weſen ſelbſt, zu erweitern. Er hatte ja nun alle mög»
lihen Arten von Schulen durchgema drigſten Clementarclaſſe bis zu den oberſten Claſſen
des berühmteſten Gpmnaſiums hatte er unterrichtet.
Mit der Erziehung für das bürgerliche, . höhere Ge-
ſc dem Unterrichte für den Gelehrtenſtand 3 = in Mag-
deburg wurde er in das Realſchulweſen eingeweiht.
So verlebte er fünf Jahre bei glüklichen Verhältniſſen
zu Hauſe und im Umgange mit wa>kern Freunden, un-
ter denen vorzüglich ſein nächſter College, der Profeſſor
Richter, und der, leider! zu früh verſtorbene Director
Heyſe namhaft zu machen ſind. Auch in der Schule
geſtaltete ſich Manches anders und beſſer. Hundeiker
wurde nac< Bremen berufen und Schulz kam an
ſeine Stelle, ein Mann, für ſein Amt ganz tüchtig.
Eine ſchöne Muße bewirkte, daß Tekner einige
Schriften für die Jugend verfaßte: „Abende auf dem
Hermannſtein“ und „Schule der ſieben Weiſen.“
Darauf folgte, durch ſeine amtliche Stellung und durch
den Umgang mit Heyſe dazu aufgefordert, die Bear-
beitung des „Leitfadens für den deutſchen Sprachuntere
richt! , ingleichhen das „Leſebuch für Bürgerſc Auch wurden die früher ſchon bearbeiteten Hefte: „die
Voltigirſchule“ und die „Geſchichte der Hellenen“ zum
Dru befördert, die „Geſchichte der Romer“ aber in
der Reinſchrift vollendet.
Für immer in Magdeburg und namentlich in der-
ſelben Lage zu bleiben, war nie Tekners Wunſch.
Das Einſeitige der Unterrichtsgegenſtände, auch wohl
manche andere, nicht zu beſeitigende Dinge wurden
ihm mit jedem Tage unerträgliher. Da meldete ihm
abermals Bernhardi, daß man zu Langenſalza in dem
geliebten Thüringen das Schulweſen geordnet habe und
hun einen Director ſuche 3 zugleich theilte er ihm die
Grundzüge der neuen Sculeinrihtung mit, wonach
mit einer Bürgerſchule ein Seminar und eine Vorbe-
treitungsſchule für Gymnaſien verbunden ſei. Da blü-
hete die Hoffnung , vielſeitig zu wirken 3 da ließen ſich
die geſammelten Erfahrungen an den Mann bringen z
da durfte Tetzner hoffen, ſelbſtſtändiger zu ſein, als in
Magdeburg : er bewarb ſich alſo um die Stelle und er-
hielt ſie auch ohne Weiteres. Die öconomiſchen Ver-
hältniſſe hatten ſich zwar durch dieſe Veränderung nicht
gebeſſert 3; indeſſen auf jeden Fall die amtlichen. Mit
ſchwerem Herzen nahm er von ſeinen bisherigen Freun-
den, mit leichterm von ſeinem Amte Abſchied und er-
teihte am 14. April 1824 ſeinen jehigen Wohnort
Langenſalza.
- Ein herzliches Entgegenkommen des (nun auch zu
ſeiner Ruhe eingegangenen) hochverſtändigen Superin-
tendenten Dr. Bonib, der, ſelbſt ein ächter Schulmei-
ſier, ſtets der Lehrer Freund warz ein brauchbares Leh-
rercollegium 3 eine lobenswerthe Humanität von Sei-
ten des Magiſtrats und eine vom Sculrath Hahn
Überaus zwe>mäßig entworfene Organiſation des Lan-
genſalzaer Schulweſens, „belehrten den neuen Director
gar bald, daß er eine glückliche Wahl getroffen hatte.
Friſch und fröhlich begann er ſein neues Werk, und
haite die Freude, ſchon im erſten Jahre zu erleben, daß
es trefflich gedieh, und daß es ſich die Achtung und das
Vertrauen der waerſten Einwohner in einem hohen
Grade erwarb. Bei ſeinen eigenen Unterrichtsgegen-
fänden ſowohl, als auch bei der Beaufſichtigung der
0a leinen omen umme erm x zune

Tpemen,
801
Sculclaſſen war er ſo ganz in ſeinem Clemente. Der
freundlihe Umgang mit Bonikß erſehte den frühern
Umgang in Magdeburg gänzlich. Mit Arbeiten wa
er nicht ſo überladen, daß er nicht auch einige Zeit auf
ſchriftſtelleriſche Verſuche hätte verwenden können; mei:
ſtentheils bearbeitete er aber Gegenſtände für die Lan:
genſalzaer Schule insbeſondere berechnet, z. B. „An»
deutungen aus der Geſchichte aller Völker “z „Andeuc-
tungen aus der Geſchichte des Mittelalters z das
„Leſebuch für Oberclaſſen.“ Zugleich erſchienen noch
„der Sc „Zeitgeiſt und Sto> ,'' ingleichen eine Menge Abhand»
lungen und Recenſionen in pädagog. Zeitſchriften.
