< eerad ft opal Ae ae m
Bilduttgsanſtalten == Bildungslehre. 117
wird angeregt entweder durch die ſinnlichen und angenehmen Gefühle,
oder durch den Sinn fär das wahrhaft Gute, Schöne und Heilige,
d. i. durch Gewiſſen, Vernunft und durch Gott. Die Anregung durch
ſinnliche Triebe wird das niedere, dagegen die Anregung zum wahr-
haft Guten durch das göttliche Geſeß wird das höhere Begehrungs-
vermögen genannt- Je weniger der Menſch von dem erſtern abhän-
gig itt, und je mehr in ihm das lektere über jenes die Oberherrſchaft
behauptet, deſto beſſer und ſittlicher iſt er auch- Es entſpringen hier-
aus folgende Aufgaben, welche der Erzieher hinſichtlich der Bildung
des Begehrungsvermögens zu löſen hat? 1) er lente, ſo viel es mög»
lich iſt , die ſinnlichen Triebe zum Guten hin. 2) Er bewahre die
ſinnlichen Triebe des Kindes vor Augartung, und errege und belebe
dagegen 3) die höhern Triebe und Neigungen, und ſuche ſo im
Kinde jene höhere , religidſe Bildung zu vollenden , wodurch dem
höhern Triebe das Uebergewicht über die ſinnliche Neigung =- das
niedere Begehrungsvermögen =- verſchafft wird. =- Was die Lenkung
der ſinnlichen Triebe zum Guten und die Verhütung der Augartung
derſelben betrifft, ſo ſehe man den Artikel == Triebe 6. =“ Die
äſthetiſche Bildung umfaßt die Bildung des Gefählvermögens.
Siehe hierüber Gefühl.
Bildungsanſtalten. Die Bildungsanſtalten theilen ſich in +
weierlei Arten, a) entweder ſollen in denſelben die Kinder, ohne
Rückſicht auf einen künftigen oder beſtimmten Beruf, bloß zu dem
angeleitet werden, was zur allgemeinen Menſchen - und Berufsbil-
dung gehört, und was jeder Menſch in ſeinem natürlichen , ſocialen
Verhältniſſen bedarf (Volksſchulen); oder b) ſie ſollen darin für
einen beſtimmten künftigen Beruf, welcher eine eigene Vorbereitung
erfordert , tüchtig gemacht werden. (Gelehrten -, Kunſt - , Militär:
16. Schulen, r
Bildung des Geiſtes. (S. Geiſt.)
Bildung katechetiſcher Fragen. (S« Fragen.)
Bildung des Körpers. (S, Körper.)
Bildungslehre, poſitive. Die Erziehung muß ſich ſtets
nach der Beſonderheit der Zöglinge richten. Deßhalb muß man vor
allem in intellektueller Beziehung zu erforſchen ſuchen , welche Gei-
ſtesgaben das Kind beſike, für welche Gegenſtände es beſonders
geeignet ſcheine , und wie die Kunſt einſchreiten müſſe, um ſowohl
die Entartung der verſchiedenen Geiſtesanlagen zu verhäuäten, als
auch um ſie gehörig auszubilden. Die Hauptſache iſt hier wieder
eine unpartheiſche , fortgeſelßte und ſorgſame Beobachtung des Kin-
des, wie ſich ſeine verſchiedenen Anlagen ſowohl während des Unter-
richtes , als auch im täglichen Leben kund geben. Doch dürfen, um
ſich vor Täuſchung zu bewahren, folgende Momente nie aus dem
Auge gelaſſen werden: 1) Der Menſch beſikt, wie oben bei der
intelligenten Bildung bemerkt wurde, verſchiedene Anlagen , die nicht
allemal im gleichen Maaße vorhanden ſind , z. B. Gedächtniß und
Beurtheilungskraft , Verſtand und Phantaſie 2c. Deßhalb berech-
- tiget eine Anlage noch keineswegs zum allgemeinen Urtheile über

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.