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Steeger. Königsberg. 10. Jgg. --- Vierkeljahrs-
ſchrift, pädagogiſche. Zeitſchrift f. d. Gelehrte - und
Realſchulweſen 2c. Unter Mitwirkung vom Director
Curtmann, Edſtein, Schniker, Kapff. Stuttgart. =-
Jugendbildner, der katholiſche, eine pädagog. Zeit-
ſ gegeben von C. Barthel. 9. Igg. Brexlau. --- Mo-
natsſchrift, pädagogiſche, herausgegeben von F. Löw
und J. Körner. Magdeburg bei Laue. --- Kirchen-.
und Schulblatt für das Herzogthum Schleswig - Hol-
ſtein und Lauenburg. Red.: Th. Jeß und E. Vers-
mann. 32 Nrn. gr. 4. (2 Thlr.) --- Schulbote, ſüd-
deutſcher, Zeitſchrift für das deutſche Schulweſen.
11. Igg. (1847.) Red.: Inſpector Völter. 26 Nrn.
(Bogen) 4. Stuttgart, Belſer. (nv. 1 Thlr.) --- Volks-
ſchule, die. Cine pädagog. Monatsſchrift. Redigirt
im Auftrage des Würtemberg. Volksſchullehrer - Ver-
eins von Dr. G. A. Rieke. 7. Jag. (1847) 12
Hefte. Stuttgart. (n. 14 Thlr. 10 Nar.) --- Volks:
ſchul : Zeitung , ſchleſiſche, Organ für das geſammte
ſchleſ. Volksſchulweſen. Red.: Lehrer Hinke. 4. Jgg.
92 Nrn. Goldberg (Striegau, Hoffmann). (0. 1 Thlr.
10 Nar.) -- Sdullehrer - Zeitung , ſchleſiſche. Red.
von Chr. G. Scholz. 1847. Breglau, Scholz. (1 Thlr.
10 Nar.) -- Blätter aus Süddeutſchland für das
Volks - Erziehungs - und Unterrichtsweſen. Unter der
Red. vom Pf. Bührer , Seminar - Rector Dr. Eiſen-
lohr, Decan Stomayer. X1, Jgg. 4 Hefte. Stuttg.
Köhler. (41 Thlr.)
Außer den vorgenannten erſcheint noch und iſt er-
ſchienen dieſe und jene nükliche pädagogiſche Zeitſchrift,
die wir hier unerwähnt laſſen. Jeder Pädagog und
Schulmann findet dergleichen in ſeinem Kreiſe, und
hat dergleichen zu ſuchen, zu leſen und zu benutßen,
wenn er niht auf dem Felde ſeines Wiſſens und
Wirkens ganz zurübleiben und, wie der Maulwurf,
nur in ſeinem Lohe wühlen will.
Zeller (Chriſtian Heinrich), badiſcher Sculin:
ſpector und ſeit 1820 Director der freiwilligen Armen-
ſchullehrer = und Erziehungsanſtalt zu Bruggen bei
Baſel, ein Bruder des königl. preuß. Oberſchul- und
Regierungsrathes, Carl Auguſt von Zeller. Er ward
im Würtemberg'ſchen im J. 1777 geboren, ſtudirte,
vorbereitet auf der Schule ſeiner Vaterſtadt Ludwigs-
burg, zu Tübingen die Rechte mit einem Fleiß und
Erfolg, der zu großen Hoffnungen berechtigte. Sein
Bruder, damals in Brünn lebend, belebte ſeinen
Wunſch, ſich gleichfalls zum Erzieher zu bilden, bis zu
einem völligen Entſchluſſe. Er nahm daher in einem
Patricierhauſe zu Augsburg eine Hofmeiſterſtelle an,
und lebte in dieſem Berufe zwei Jahre lang ſehr
glüflih. Von hier aus berief ihn ein Familienverein
reicher Kaufleute nag St. Gallen. Hier ſtand er,
geſchäßt und geliebt von den Zöglingen und ihren
Eltern, ſec Von da lud man ihn nach Zofingen in ein Lehramt,
das ſeinem Bruder zugedacht war, der es aber wegen
ſeiner Berufung nach Heilbronn nicht annehmen durfte.
Hier blieb er zwölf Jahre lang erſter Lehrer und Di-
reckor der höhern Bürgerſchule, Catechet einer nahen
Landgemeinde und Inſpector des Schulbezirks Zofin-
gen mit 88 Landſchulenz er wurde Schweizer Bürger
und Gatte einer trefflichen Frau, weldze zugleich an
der dortigen Mädchenſchule Lehrerin war. Auch hier
Zeitſchriften.
