heiter iſt, und die auf ſanfteren Stufen zum höhern
Frühlinge heben.“ W. ſtarb am 16. Decbr. 1804 im
79. Jahre. Leipzig ehrte ſein Andenken durch ein
feierliches Leichenbegängniß, an dem Univerſität und
Stadt, Mitdürger und Ausländer, Perſonen aus allen,
auch fürſtlihen Ständen Theil nahmen. Mit dieſer
Huldigung des edlen, wohlwollenden Mannes ſtimmte
der ehrenvolle Nachruf in öffentlichen Blättern, und
die Gedähtnißfeier in Schulen und auf Schaudühnen
vollkommen überein, und die dankbare Nachweltgründete
eine wohlthätige Waiſenverſorgungsanſtalt unter dem
Namen Weißeſcher Stiftung in ſeiner Geburts-
ſtadt Annaberg. Von dieſer Stiftung berichtet die
Allg. Schulztg. Igg. 1826 Abth. 1. Nr. 43 unter der
Aufſchrift: „Die Feier“ des hundertſten Geburtstages
CE. F. Weißes in Annaberg.“ .
Er hat ſich ſelbſt mit vicler Aufrichtigkeit geſchildert
in ſeiner
Selbſtbiographie, herausgegeben von deſſen Sohne
Chriſtian Cruſt W. und Schwiegerſohne Sam. Gottlob
Sriſch. Mit Zuſägen von dem Lektern. Leipzig , b. Vob.
Außerdem gab der von Dr. Döhner vor mehren
Jahren herausgegebene Volksſchulfreund eine Lebens8ge-
ſchichte des trefflichen Jugendſchriftſtellers , die abge-
ſondert unter folgendem Titel erſchien:
„Tebensgeſchichte Chr. Felix Weiße's. Nac deſſen
eigenen Nachrichten erzählt von H. CG. Iphofen und her-
ausgegeben von G. F. Döhner"“ (Kirckau).
Freiberg , bei Craz und Gerlach. 1826. (10 Ngr.)
Dieſe Schrift enthält auch ein vollſtändiges Verhzeichniß
der Schriften , welche von und über Weiße verfaßt ſind. Es
iſt entlchnt aus dem „Gelehrten Deutſchland“ von Meuſel.
19., 20. , 21. Bd. Lemgo. 2820 bis 1826, ferner aus dem
Taſchenbuche für Geſchichte und Literatur im Königr. Sach-
ſen, 1 Igg. Drezsden. 1825, und einigen andern Schriften.
Die für die Jugend geſchriebenen Bücher W.'s ſind bereits in
der Biographie aufgeführt; außerdem erwähnen wit no<, daß
vom IJ. 1833 ab zu Breslau Weiße's Kinderfreund im
alten Sinne , jedoc Wilhelmsſchule Dr. Er aucolm, als Wochenblatt fortgeſebt
wa .
„Die Stelle, die ein guter Menſch betrat,
Iſt eingeweiht 3 ==“ nah hundert Jahren klingt
Sein Wort und ſeine That dem Enkel wieder.“
LBeltgeſchichte ſ. Geſ „Beltfunde ſ: Gemeinnükhige Kennt-
niſſe. | .
Weßberge (Heino), vormaliger Rector zu
Springe im Hannoverſchen. Derſelbe hat ſeine Bil-
dungs- und Lebensgeſchichte ſelbſt unter folgendem Ti-
tel herausgegeben: „Heino Martine, oder: merkwür-
dige Bildungsgeſchichte eines Schulmannes im Han-
nover'ſchen, nebſt deſſen Amts- und Lebenserfahrungen.
Nebſt vier Beilagen. Hannover. 1839. Im Verlag
der Hahn'ſchen Hofbuchhandlung. Mit dem Motto:
er varl0s CaSus, per tot WSscrimina rerum Tendimus
Sü pP 9 pP
in ==“ Latium““, (20 gGr.) Es iſt darin gerade nichts
Neues zu finden, doch ſehr viel Beherzigungswerthes
für Eltern und Erzieher, was durch eine mehr als
42jährige Erfahrung anſchaulich gemacht und beſtätigt
wird. Beſondern Nuten kann die Lectüre jungen, an-
"gehenden Lehrern gewähren. Wir theilen hier das
Wichtigſte in möglichſter Kürze mit.
