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Verſtandesübungen.
Kinder zum Denken, und zwar zum eigenen -
und richtigen Denken anzuführen , iſt die erſte Pflicht
eines jeden Jugendlehrers. Nur unter der Bedin-
gung, daß dieſe Pflicht erfüllt wird, kann der Schul-
unterricht den Kindern recht nüblich werden, Was
hilfts, daß einer in ſeinex Jugend noch ſo viel mit
ſeinem Gedächtniſſe faßt, wenn er keinen richtigen
Sinn damit zu verbinden im Stande iſt 2? Können
die vortrefflichſten Wahrheiten auf das. Herz deſſen,
der ſie nicht verſteht, wohlthätig wirken? Kinder ver-
eſſen auch leicht mandhes von dem, was ſie in der
Fertigkeit im Denken iſt ein bleibendes Gut, ein
Gut, welches ſie geſchi>t macht, nicht: allein die ver-
geſſenen Wahrheiten aufs neue wieder. zu ſammeln,
ſondern ſich auch ſolche Begriffe, welche, ſie noch nicht
gehabt haben, durch eignes Forſchen zu verſchaffen.
Zur Ausübung der genannten Pflicht findet, ein Leh-
rer bei dem Unterricht in einer jeden .den ' Kindern
nüblichen. Wiſſenſchaft manche Gelegenheit, So wird
z. B. das Leſen eine Verſtandesübung , wenn der
Lehrer mit ſeinen Kindern über das Geleſene ſpricht,
und ihnen das, was ſie tur zum Theil oder gar nicht
verſtehen, erklärt. Moraliſche Erzählungen üben das
Denkvermögen der Schüler, wenn der - Lehrer ſeine
Schüler auf den Zwe> des Handelnden, auf die Mit-
tel, dieſen Zwe> zu erreichen, und auf die Urſachen
des Erfolgs ſeiner Unternehmungen aufmerkſam macht ;
wenn er ſie ſragt, wie ſie fich in einem ähnlichen
Falle betragen haben wütden. Der Unterricht in
der Religion ſet den Verſtand der Schüler in Thä-
tigkeit , wenn der Lehrer ſeine Schüler auf richtige
und genat beſtimmte Erklärungen und auf gründli-

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