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Mädchenſchulen f. Mäd Die Mädchen - und Töchterſchulen müſſen un-
ter weiblicher Aufſicht ſtehen. Die Disciplin derſel:
ben gebührt Frauen. Alle dabei angeſtellten Lehrer
ſollen ein männliches Alter erreicht haben, und im
bewährten Ruf wegen Rechtſchaffenheit und Sittliche-
keit ſtehen. Bei Freiſchulen und Dorfſchulen
iſt es nicht ſo nothig, wie bei den Töchterſchulen,
daß die weiblichen Klaſſen auch unter weiblicher Auf-
ſicht ſtehen : denn Mädchen der niedern Stände müſ-
ſen einigermaßen eine halb männliche Denkart be-
kommen , weil ſie zu Verrichtungen gebraucht werden,
bei denen Schüchternheit nicht an ihrer Stelle ſeyn
wärde. Sol prüft werden, ums Himmelswillen aber nicht die
Zöglinge der Töchterſchulen: dieſe dürfen durchaus
nicht zur Schau geſtellt werden z die feine weibliche
Scamhaftigkeit ginge dadurc< verloren. Dagegen
ſehe man bei den Freiſchulen und Dorfſchulen doh
ja darauf , daß die Mädchen nicht einen Unterricht
erhalten, der in ihnen den Wunſch rege macht, foſt-
bare Kleider zu tragen : auch ſosge man für Lehrer,
die ſchon durch Alter und Betragen Achtung für Re-
ligion und Sittlichkeit erwecken. Dyk.
ennegerameeagtiglills
Gute öffentliche Mädchenſchulen nenne ich im
Allgemeinen: ſolche, worin die Jugend des andern
Geſchlechts in allem dem , was- zu ihrer Ausbildung
und Beſtimmung gehört , auf eine zwe>mäßige Art
belehrt und geübt wird, ſo weit dieſes die Einrichtung
einer öffentlichen Schule und bloßen Lehranſtalt ver-
ſtattet. Aus dieſer Erklärung leuchtet von ſelbſt ein,
daß man bei der Belehrung und Bildung der Kin--
der in-dieſen Schulen auf Geſchlecht , Alter, Stand,

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