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nN Erziehung. -
Unter Erziehung denkt man ſich den Indegriff
vön Anſtalten, um den Menſchen die ihnen nöthigen
Kenntniſſe und Fertigkeiten beizubringen. Stepha-
ni. ſ. Vorleſungen über die wichtigſten Gegen-
ſtände der Moralpolitik mit beſonderer Hinſicht auf
die deutſche Konſtituzion und die jebige große Völker-
gährung in Europa, 1795. 422 S, 8;

Den Menſchen erziehen heißt nichts anders,
als ihn in eine Lage ſehen, worin er zu der für ſeine
Beſtimmung nöthigen Ausbildung ſeiner Kräfte ge»
langen kann. Iſt dieſe Lage ſchon von der Natur
bereitet, ſo gibt dies eine natürliche; iſt ſie von
dem Menſchen abſichtlich hervorgebracht, ſo heißt ſie.
eine künſtliche Erziehung. = Die verſchiedene
Bedeutung des Wortes Erziehung kommt von dem
verſchiedenen Gebrauche deſſelben her , um damit bald -
die Wirkung, bald die Urſache auszudrüken. In er-
ſterer oder ſubjektiver Rückſicht bezeichnet Erzie-
hung den Inbegriff der gewonnenen Ausbildung ei-
nes Menſchen für ſeine Beſtimmung. So ſagt man
z.B; in dieſer Bedeutung: dies iſt ein Mann von
guter Erziehung. In zweiter oder objektiver Hinſicht
deutet dieſes Wort den Inbegriff der hierzu abzwek-
kenden Anſtalten an. Wenn von häuslicher und
dffentlicher Erziehung geſprochen wird: ſo nimmt
man es in dieſem lebteren Sinne, Auſſerdem pflegt
man auch no< Erziehung dem bloßen Unterricht ent-
gegen zu ſeben, in welchem Falle man darunter den
Inbegriff von Anſtalten begreift, welche zum Zwee
haben , die praktiſche Vernunft (das Vermögen des
Menſchen, ſeinen Willen nach Regeln zu beſtimmen)
'zwe>mäßig auszubilden. ſ, Syſtem der öffent-
lichen

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