Junker.
Bibliothek der vorzliglichſten Reiſebeſchreibungen aus der frü-
hern Zeit. Von G. W. Lorsba<, 1. Vand. Marburg.
1805. Krieger. |
Bibliothek der vorzüglichſten und neueſten Reiſebeſchreibungen
über alle Theile der Welt in ſyſtematiſcher Ordnung. Mit
Andern herausgeg. von I. Hörner, 8. 2Bde, Hildburg-
haufen , 1828, 1829, Keſſelring. | -
I. H. Campe, die Entdeckung von America, 3 Theile. 12.
Braunſchweig , 1831. Sculbuchhandl. | |
Derſelbe , ſämmtliche Kinder - und Jugendſchriften mit Ku-
pfern. 38 Theile. 12. CEbendaſ. |
K. Ph. Funke, neues Elementarbuch. 5 Bände mit Ku-
pfern. 8. Berlin, Voß , und eine Menge anderer Schriften.
Jac. Glaß, die frohen Abende oder Erzählungen eines Va-
ters im Kreiſe ſeiner Kinder. 3 Theile, 4. Leipzig, 1810
-“12. E. Fleiſcher. |
Derſelbe , Erzählungen für Kinder und Kinderfreunde, 16,
Ebendaſ. 1824. -
A. L. Grimm, Fabelbibliothek für die Kinder, oder die aus-
erleſenſten Fabeln der alten und neuen Zeit. 3 Bändchen. 8.
Frankfurt, Wilmans. 1837. (Gebhard in Grimma.) -
Derſelbe , Kindermiährc 18
17.
Derſelbe , Lina's Mährc Brüder Grimm, Kinder - und Hausmährchen. 2 Bände.
Berlin, Reimer. 1819-22. |
2 Bände. Berlin, Nikolat.
Dieſelben , deutſche Sagen.
1816-- 18. |
&%. Cph. v. Schmid, (nicht zu verwechſeln mit I. Schmid)
Kinderbibliothek. 16 Bändchen. 8. Augsburg , Sc ſer. 2. Aufl. a
Derſelbe , Jugendbilderſaal. 16 Bändc<. Augsburg , Schloſ»
ſer. 1838. und eine Menge anderer Scriften dieſes Verfaſ-
ſers , deſſen Werke auch im Anslande Anerkennung gefunden
aben. .
Fr Chr. W. Jakobs, Allwin und Theodor , ein Leſebuch
„für Kinder. 3. Aufl. 1817. Leipzig, Dy>&. (Der Ver-
faſſer der berühmten Jugendſchrift iſt der bekannte Philolog
Jakobs, ein Mann, der in jeder Beziehung und im wahren
Sinne des Wortes den Ramen eines Humaniſten ver»
dient.) . -
Gotth. Heinr« v- Shubert, Lehrbuch der Naturge-
ſchihßte. Erlangen , Heyder. 12. Aufl. 1840.
Heinr. Rebau,Frühlingsbilder. Stuttg., 1828. Hoffmann.
Derſelbe , die deutſche Geſchichte für Stadt - und Landſchulen.
Karlsruhe , Marx. 1824.
Derſelbe, der deutſ (Karlsruhe, Braun.) |
Derſelbe, ausgewählte Fabeln. 3. Aufl. Augösburg,
Jeniſch und Stade. 1840. /- .
Derſelbe, der kleine deutſ lingen , 1839. €C. F. Fiſcher jun. .
Deſſen Naturgeſchichte von Ho<ſtetten bearb. 2 Th.
Reutlingen , Mä>en. Hat in Kurzem 4 Aufl. erlebt. =
- Hohſtetter's Pflanzenkimde und Mineralogie iſt ebenfalls
fehr zu empfehlen--- Re bau hat auch eine Menge Jugend-
ſchriften geſchrieben , wodurch er fich als in hohem Grade zu
dieſem Zweige der Literatur befähigt gezeigt hat. = Für Ge-
ſchic's allgemeine Weltge-
ſ ſchweig, ein Werk, welches, wenn Frgend eins, die Jugend für
Geſchichte zu intereſſiren vermag. "
Junker (Friedrich Auguſt). Er ging von der
Franke'ſchen Schule aus und war im Jahr 1753 in
Halle geboren. Sein Vater, ein Schneidermeiſter,
war einer der rechtlichſten Blrget der Stadt und ein
Bruder des als Arzt noch jeßt in rühmlichem Andenken
ſtehenden Prof. Joh. Junker. In der Schule des
Waiſenhauſes. ward er von Kindheit an erzogen und in
ſeinen Univerſitätsjahren wär er beſonders ein Schüler
des ältern Dr. Knapp, Nöſſelt, Meier. Erun-
terrichtete bald in den Schulen, die ihn ſelbſt gebildet
hatten und ward ſeit 1775 als ordentlicher Lehrer am
Königl. Pädagogium angeſtellt. Als er im Jahre 1780
als Feldprediger zu dem General v. Salderw'ſchen Regi-
-
.
