dieſer in einen geſtörten Gemüthszuſtand gerieth, den
erſt der Tod endigte. 7
Von ſeinen Scriften nennen wir folgende:
136 Tafeln mit 4000 abgeſondert ausgerehneten zwe&mäßi-
gen Exempeln. Sie erſchienen 1793 in der erſten Auflage
und im Jahre 1838 in der ſec Aufl. Halle im Verlage der Waiſenhausbuc Kleines S Kalender. = Kalligraphie.

Dene a. 76. Aufl. 8. Braunſchweig, Shulbuc UT Gr.
Bibliſcher Katehismus f. Volköſchulen. Halle, Wai-
ſenhausbuchh. 1834. 19. Aufl. (2 Gr.)
Zur Herausgabe dieſes und des nachgenannten Handbuches
hatte ihn der ſel. Kanzler Niemeyer ermuntert.
Handbuch gemeinnüßiger Kenntniſſe, für Volks-
ſchulen. 3 Th. (2 Rthir.) 1787.
K..
Kalender, Kalenderkunde. Der Kalender,
welcher nächſt der Bibel und dem Geſangbuche zu den
am meiſten verbreiteten und populärſten Volksſchriften
gehört, iſt gewiß ein nicht unzwe&>mäßiger Leitfaden des
Unterrichts in Volks-, namentlich Dorfſchulen. Indem
er auf der einen Seite, als ein faſt unentbehrliches Haus-
geräth, tief in die Ordnung des alltäglichen practiſchen
Lebens eingreift, auf der andern Seite aber auh an die
Natur, an das Ueberſinnliche, ſelbſt an das Religiöſe
und maßen ein Verbindungsglied zwiſchen dem practiſchen
Leben und der überſinnlichen Welt, eine Vermittelung
beider. Eindringlicher , als auf irgend eine andere Art,
laſſen ſich hieran mancherlei naturhiſtoriſche, geſchicht:
liche und moraliſche Lehren anknüpfen, da der Lehrer
hierbei ſchon man Scülern vorfindet, die eben durch die natürlichen Cin-
wirkungen des Kalenders ſich gebildet haben, und die
dabei nie ihr Intereſſe verlieren, weil ſie ſic) immer von
neuem im täglichen Leben geltend machen. Wirklich
iſt auch dieſes Hilfsmittel ſchon in vielen Volksſchulen
mit gutem Erfolg benubt worden und es wäre zu wün-
ſchen, daß ſich zu den mancherlei Volkskalendern, die ſeit
einiger Zeit in immer verbeſſerter Geſtalt erſcheinen,
recht bald auch ein zu jenem ZweEe beſonders eingerich:
teter Volksſc populären Belehrungen über das Kalenderweſen enthält
no Steinbe>'s aufrichtiger Kalendermann. 3 Bde. 7. Aufl.
von Hempel. Leipzig, 1829. (20 Ngr.)
Außerdem ſind noch folgende Schriften zu nennen:
S. Muhl, popul. Kalenderkunde. Trier, 1833, (10 Nar.)
Gin (gdren 5 lithographirte Wandkarten für Shulen.
1 . u -
M C. Mün<, die Kalenderkunde oder Anleitung zur riche
tigen Rennt des Kalenders. 6. Aufl. Augsburg , 1839.
:i4 Ngr. . |
& Tuch den Art. Himmelskunde (im Nachtrag).
Kalligraphie (Schönſ ſem Artikel ſoll zugleich das Ganze des Schreibunter-
richts im Allgemeinen abgehandelt werden, weil wir
. von dem Grundſatze ausgehen, “daß das Lehren des
Schreibens zugleich und von -Anfang an, nicht nur
nebenbei, ſondern weſentlich, auf das Schönſchreiben
gerichtet ſein müſſe. Es befördert dies nicht nur die in
vieler Beziehung ſo wohlthätige frühe Ausbildung eines
gewiſſen äſthetiſchen Formenſinnes, ſondern kommt auch
den Schülern bei dem ſpätern Eintritt in die Welt und
das practiſche Leben, faſt bei jedem Berufe, welchen.ſie
erwählt haben mögen, vielfach zu Statten. Außerdem
wird aber no< durch eine grundſäßliche und conſequente
Richtung der Schreibunterrichts- Methode auf das kunſt-
gemäße Schöne, ſowohl dem Lehrer das Lehren, als auch
dem Schüler das Lernen ungemein erleichtert. Jener
findet dem Verſtändniſſe der von ihm vorgeſchriebenen
Regeln nicht wenig durc< das natürliche Gefühl der
Schüler , welches nur no< mehr gewe>t wird, vorge-
arbeitet, und dieſe werden durch den größeren Geſchmatk>,
welchen ſie an der Sache finden, und durch das Be-
wußtſein einer freieren künſtleriſchen Thätigkeit, wenn
es auch eine ſehr niedere iſt, no< mehr ermuntert, ---
Die Grundſäkße nun, nach denen der Schreibeunterricht,
und zwar, nach unſerer Anſicht, für Zöglinge aller
Stände und aller Arten von Schulen ohne Unter-
ſchied, zu behandeln iſt, laſſen ſich unter folgende drei
HauptſtüFe zuſammenfaſſen: 1) die techniſche Me-
thode des Schreibens ſelbſt, wonach die Zöglinge kunſt-
gemäße Schriftzüge nachbilden und unter einander ver-
binden lernen ſollen; 2) die dazu erforderlichen Hand-
griffe, die körperliche Haltung dabei und ſonſtige
Aeußerlichkeitenz; 3) die Uebung in der Anwens
dung des Erlernten und dabei zu berüſichtigende
Nebenzweke. -“- [. Die techniſche Methode.
Hierbei iſt durch das ſchon Eingangs erwähnte äſtheti»
ſche Princip ſchon eine ziemlich entſcheidende Richtſchnur
gegeben. Wie bei jeder Kunſt wird alſo auch hier,
wenn auch in niederem Grade, vor Allem auf freie
künſtleriſche Formbildung hingewirkt, der künſtleriſche
Sinn erweEt und dieſer als dasjenige betrachtet werden
müſſen, wodurch allein Auge und Hand regiert wer-
denz; dagegen alles Mechaniſche nur als nothwendiges
Hilfsmittel zu behandeln ſein. Damit wird noh nicht
verlangt, daß alle Kinder ohne Ausnahme ſchon in den
Elementarſchulen einen großen Theil ihrer Zeit mit
mühſamem Malen der Kanzlei- und Frakturſchrift und
anderer für den nothwendigſten practiſchen Bedarf ent»
behrliher Zierſchreiberei verſchwenden z aber die erſte
Grundlage ſoll doch ſogleich ſo gelegt werden, daß ſich
daran ſpäter, wo es die Umſtände erfordern, die weitere
Vervollkommnung anknüpfen läßt. Obigem Grund-
ſaß gemäß erklären wir uns entſchieden gegen alles alls
zu pedantiſche, bis auf die kleinſten Einzelheiten ſich er:
ſtreende Methodiſiren, gegen allen mechaniſchen Sche-
. mati8Smus, wobei die Regelmäßigkeit der Schrift durch
ein bequemes Fachwerk von allerlei Linien, die der
Schülex halb blindlings ausfüllt, erlernt werden ſoll,
gegen allzulanges Aufhalten bei dem Nachbilden der
einzelnen Theile, aus denen die Buchſtaben zuſammen»
geſezt ſind und endlich ſelbſt gegen eine allzuſtrenge,
auch die kleinſte Eigenthümlichkeit eines blos individuel-
len Ductus der Schüler, ſelbſt wenn ſie den Regeln der

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