Umgang mit Kindern,
Wie erhält man die zum Umgang mit der
Jugend nothwendige Stimmung der Seele ? = Cs
gibt ſo viele Menſchen, die durchaus nicht fähig ſind,
mit Kindern umzugehen, und die es für aine Strafe
halten würden, wenn ſie ſich auch nur auf kurze Zeit
auf den Umgang mit jungen Leuten einſchränken
müßten, Leider ! finden wir ſo gar Väter uad Müt-
ter, die die Gabe mit Kindern umzugehen , nicht be:
ſiven, und nicht für nothwendig halten; und auch
mancher Lehrer und Erzicher iſt kein Kinderfreund.
ind doch ift die Erziehung ſchon halb gewonnen, wenn
der Erzieher Kinderfreund iſt , und ſich den Kindern
angenehm zu machen weiß. == Jber wie kann man
ein Kinderfreund werden ? Der Kinderfreund muß
nicht nothwendig ein ſchön gebildeter Menſch ſeyn;
denn die Jugend überſieht leicht die Mißgriffſe der
körperlichen Natur 3 ſobald ſie durch andere ihr an-
genehme Talente erſet werden. Aber ſeine Miene,
ſeine ganze Phyſiognomie ſollte do<ß etwas Empfeh-
lendes haben, Das , was uns von einem Menſchen
abſchre>t, iſt gewöhnlich nicht Folge einer Vernachläſ-
ſigung ver Natur , ſondern es iſt die Wirkung der
Leidenſchaften == der Laſter. == Dem Kindegalter
iſt alles willkommen, was im Gewande ungekünſtel-
ter Freude erſ gen ſtets zur Freude geſtiimmt ſeyn, oder doch wenigs
ſtens die Fröhlichkeit Anderer nicht ſtören wollenz
er muß auf ſeinen Micnen, in ſeinem ganzen Betra-
gen die ſelige Heiterkeit zeigen , die das Leven zu ei-
ner angenehmen Reiſe macht. Dieſe Heiterkeit aber
iſt nur die Folge des Seelenfriedens allein , der dem
Tugendhaften zu Theil wird. Der Kinderfreund muß
alſo vor allen Dingen ein wahrer Tugendfreund ſeyn,
Darum allein ſchon ſollte jeder , der Vater , jede , die
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