Der Vater unſers Biographen war am 18. April
1718 zu StoFholm geboren, erlernte die Chirurgie,
krat während des Krieges in hannöverſche Kriegsdienſte
und ſtieg bis zum Quartiermeiſter. Wegen eines er
Weiße. = Weßberge.
haltenen Bruchſchadens wurde er unter ein Zelliſcheg
-Landwehrregiment verſeßt, im IJ. 1758 zum Fähn«
dri, 1760 zum Leutnant ernannt. Im Z. 1773
wurde derſelbe in einem Filialdorfe Schullehrer und
verſah dieſen Dienſt bis an ſein Ende mit lobenswür-
diger Gewiſſenhaftigkeit und Treue. Er trug mitun-
ter als Schulmeiſter die rothe Officiersuniform bei ge-
flochtenem eigenen Haar. Wie haben ſich do><> die
Zeiten geändert! Daß man Unterofficiere zu Schul:
meiſtern machte, iſt bekannt, aber -ein Leutnant ---+
das möchte wohl einzig daſtehen. Dieſer merkwürdige
Schulmeiſter hatte ſe das jüngſte war. Die erſte Frau ſtarb und der 55
Jahre alte Mann heirathete ein Mädchen, das 20
Jahre jünger war und dem Vater no< drei Kinder
ſchenkte. Heino weiß von ſeiner Kindheit nur noh,
daß er früh im Leſen, Schreiben, Rechnen und Cla:
vierſpielen Anweiſung erhielt. Als der Vater ſtarb,
kam Heino zu ſeinem älteſten Bruder, der einen
Bauernhof beſaß. Hier ſchon , no zu ſein, unterrichtete er mehre Kinder. Nach der Con-
firmation trat er als Haushaltungsſchreiber in den
Dienſt eines Oeconomen. Vielen Gefahren war er
hier ausgeſeßt. Darauf kam er als Bedienter zu einem
Beamten und Rechtsgelehrten und ſpäter zu einem
Officier. Ohne alle Aufſicht und Leitung kam er in
Berührung mit den ungeſittetſten, roheſten Menſchen
beiderlei Geſchlechts. Er ließ ſich als Gardiſt anwer-
ben, 19 Jahr alt. Na einer Dienſtzeit von zwei
Jahren und vier Monaten ergab es ſich, daß er beſſer
für die leichte Cavallerie paſſen würde; er nahm ſeinen
Abſchied und ward Gehilfe eines Verwalters, und als
dieſer ſtarb, Verwalter. Da zeigte ſich in ihm die
Neigung, Schullehrer zu werden. Oſtern 1793 trat
er in das Seminar in Hannover ein. Na einem
Vierteljahr verſeßte man ihn in die unkere und nach
Verlauf eines Jahres in die obere Ordnuno der Se-
minariſten. Nach zweijährigem Aufenthalte erhielt er
eine Shullehrerſtelle von 220 Thlrn., und wurde am
11. April 1795, als an ſeinem 25. Geburtstage, in
dieſelbe eingeführt. Am 25. Juni deſſelben Jahres
verheirathete er ſic. Nach zwei Jahren bewarb er ſich
um die Küſter-, Organiſten und Schullehrerſtelle in A.,
die er erhieltz ſie bra ſeine Frau mochte lieber auf dem Lande als in der
Stadt ſein. Nach ſieben Jahren und acht" Monaten
verließ er A. und ging als Rector nach Plattenſen,
obgleich ihm eine Schulſtelle mit weit größerem
Cinkommen angeboten warz doch der Titel „Nector"
wirkte hier mit. Hier bildete ſich Heino noch weiter
fort und legte eine kleine Erziehungsanſtalt an, ſo
daß er bald zu einigem Rufe gelangte. Zm J.
1811 erhielt er das Rectorat in Springe. Die
Prediger waren dagegen und wollten einen Candidaten
des Predigtamtesz ſie nöthigten ihm daher das Verſpre-
homileticum zu hören, um die Licenz zu erlangen. die
dem Rectorate inhärirenden zwei Predigten ſelbſt zu
halten. Das GConſiſtorium verwarf aber die Erledi»-
gung dieſer Klauſel. Heino hatte hier Viel zu käm-
pfen. Seine Erziehungsanſtalt vergrößerte er hier noc<
und nahm ſich zu dieſem Behufe einen Gehilfen.
Manches unangenehmen Auftrittes mit den Predigern,
ſo wie anderer Unannehmlichkeiten wird erwähntz allein
us ananidihen em dr verirrten nn edierte

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