Dienſte --- Dienſtfertigkeit. 177
und Dankbarkeit, ſtatt daß man ſie hinweiſen ſollte auf die Mühe
und Beſchwerde, die mit ſeinem Amte verbunden iſt, und auf den
Segen, der aus ſeiner treuen Pflichterfüllung ihnen ſelbſt erwächst.
Ihm bleibt ſo das ſchwere Geſchäft, ſeine Verdtenſte ſelbſt heraus zu
ſtellen, allein überlaſſen, und er wird nur ſuchen müſſen, es ſo zu
thun, daß einerſeits jeder Schein von Eigenlob wegfalle, anderer-
ſeits aber aus ſeinem ganzen Thun und Weſen, aus allen ſeinen
Aeußerungen den Kindern klar werde, ihr ganzes Schulleben ſey
ohne ihn nichts, und nur er ſey es, dem ſie den größten Theil ihrer
Jugendbildung zu danken haben , deſſen Hülfe überall zu ihrem Fort-
ſchreiten unentbehrlich ſey , und ohne den ſie in allen Stücken zurück-
bleiben müßten. Aud) ſelbſt da, wo er von ihnen Gefälligkeiten be-
gehrt, darf es nie den Anſchein haben, als ob er dieſe um jeinet-
willen verlange, vielmehr müſſen ſie darin eine Gefälligkeit, einen
Beweis der Liebe und des Zutrauens erkennen , welche ihnen von dem
Lehrer erzeiget werden. Eben deßhalb wird er es auch vermeiden,
die Kinder zu ſolchen Dienſten zu gebrauchen , bei welchen die Rück-
ſicht auf ſeinen eigenen Nußen zu klar hervortritt, z-. B. Waſſerho*
len, Holztragen 20. 20, wobei ſie nur zu deutlich einſehen, daß er
ſie zu ſeinem Dienſte nicht allein gebraucht, ſondern auch mißbraucht.
Nie laſſe es der Lehrer aus ſeinem Auge, daß er den Schülern
diene, und nicht ſie ihm. -- Dagegen darf der Lehrer die
Kinder wohl empfinden laſſen, wie er, ſeine ſchweren Pflichten gegen
ſie erfällend, auch von ihnen mit Recht erwarten könne, daß ſte die
ihrigen gegen ihn und Andere ebenfalls erfüllen. Es darf ihnen nicht
entgehen, daß alle Gemeinſchaft der Menſchen unter einander nur
durch gegenſeitige Pflichterfüllung beſtehe, und ſich ohne dieſe auflöſe.
Immerhin mögen es die Kinder erfahren, daß, was der Lehrer in
der Schule leiſtet, ſeine Amtspflicht ſey, und daß er Alles, was er
belehrend und erziehend wirket, nur darum thue, weil er es zu thun
ſchuldig ſey. Er mag ihnen wohl auch zu erkennen geben, daß die
Erfällung ſeiner Pflichten beſchwerlich ſey, viel Mühe, Geduld, Vor-
bereitung 26. fordere, ja daß es wohl leichter ſey , Schüler als Lehrer
zu ſeyn u. ſ- w. Durch ſolche Vorſtellung werden ſie ſich nur um ſo
mehr angeregt fühlen, ihre eigenen Pflichten eruſter in's Auge zu
faſſen und williger zu beobachten. Ja am Beiſpiele des Lehrers wer-
den ſie ſich ſpiegeln, wenn auch von den Pflichten die Rede iſt, die
ſie in ihren verſchiedenen Lebensverhältniſſen gegen Andere zu erfüllen
haben, und werden ſich ſtärker zur Erfüllung derſelben aufgefordert
fühlen So läßt auch hier der den Augen ſeiner Kinder, damit ſie den Vater iim Himmel preiſen
und durch treue Pflichterfüllung ſeinen Namen verherrlichen mögen.
Dienſte --- Dienſtfertigkeit -- der Kinder gegen einan-
der. Der Schüler gegenſeitige Dienſte und Gefälligkeiten erzeigen , indem nichts
ſo ſchr das Gefühl der Liebe ſtärkt, als gegenſeitige Dienſtleiſtungen,
Es liegt etwas Erhebendes in dem Bewußtſeyn, Andern dienen zu
können, und eine Gefälligkeit, die wir Jemanden erweiſen, wird
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