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Erziehungsunterriht,
-. Der Zwe des Kinderunterrichts aller Stände
iſt, ſie dahin zu bringen, daß ſie ſich ſelb das Ges
ſes , daß ſie fähig werden , ihre Leidenſchaften und
thieriſchen Triebe zu beherrſchen. Der Philan-
thropiniſmus beabſichtigt die Kinder fürs bürgere
liche Leben zu bilden, dagegen das ältere Erziehungs-
ſyſtem , der Humanismus die Vernunftbildung,
dhne alle Rückſicht auf Stand und Gewerde, bveadſich:
tigte. = Eine Normal - Schulmethode fin-
det nicht wohl ſtatt. Was dieſem oder jenem Kinde,
was hie oder dort-gelehrt werden ſoll, läßt ſich niche
im Allgemeitten beſtimmen. Was ſich im Allgemei»
nen feſtſezen läßt , iſt der Zwe> der Jugendbildung
in einent richt nach den Geſchlechtern , nicht blos dem Grade,
ſondern der Art nach, verſchieden ſeyn muß, Man
muß nicht die Gewerbkunde zur Hauptſache machen ,
und ihr die Geiſtesbildung unterordnen. Was hat
der Chriſtenunterricht mit dem Bürgerwerden zu thun ?
Was das nmiraliſche Reich mit den Handwerken und
Zünften ? == Der Hauptirrthum der philanthro-
piniſchen Lehrmethode ſcheint mir die Ver-
wechslung oder doch zu ſtarke Vermiſchung des Ber
rufsunterrichts mit dem Erziehungsunterricht für
Weisheit und Tugend zu ſeyn. Man kann nicht Ver-
nunftlehre und Gewerbkunde zu gleicher Zeit erler-
nen, ſ. weiter Mädc der junge Menſch ein Mitglied der meinde geworden iſt , werde der Berufsunterricht
für ihn Hauptſache. Dyk,

Auch Fichte macht nicht die Chriſten- ſondern
die Bürgerbildung zum Hauptzwe> des Kinderunter-“

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