrer, denen es an guten Muſtern fehlt, aus fol-
genden Werken:
1) Dcr Screiber in d. Gewerbe - , Sonntags - u. Bürgcrſch.
v. G. Schulz. Preis 25 Nar. =“ 2) Formular f. d. Ge-
ſchäftsleben v. Herzſprung. Berlin, Heymann. Preis
1 Thlr. 74 Nar,. '
die nöthigen Formulare entnehmen und dieſe zugleich
als Vorlegeblätter für den kalligraphiſchen Unterricht
benußen können.“ K-=ſch.
Suabediſſen, David Theodor Aug. Dr. , Kurb.
Hofr. und ordentl. Prof. der Philoſ. an der Univerſität
zu Marburg, war geboren am 14. Apr. 1773 zu Mel-
ſungen, einer Stadt in Niederheſſen, wo ſein Vater Ju-
ſtizamtmann war, und erhielt ſeinen erſten Unterricht zu
Biſchhauſen , dem nachherigen Wohnorte ſeiner Eltern,
von einem gothaiſchen Candidaten des Predigtamtes,
Namens Biſchof. Als er in ſeinem 11. Jahre unge-
fähr ſo weit gekommen war , die Lebensbeſchreibungen
des Cornelius Nepos überſeßen zu können, auch einige
hiſtoriſche und geographiſche Kenntniſſe erworben hatte,
wurde ſein Vater nach dem Amte Melſungen zurück-
verſeßt. Daſelbſt beſuchte der Sohn die Stadtſchule.
Dieſe aber war damals in einem ſo ſchlechten Zuſtande,
daß er in ſeinem 144; Jahre, zur Zeit ſeiner Einſegnung,
womit der Austritt aus der Shule verbunden war,
nicht viel mehr wußte, als er in ſeinem 11. Jahre gc-
wußt hatte. Darauf blieb er faſt ein ganzes Jahr
lang ohne allen Unterricht, da es ſeinen Eltern , bei
einer zahlreichen Familie, niht möglich war, ihm einen
beſondern Lehrer zu halten. Zur Selbſtbeſchäf.igun.z
Fm. gar - es wun mn iy

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