-- Zeller.
genoß er die Achtung und Liebe der Behörden und El-
tern, dennoch verließ er Zofingen, um im TJ. 1820
die Einrichtung und Leitung einer Anſtalt zu über.
nehmen, die durch freiwillige Beiträge gegründet ward
und noch heute durch ſolche unterhalten wird. Dieſe
Anſtalt ward in Bruggen gegründet, das iſt eine badi-
ſche Domaine, vormals Deutſchordenscomthurei, am
Rheine gelegen zwiſchen Se>ingen und Rheinfelden,
drei Stunden von Baſel.
"Das hieſige Schloß, das die früh verarmten Zög:
linge aufnehmen ſollte, mußte erſt von dem Unrathe
des Krieges im I. 1814 gereinigt und zu einer An-
ſtalt hergerichtet werden. Dieſe wurde im J. 1828
von 73 verwaiſeten, verwahrloſeten, auch Bettel- und
Verbrecher - Kindern, und von 22 jungen Männern,
welche ſich zu Armenlehrern bildeten, au Knechten
und Mägden, zuſammen von 116 Seelen bewohnt.
Hier lebt und wirkt der waere Zeller, arm unter
Armen, gering beſoldet, aber glülich und zufrieden.
Er ſucht nicht ſeinen Vortheil, wie einſt der Halliſche
Franke ihn ſuchte, ſondern nur das Gedeihen des
heiligen Werkes, zu dem er ſich berufen fühlt und das
ihm immer neue Freude bereitet. Schon im J. 1828
bewieſen mehr als 12,000 Beſuche, die er aus allen
Ländern Curopa's, aus Afrika und Amerika erhielt,
daß ſein Zwe> wie ſeine Mittel lebhafte Theilnahme
gewe>kt und geſteigert hatten.
ZU ſeinen Schriften gehören folgende:
1) Lehren der Erfahrung für menſchullehrer. 3 Bde. Bruggen. 1826 -- 28. (1 Tbir.
8 3Gr.) |
Der Verf. redet zwar in dieſen Lehren 2c. dcn Unter-
richfsgegenſtänden und deren gründlicher Behandlung das
Wort und will ſie mehr auf das religids » kirchliche Leben be-
zogen wiſſen, dringt aber zu einſeitig auf das Syſtem und ſckt
das Weſen der Religion mehr in religiöſe Formen. S.
„Handbuch der pädagogiſchen Literatur“ von Hergang
S. 9. S. auß S< ulblatt für die Provinz Brandenburg
1842, 7. Bds: 1. Hft. 3 „Die innere Wahrheit, die fromme
Geſinnung und einfache Darſtellung ſind Vorzüge des
Buch8.“
2) Fünfundzwanzigſter Jahresbericht über die
freiwillige Armenſchullehreranſtalt in Bruggen. kl. €,
Baſtl , Bahnmaicrs Buchhandlung. 1846. (3 Nar.) --
3) Zeller. Chr. H., kurze Seelenlehre, gegründet auf
Schrift und Erfahrung, für Eltern, Erzieher und Lehrer,
zum häuslichen Schulgebraucße. Herausgeg. vom Galwir
Verlagsverein. 12. Stuttgart, Steinkopf. (5 Ngar.)
Zeller (Carl Auguſt), des Vorigen Bruder.
Er war königl. preuß. Oberſchul = und Regierungsrath
und ward am 15. Auguſt des I. 1774 zu Ludwigs:
burg im Würtemberg'ſchen geboren. Nachdem er in
theologiſchen Bildungsanſtalten vorbereitet war, erhielt
er im IJ. 1798 einen Ruf als Erzieher und zweiter
Prediger der evangeliſchen Gemeinde zu Brünn. Im
I. 1803 wanderte er zu Peſtalozzi in Burgdorf, um
die daſelbſt aufblühende Lehranſtalt deſſelben kennen zu
lernen. Der Antrag einer Familie von Palm, ihren
Sohn auf Reiſen zu begleiten, gab ihm Veranlaſſung,
im Winter 1804 zu Tübingen eine Armenſchule zu
errichten, worin Peſtalozzis Lehrmittel ſich erproben
ſollten, de8gleichen eine Sonntagsſchule, wozu einige
von ſeinen Brünner Schülern ihn aufgefordert hatten.
Beide ſind beſchrieben in einer Schrift, welche der ver-
ewigten ſchulfreundlichen Fürſtin Pauline von Detmold
(S. deren Biographie in der P. R. - E.) zugeeignet
war und einen vieljährigen Briefwechſel mit derſelben
veranlaßte. Sie ertheilte ihm den Character eines

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