222 Einſchnürung, = Einſperren, das der Kinder,
der aller Art um ihn her verſammelt ſind. Wenn er den Maaßſtab
vei jeinen Urtheilen , gleich den Menſchen aus den niedern Ständen,
die nur höchjt ſelten über den ihnen angewieſenen Lebenskreis hinaus
treten, anzujeßen pflegt, und inſofern vor Einſeitigkeit bewahrt bleibt;
ſo kommt er doch leicht in Verſuchung, den Kindern angeſehener oder
auch jolher Eltern, von welchen er die meiſten Vortheile, Geſchenke 1c.
zu erwarten hat, vor den andern einen Vorzug einzuräumen, ihre
Fehler nachſichtiger zu beurtheilen, ihre Vergehungen gelinder zu ahn-
den, ja ihnen Verſäumniſſe und Unarten nachzuſehen , die er bei an-
dern mit Strenge rügt. Abgeſehen von dem ſittlichen Nachtheil einer
ſolchen Parteilichkeit , liezt es auf flacher Hand, wie ſehr das Urtheil
der Kinder dadurch irre geleitet werden müſſe. Wohl mag ſich der
Lehrer in ſeinem Urirheile mit Worten nicht ſo leicht vergeſſen, daß
er ſich darin irgend einer Einſeitigkeit ſchuldig mache, aber in ſeinetn
Benehmen, in ſeiner Handlungsweiſe liegt der Stof, woraus die
Kinder ihre einſeitigen oder auch, was noch ſchlimmer iſt, ihre für
den Lehrer ungünſtigen Urtheile ſelbſt bilden. Grade die geiſtes-
ſchwachen unter den Kindern der Vornehmen und Freigebigen wer-
den in ihrem Herzen urtheilen: wir ſind doch beſſer als die übri-
gen; die Klugen aber werden leicht die Gründe ihrer Begünſtigung
durchſchauen und innerlich einen ſolchen Lehrer verachten. Den
Armen aber, ſowohl den geiſtesſchwachen als den klügern wird es
eben jo wenig entgehen, warum ſie gegen jene zurückgeſeßt werden;
wenige nur werden innerlich urtheilen : Wir ſind arm und müſſen
uns das gefallen laſſen ; die meiſten aber werden ſich gekränkt und
erbittert fühlen, und vielleicht ein zu ungünſtiges Urtheil wird ſich
in ihrer Seele über den Lehrer feſtſeßen. Darum laßt der Lehrer
in Worten und Handlungen eine durchaus gleichmäßige Behand-
ſung in ſeiner Schule Statt finden. In einem jeden Kinde muß
ſich ohne Ausnahme, wie von ſelbſt, das einzig richtige Urtheil bil:
den; I< bin der Liebe und des Wohlwollens meines Lehrers und
meiner Mitſchüler nur in dem Maaße werth, als ic) mir des Flei-
ßes und einer guten Aufführung bewußt ſeyn kann.
Einſchnürung (S, Kleidung.)
Einſchränkungsfragen. Dieſe Fragen verlangen die Be-
grenzung eines Gegenſtandes, und weiſen auf eine Ausnahme oder
Beſchränkung hin. Dergleichen Fragen z. B. ſind : Wie kann man
den, der immer mehr haben will, als er bedarf, und von dem Sei:
nigen auch zu den nothwendigſten Sachen nichts anwendet, nicht
mehr nennen? (Sparſam,) Wie nennt man jene Menſchen, die
es einſehen, daß es ihnen noc an den Gütern höherer Art, an
Weisheit und Tugend , fehlt ? (Demütchig.) Wie werden jene ge-
nannt, welche ihren Zorn beherrſchen, ſich in keine Streithändel
mit Andern einlaſſen, ſondern immer im Frieden zu leben ſuchen ?
(Sanftmüthig.) Wie kann man jene Reichen nennen, die ihr Herz
nicht an ihren Reichthum hängen, ihn bloß als Mittel gebrauchen
Gutes zu ſtiften ? (Arm dem Willen nach) u, ſ. w.
Einſperren, das, der Kinder. Das Einſperren dient

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