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Daher iſt es gut, die Wiederholung mit allgemeinen Fragen zu
beginnen , um zu ſehen, ob die Kinder das Beſondere von ſelbt her-
beiziehen ; nur allmählich annähernd ſind ſie auf dieſes hinzuleiten,
wo es ihnen entgangen iſt. Wäre z. B. in der bibliſchen Geſchichte
zuleßt (Matth. 20, 17-- 534) durchgenommen worden, ſo dürfte die
Wiederholung immer tmit der allgemeinen Frage eingeleitet werden :
Wie weit waren wir das vorige Mal in der bibliſchen Geſchichte
gekommen ? Oder? Was haben wir in der bibliſchen Geſchichte
zuleßt gehabt? Kinder: Die lekßte Reiſe Jeſu nach Jeruſalem.
Lehrer: Was hat ſich denn Merkwürdiges auf dieſer Reije zuge-
tragen ? K, Jeſus heilte zwei Blinde am Wege. -- Jeſus ſandte
zwei Jünger voraus, == Sie hiebey Zweige von den Bäumen !c.
L. Ihr habt etwas vergeſſen, was hier zuerſt geſchehen iſt; =- kam
denn nicht eine Mutter zu Ihm? K. Ja, es war die Mutter der
Kinder Zebedäi. L. Erzählt mir das, und ſagt zugleich, welche
ſchöne Lehre Jeſus dabei ſeinen Jüngern gab. =- Wer kann mir
nun die Geſchichte von den beiden Blinden erzählen ? =- Wie hieß
der Flecken, wohin jetzt Jeſus zwei Jünger vorausſchickte ? K,.
Betphage am ODelberge. L. Erzähle nun ein anderes von euch wei-
ter. -- Wohin ging Jeſus zuerſt, als er in Jeruſalem angekommen
war ? K,. In den Tempel. L. Erzählet , was ſich da zugetragen
hat. =“ Es waren ja auch Kinder da, was wißt ihr von dieſen ?
---- Was habe ich euch denn zu allerleßt geſagt ? Beſinnet euch nur;
blieb Jeſus an dieſem Abende in Jeruſalem? K. Nein, er ging
nach Bethanien 1c. = Wird bei Wiederholungen voriger Lektionen,
oder bei Beſchreibungen geſehener Gegenſtände , oder bei iDarſtellun-
gen erlebter oder gehörter Vorfälle überall das Beſinnungsvermögen
in Anſpruch genommen , ſo erlangen auch verabſäumte Kinder nach
und nach eine Art Gewalt über ihr Gedächtniß ; üben ſich im ſelbſt-
thätigen Herbeirufen der nöthigen Zugeſellungen, und erleichtern ſich
das Behalten ungemein. (S,. auch Erinnerungskraft.)
Beſikß. Der Lehrer gebe dem Streben der Kinder nach Beſik,
dev Freude am Haben, und dem Beſiken gleichſam eine höhere, d. i.
eine religiös - ſittliche Weihe. Dahin muß er es mit einem jeden der-
ſelben, alſo auch mit den Verabſäumten bringen , wenn ſie auf der
einen Seite vor Diebſtahl und Betrug, und auf der andern vor
Ueberſchäßung oder Mißbrauch der irdiſchen Güter bewahrt bleiben
ſollen. Schon das, daß er in der Schule jede Verlekzung des
Eigenthumsrechts mit dem größten Ernſte behandelt und mit Strenge
ahndet , wird ihn dem Zwecke näher führen, Kinder halten gewöhn-
lich dafür , das Leben außer der Schule ſey ein ganz anderes, als
das Leben in der Schule; wie es denn allerdings auch darin ver-
ſchieden iſt, daß ſie in der Schule unter der ſteten Aufſicht des
. Lehrers ſtehen, während ſie außerhalb der Schule meiſtens ſich allein
überlaſſen ſind. Deſto ſorgſamer muß der Lehrer darauf bedacht
ſeyn , ſeine Belehrungen und Ermahnungen ſo eindringlich zu machen,
daß ſie aus der Schule mit in das Leben hinüber gehen. Dieß kann
aber am dauerndſten nur dadurch geſchehen , daß er ſie mit dem, was

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