Die Vorbereitungsſchule und das Seminar zy
Langenſalza ſind im Jahre 1829 aufgehoben und jekt
beſikt die Stadt nur bürgerlihe und Volksſchulen.
Mane wollten ſich mit dieſer Maßregel nicht befreuns
den 3 Tebner hat indeſſen ſich dazu verſtanden, in dies
ſen € hulen auch ferner Unterricht zu ertheilen, und
die Aufſicht über dieſelben zu führen, obgleich er nicht
ohne Schmerz ſich an vergangene Zeiten erinnerte. =+
Die von ihm herausgegebenen, in das Schulfach
einſchlagenden Schriften ſind ungefähr folgende :
3) Leſcbuc<) für Bürgerſchulcn. Magdeburg 1822. -=
b) Leſebuch für Oberclaſſen, 2. Auflage. Leipzig 1843. -=
c) Geſchichte der Hellenen, Brandenburg 1824. --- d) Ges
ſchichte der Nömer. Brandenb. 1824, --- 8) Neue Lolti-
girſchule. Nordhauſen 1822. f) Katehismus der Volti-
girkunfſt. Leipz- 1828. =- g) Schwimmerkate Leipz. 1827. =- h) Andeutungen aus der Geſchichte älterer
Völker. Mühlheim 1824. -- i) Allgem. Geſchi 2. Aufl. Leipz. 1837. =- k) Leikfaden für den Unterricht
in der allgemeinen Geſchichte. 2. Aufl. Leipz. 1840. --
1) Allgem. Geſchichte in Tabellen. Leipz. 1840. --- m) Erde
kunde für Vürgerſchulen , Seminarien ze. Leipz, 1843. --
pn) Geſchichte der Zigeuner. Weimar 1835. =- 0) Preuß«nz
Geſchichte ſeines Volkes und ſeiner Fürſten von der frühe-
ſten bis auf die neueſte Zeit. 3 Bde, Leipz. 1845-1846.
-=- p) Gewöhnliche Wahrheiten in ungewöhnlichem Ge-
wande. Langenſalza 1845.
Themen zur Bearbeitung für Volks-
ſ Themata aufgeſtellt, welche den Elementarſchullehrern
über Gegenſtände des Volksſchulweſens' aufgegeben
werden können, um ihre Bearbeitung bei Conferenzen
zuſbeſprehen. Wir theilen hier diejenigen mit, welche
der Prediger Fr. Thiemann in Reeſen bei Burg in
dee Allg. S.-Z. des Jahres 1883 (Abth. 1. Nr. 42.)
aufſtellte :
I. Religion und Sittenlehre, mit Vibelleſen und bibl. Gc-
i 1) Katechiſation über Röm. 3, 23. 24. 2) Desgleichen
über das ſiebente Gebot. 3) Desgl. über den Ausſpruch:
„Der Herr hat mein noh nicht vergeſſen , vergiß , mein Herz,
au< ſciner nicht!“ =-- 4) Entwurf zu einer mündlichen Kate-
Desal. über 1 Timoth. 2, 4. 7) Des8gl. über 1 Timoth. 6,
6--10. 8) Desgl. über 1 Moſ. 50, 20. und andere Stellen
des A. und N. Teſtaments. 9) Examen über Matth. 26,
17---29., in einer Volksſchule angeſtellt. 10) Vortrag in der
Scule zu ***. Taufe Chriſti, und Einſezung der Taufe. 11) Entwurf zu einem mündlich zu haltenden Exa-
men über die Regierungsgeſchichte Davids. 12) Examen in
der Schule zu *?** über die Geſchichte des Apoſtels Petrus.
13) Angabe einer Anzahl von Stücken in der bibliſchen Ge-
ſchic zuſchließen ſein möchten , nebſt Beweis. 14) Wie ſoll der
Landſchullehrer Vaterlandstiebe bei der Schuljugend we>en
und fördern ? -“- 15) Ermunterung zur willigen Leiſtung der
Abgaben an den Staat. Geſpräch zwiſchen einem Landſchul-
lehrer und einen: Landmanne, 16) Wie 3 der Landſchul-

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