86 Beſchulen, das !c.
Sitten , Gebräuchen 2c. zuerſt kürzer, dann länger z immer aber muß
er das Mitgetheilte ſich von den Kindern jekt, oder heut und künftig
wieder geben laſſen. Uebrigens iſt es ſehr zweckmäßig , die Schüler
jowohl in mündlichen, als ſchriftlichen Beſchreibungen fleißig zu üben.
Beſchulen, das, Kinder dur< Kinder. Kinder müy-
jen, ſo lange ſie in der Schule ſind, in einer ununterbrochenen regel-
mäßigen Thätigkeit erhalten werden; ſo daß ihnen zu Spielereien,
Störungen und zum Müßigſiken gar keine Zeit übrig bleibt. Bei
der nöthigen Umſicht und Gewandtheit des Lehrers iſt dieß auch mdög-
lich 3; denn er wird Kinder durch Kinder zu beſchulen wiſſen, und ein
ſtets reges Leben unter ihnen zu erhalten ſuchen. = Könnte einem
jeglichen Kinde in der Schule ein Amt übertragen werden, ſo wäre
dieß das zuverläſſigſte Mittel, alle in Thätigkeit zu ſeken; da aber
dieß nicht möglich iſt, jo bleibt dem Lehrer nichts anderes übrig, als
möglichſt viele Aemter zu ſchaffen, und die Kinder darin täglich oder
wenigſtens wöchentlich wechſeln zu laſſen. Ein ſolches Amt iſt den
Kindern in der Regel ſehr angenehm ; ſie fühlen ſich dadurch geehrt,
verwalten es großentheils mit Treue; und die Trägen werden dadurch
geweckt, die Flatterhaften aber in ein beſtimmtes Geleiſe gewieſen
und zugleich geneigt gemacht, dasjenige, was ſie während ihrer Amts-
führung von dem andern fordern, nun auch ſelbſt zu leiſten, wenn
das Amt an ein anderes Kind übergeht. So beſtellt z. B. der Leh-
rer für jede Bank einen Aufſeher, welcher Acht zu geben hat, daſ)
auf ſeiner Bank die nöthige Ordnung beobachtet werde, und ein Jedes
ſeine Pflicht erfülle. So ſorgt auch der Lehrer dafür, daß jede Ab-
theilung wieder einen erſten Aufſeher hat, der nicht allein ſeine
Bank, ſondern auch die übrigen Bankaufſeher ſeiner Abtheilung zu
beauffichtigen hat. Dieſen Aufſehern überträgt er Alles, was ſie nur
möglicher Weiſe leiſten können; und ſie haben ſonach genau darauf
zu ſehen, ob die Kinder die nödthigen Schulſachen, als: Bücher,
Schiefertafeln , Griffel , Bleiſtfte , Papier, Federn 2c. bei der Hand
haben, ob ſie rein ſind 2c- Dieſe Aufſeher haben nach beendigten
Lektionen die Federn, Schreibhefte und die der Schule gehörigen
Bücher zu ſammeln und an den rechten Aufſeher zum Aufbewahren
zu übergeben. Sie werden gebraucht, um nachzuſehen, ob die Schü-
ler in ihrer Bank gerade ſiken, ob ſie beim Schreiben die Feder recht
halten, und das Schreibebuch gehörig liegen haben. Sie werden theil-
weiſe auch gebraucht, um die Leſe - Auflöſungs = und Rechenübungen
zu leiten, während der Lehrer mit einer andern Abtheilung beſchäf-
tigt iſt. Sie haben vor dem Anfange des Unterrichts, ehe der Leh-
rer erſcheint, auf Ordnung zu ſehen, .und nach der Schule beim
Nachhauſegehen auf Stille und Anſtand zu halten, und überhaupt
von ihren Bankſchülern Rechenſchaft zu geben. Wenn nun vorerſt
dieſes Geſchäft allerdings nur Würdigen übertragen werden kann,
auch der Lehrer es als Beweis ſeines Vertrauens betrachten läßt , ſo
wird er doch einerſeits gerade dadurch eine wohlthätige Nacheiferung
unter den Kindern hervorbringen, ſo daß immer mehr Würdige
ſich finden werden ; andererſeits aber werden ſich die Kinder dadurch,

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