Aehnlichlautende Wörter == Aengſtlichkeit, 11
glatt als rauh itt; in dem vertieften Obertheile ſißt die Blühte (Auge),
in dem Untertheile der Stiel, unter der Schale iſt das Fleiſch, und
innwendig in der Mitte die Kapſel =- Kernhaus =“ mit den Ker-
nen.“ Nun wird ihnen irgend ein anderer Apfel, z. B. eine rothe
Renette, vor die Sinne gebracht, und geſprächweiſe unterſucht, worin
beide einander ähnlich und worin ſie verſchieden ſind. ( Man ſehe
pädag. Hand - und Taſchenbibliothek von Handel und Scholz S. 274.)
Dergleichen Uebungen müſſen an vielen in die Sinne fallenden Ge-
genſtänden angeſtellt werden, ehe man zu den feinern Aehnlichkeiten
und Unterſchieden übergeht, und jedesmal müſſen die Kinder von dem-
jenigen Gegenſtande, der mit einem andern, oder mit welchem ein
anderer verglichen werden ſoll, die einzelnen Theile , Merkmale und
Beſchaffenheiten ſo vollſtändig, als möglich, anzugeben wiſſen. Die
Aehnlichkeiten und Verſchiedenheiten ergeben ſich dann gleichſam von
ſelbſt.
Aehnlichlautende Wörter, Der Lehrer thut wohl daran,
wenn er die Kinder in der erſten Klaſſenſchule mit ähnlichlautenden
Wörtern bekannt zu machen ſucht. Dieß geſchieht in kurzen und ein-
fachen Säken , wie Harniſch in ſeinem Leſebuche ſie in großer Menge
anfährt. Dieſe einfachen Säße werden dem Gedächtniſſe der Kinder
tief eingeprägt, und deßhalb vom Lehrer öfters wiederholt. Dadurch
wird der dreifache Zweck erreicht? 1) Werden die Sprachwerkzeuge
der Kinder geübt, ſo wie die Richtigkeit der Ausſprache derſelben ; 2)
wird dadurch das richtige Leſen befördert, und 3) dem Rechtſchreiben
gleichſam in die Hände gearbeitet. Nebenbei wird den Kindern hie
und da ein Begriff mitgetheilt oder wenigſtens die Begriſfsentwi>e-
lung vorbereitet, und dadurch der geiſtige Geſichtskreis derſclben mehr
erweitert. Zu dem Ende kann der Lehrer ſich einen Vorrath von ein-
fachen Säßen ſammeln , in welchen derlei ähnlichlautende Wörter vor-
kommen, z. B. die Blume wird gepflückt, der Aker gepflügt,
der Schuh gefli>kt; =- Zügel ſind keine Ziegel; =- ein Schaf
iſt ein Thier, ein Schaff ein Gefäß; -- auf großen Seen kann
man weit umher ſehen; -- die Bären werden nicht mit rothen
Beeren gefangen; =- Torf iſt eine fette, wurzelige Erde, Dorf
eine Ortſchaft von mehrern Häuſern, Höfen und Gärten ohne Ring-
mauer, u. ſ. Ww. -
Aemter der Kinder in der Schule. (S. Bankaufſeher.)
Aengſtlichkeit. Vielfältig ſpringen ſorgſame Aeltern bei
jedem dem Kinde begegnenden Unfalle ängſtlich bei, erheben wohl
einen Schrei des Schreckens, und glauben, wenn es gefallen iſt, es
nicht ſchnell genug aufheben, wenn es ſich geſchnitten oder eine Beule
geſchlagen oder ſonſt beſchädiget hat, es nicht genug bedauern, und
das Unglück nicht groß genug machen zu können. Dadurch wird dem
Kinde nicht allein die ndthige Beſonnenheit zum eigenen Urtheile ent-
zogen, ſondern auch ein ganz falſches Urtheil über die Größe des
Unfalls bei ihm veranlaßt, der übrigen ſittlichen Nachtheile hier gar
nicht zu gedenken. Je ängſtlicher die Umgebungen ſich bezeigen, für

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