Einleitende Fragen -= Cinſeitigkeit. 961
Grunde liegt, das deutliche und ausdruckövolle Vorleſen des Saßkzes«
Es iſt übrigens ſehr zweckmätiig, da wo es angeht, die Darſtellung
der Wichtigkeit des Inhalts der Katechijation in der Einleitung mit
aufzunehmen, --- Uebrigens muß jede gute Cinleitung kurz, deutlich,
ungezwungen und dem Zweeke der jedesmaligen katechetiſchen Unter-
vedung ganz anpaſſend ſeym- Man hüte ſich hiebei vor nichts ſo ſchr,
als vor dem zu weiten Ausholen und dem Zurückgehen auf Begriffe,
welche zu entfernt liegen. (Als Muſter treſflicher Katecheſen in reli-
agidſer Beziehung empfehlen wir Aug. Gruber 's, Erzbiſchofs von
Salzburg, prakt. Handbuch der Katechetik. Salzburg 1835.)
Einleitende Fragen. Dieß ſind ſolche Fragen, durch die
Schüler auf den Hauptgegenſtand der Unterredung hingeleitet werden,
und wodurch zugleich bewirkt werden ſoll, daß es denſelben als unge-
rufen und natürlic) vorkomme, ſich gerade jeßt über dieſen Gegenſtand
zu unteihalten. Der Zweck einer Katechiſation kann den Stoff zu
ſolchen einleitenden Fragen geben ; ſo auch die Verbindung, in welcher
dieſe mit einer vorausgegangenen ſteht, oder eine Erzählung, welche
auf den Hauptbegriff hinweiſet, z. B. Kindliche Liebe und Treue,
wozu die Geſchichte Honorie, einer zwanzigjährigen Tochter , wie
ſie ihren alten, blinden Vater beim Brande zu Pontriſe (4 Jul. 1811.)
aus den Fiammen rettet. (S. Beiſpiele des Guten 1 Th. 5. Aufl.
Stuttgart 1821.)
Einlenken. Der weiſe Lehrer läßt, wo es angeht, der kind-
lichen Phantaſie freien Spielraum, und lenkt nur ein, wo ſie ſich zu
weit verirren will. Oft iſt es die Wirkung der Phantaſie allein, die
dieß oder jenes verabſäumte Kind aus ſeiner Geiſtesträgheit aufrüttelt
und zur Thätigkeit ermuntert. Man darf nur darauf Acht geben,
wenn man etwas vorträgt. was die Phantaſie veranlaßt, ein Bild
zu ſchaffen , wie dann die Kinder aufmerkſam und thätig ſind. Eben
daher kommt es, daß Erzählungen, lebhafte Beſchreibungen, Gleich-
niſſe, Beiſpiele aus dem gewöhnlichen Leben ſo mächtig anſprechen,
ja, wie ſie oft ſogar verleiten, bei dem Beiſpiele oder dem ſinnlichen
Gegenſtande der Vergleichung ſichen zu bleiben, an dem Bilde zu ar?
beiten und die Hauptſache auf der Seite liegen zu laſſen. Das iſt nun
freilich eine Verwirrung der Phantaſie, aber immer noch beſſer, als
jene geiſtige Trägheit, welcher der Lehrer durch troene Belehrung
ohnehin nicht beikommt. Gewiß ſind jedem Lehrer ſolche Seiten-
ſyränge der Einbildungskraft ſchon öfters vorgekommen, die er aber
nicht unwillig zurückweiſen , wohl aber benuken und lenken wird.
Im Rechnen z. B,. iſt es nöthig, überall wirkliche Dinge an die Zah-
len zu knüpfen, damit die Einbildungsfraft dem Denkvermögen zu
Hülfe komme. (Vergl, das oben Art. Einbildungskraft Vorgetragene.)
Einſeitigkeit. Der Lehrer hüte ſich in ſeiner Schule vor
alley Einſeitigkeit des Urtheils und des Handelns , und dulde ſie auch
bei ſeinen Schülern nicht. Man ſollte freilich glauben, daß ſich ſo
was in der Schule von ſelber gebe, und zwar ſchon aus dem einfachen
Grunde, weil der Lehrer auf einer allgemeinen Bildungsſtufe ſtehend
auch allgemeine Gegenſtände zu behandeln hat, und dann, weil Kin-

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