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menk in Magdebürg berufen würde, empfahl er ſich ſo-
gleich durch die ausnehmende Thätigkeit und Gewandte
heit, womit er theils den Unterricht der Junker und
jungen Officiere, theils die Garniſonsſchule beſorgte, ſo»
wohl ſeinem erſten Chef, als dem Nächfolger deſſelden,
dem General v. Langefeld und dem durch wiſſenſchaft-
liche Kenntniſſe ausgezelchneten Feldmarſchall v. Kalke
reuth im hohen Grade. Hier lernte ihn der Herzog
Carl Wilh. v. Braunſchweig als damaliger General«
Inſpector aller umliegenden Regimenter kennen und
rief ihn unter den ehrenvollſten Bedingungen 4799
nach Braunſchweig, als Garniſonprediger und Director
des Waiſenhauſes. Hier hat er 15 Jahre, anfangs
unter manchem Widerſpruch, dann aber deſto glüElicher,
und nür zulebt gebeugt von den SchiFfſalen, die den
Landesherrn trafen, gewirkt, und ſich überall um den
ihm anvertrauten Jugenduntertimt große Verdienſte
erworben.
Im Prackiſchen war ſein Talent: große Lebendig:
keit und die Gabe, ſich den Kindern, ſo wie ſeinen Un»
terlehrern, höhſt intereſſant zu machen. Er war kein
Experimentirer, der durch neue Methoden Alles
verbeſſern zu können vermeint und alle Augenblie nete
Einfälle hat. Vielmehr brachte er manches Alte, Ver-
oeſſene und Verdrängte wieder auf. Mehrere ſpätert-
hin nach Peſtalozzi benannte, und , weil ſie von fern-
her kamen , als ganz neu geprieſene Methoden, nament-
lich das Tactmäßige des Zuſammenſprechens.
das ſogenannte Lü>enloſe in gewiſſen Uebungen,
konnte mani in Junker's Schulen lange zuvor in vol-
lem Gange finden. Den Lehrkreis der Volksſchulen
wollte er allerdings erweitert wiſſen, aber nur bis auf
einen gewiſſen Punct. Den Religionsunterricht knüpfte
er ganz an die Bibel an.
„Auf ſeine Gehülfen hatte er dur< Wort und
Beiſpiel den bedeutendſten Cinfluß. Seine Vorträge
waren einfach, derb und kräftig. Nichts von ſüß-
lichem Geſchwäsz nichts von äſthetiſch-pädago-
giſch-myſtiſchen Phraſeologieen. Selbſt ſehr mu:
ſikaliſch, verſäumte er auch in ſeiner Schnle den Go
ſang am allerwenigſten. In ſeinen Freiſtunden be-
ſchäftigte er ſich als Freund der Mathematik und Me»
woraus nach und nach eine kleine Fabrik ward, die ſehr
vielen Schulen ſolh Preiſe geliefert hat."
Seine Schulbücher ſind in autßerordentlicher Menge
in allen Gegenden Deutſchlands verbreitet und das Bil-
dungsmittel unzähliger Kinder geworden. Von dem
„bibliſchen Katehismus“ ſind, NachdruFe unge«
rechnet, wenigſtens 50 bis 60,000 Exemplare in Um»
lauf gekommen. Der würdige Conſiſtor.-Vicepräſident
Dr. Nebe in Eiſenach iſt der Commentator dieſes Kae
techismus geworden. S. Hergang's Handb, der pä-
dagog. Literatur. S. 94. Seine deutſche Sprach- -
lehre hat weniger Glü> genta nicht wohlgethän, durch neue Terminologieen die Sacht
zu erſchweren.
Junker erreichte nur das 63. Jähr, denn er ſtarb
ſchon am 8. Januar 1816. Seine leßten Lebens«
jahre waren weder heiter noch ſchmerztios. Er ruht
auf einem Begräbnißplaße, nahe an deim Garten und
der Gruft ſeines ihm ſehr eng verbundenen Freundes,
Campe, um den er ſich große Verdienſte erwärb, als
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