Conferenzen. 145
Conferenzen, (Schullehrer- ) Zur Förderung des wiſſen?
ſchaftlichen Lebens unter Lehrern, ſind Lehrerconferenzen und Ucbungs-
geſellſchaften ungemein heiljam. Dieß ſind Vereine von Lehrern, die
ſich unter der Leitung eines mit dem Erziehungs - und Schulweſen ver
trauten „Direktors oder Schulaufſehers an beſtimmten Tagen verſamz-
meln, um einander aus detn Schakße ihrer zuſammengeſtellten Kennt-
niſſe, Anſichten und Erfahrungen über die weſentlichen Lehrgegen-
ſtände der Volksſchule zu belehren , zur treuen und zwemäßigen Exr-
füllung ihrer Berufspflichten aufzumuntern, und Über die Hinder-
niſſe, welche ſich einer fruchtbaren Amtsführung entgegenſtellen , und
die Mittel zur Abhülfe derſelben zu berathen. Dinter ſagt hierüber :
„„Die Schullehrerkonferenz iſt ein Anhören des Guten, ein Schaffen des
Beſſern , ein freundliches Geſpräch eines guten Vaters mit ſeinen
lieven Kindern über die wichtigſten Angelegenheiten ihres Lebens."
Man hat hiebei hauptſächlich zu ſehen auf die Kraftbildung der Leh-
rer, insbeſondere auf ihr Denk-, Sprach - und Gefühlsvermögen ;
ferner auf Mittheilung der Kenntniſſe durch geeignete Vorträge und
Nachweiſung der Quellen, aus welchen ſie geſchöpft werden können ;
endlich auf Unterweiſung in der Lehrkunſt durch Belehrungen und
Beiſpiele. Hiemit laſſen ſich ſehr zweckmäßig ſchriftliche Arbeiten
verbinden. Jeder Lehrer muß zu einer beſtimmten Zeit eine ſchrift-
liche Ausarbeitung über einen aufgegebenen Stoff liefern , die nach“
her mündlich beſprochen wird. Die Vorleſung und Beſprechung der
aufgegebenen Aufſäße , die ausführliche Behandlung der einzelnen
Lehrgegenſtände , und die Uebungen im mehrſtimmigen kunſtvollen
Geſange , bieten für die gemeinſchaftlichen Unterhaltungen einen
reichen Stoff, der noch dadurch vermehrt werden könnte , daß man
einen Leſezirkel damit in Verbindung brächte, um den Inhalt der
gediegenſten pädagogiſchen Schriften, und die darin empfohlenen
neuen Unterrichtöwege und Schulverbeſſerungen in nähere Erwä-
gung zu ziehen. Solche Vereine, in welchen die Gegenſtände des
Volksſchulweſens von den verſchiedenſten Seiten beleuchtet werden,
befördern die Ein- und Umſicht des Lehrers ungemein. Jeder
Lehrer , dem ſetn Fach lieb iſt, ſollte es ſich daher angelegen ſeyn
laſſen , Mitglied eines Lehrervereins zu werden, oder zur Gründung
einer ſol iſt nur zu beklagen, daß ſolche Vewine oft dur Leidenſchaftlich“
keit , Empfindlichkeit , Bequemlichkeitsliebe 2. einzelner Mitglieder
leicht augarren , und ſo der Förderung der guten Sache ſchaden. Ein
jedes Mitglied ſollte darüber wachen, und durch ſein eigenes vor
ſichtiges und liebreicheö Benehmen dahin wirken , daß der Zweck der
Zuſammenkünfte , ſich gegenſeitig weiter zu bilden, rein und feſt im
Auge behalten, und jede unangenehme perſönliche Reibung ſo viel


*) In den deutſchen Staaten ſind die Schullehrerconſerenzen geſeblich
eingeführt, und eben fo die Art und Weiſe, wie ſie gehalten werden
ſollen.
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