4. Instruktion für Severinus Merz in Adelsheim (1706) v. Dr. J. G. Weiſs. 99

4.
Insfruktion für den Präceptor und Organisten
Seyerinus Merz in AdlelSheim (GrofSherzogium
Baden) aus dem Jahre 1706.
Von Dr. J. G. Weils in Adelsheim.
Die Schulstelle in Adelsheim wurde durch die Grundherrschaft begetzt.
Die folgende Instruktion befindet Sich im Archive der Familie von Adels-
heim in Adelgheim und ist das älteste der noch vorhandenen auf die Schule
bezüglichen Aktengstücke.
Demnach Severimus Mertz von gegamter gnädiger Gaan-
Erbherrschaft? von uns zue Adolzheim zun allbieSigem Praeceptore
und Organisten, uff Sein unterthäniges Belangen, gnädig ange-
nohmen worden, alſs Solle er anch, in Seinem ihme anvertrauten
Amt zu beobachten haben, daſs er nemlich zu forderiſs (zu-
vörderst) vnd
Erstlichen, Sich in Seinem Leben und Wandel, alls einem
Christlich und frommen Schulbedienten wohl anstehet, uff führe und
Seinen anvertrauten Schülern und Kindern mit guten exemplen
vorangehe, diesSelben tren und fleiſsig, obne einige affecten oder
Gunst informire und dahin aufs eigenem Epyffer trachte, daſs er
wisSentlich an ein und anderem Kind nichts verabsäume und Sonsten
Sich also verhalte, daſs er es vor Gott dem Allmächtigen und
Seiner gnädigen HerrSchaft verantworten könne.
Zweytens Solle die Schul | deren Stunde Sommer- und Winters-
zeit vormittag umb 7 biſs 10 Uhre, Nachmittags aber von 12 biſs
3 Uhren, aufser Mittwoch vnd Sambstag nur vormittag geordnet
Sein | mit einem geist]l. Gesang, Morgen- vnd Abendseegen, Sowohl
angefangen, als geendet werden.
1! Gänerbe (Ge-an-Erbe == Mitanerbe) = Miterbe einer Gemeinbesitzung mit
dem Rechte zum KLintritt in die VerlasSenschaft aussterbender Mitglieder. Gän-
erbschaft = Gaanerben als Gemeinschaft (Weigand, Deutsches Wörterbuch; Kluge,
Etymologisches Wörterbuch). „Ganerben . . . ursprünglich eine Sippe, die irgend
eine Burg oder Gebiet als ungeteilten oder unteilbaren Gemeinbegitz bewahrte“
(Grimm. Deutsches Wörterbuch). Anmerkung der Redaktion.

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