Entwickelung und ihre Geſeke. 24)
ſinnlichen Anſchauungen zu ſinnlichen Vorſtellungen, zu Begriffen, zu
Urtheilen und Schlüſſen, von den Theilen zum Ganzen c. fortführt.
b) Durch geſchickt gefaſite, wohlgeordnete und zuſammenhängende
Fragen. = Gewöhnlich unterſcheidet man die hervorbringende
und die verdeutlichende Entwickelung. Jene ſekt beim Schüler
das nicht voraus, was erzeugt werden ſoll, ſondern nur ihm bekannte
Vorſtellungen, aus welchen es entwickelt werden kann, Die verdeut-
lichende Entwickelung aber ſelzt das, was entwickelt , zerlegt und zer-
gliedert werden ſoll , das Ganze voraus; ſie geht von dem Ganzen zu
den Theilen und ſucht die beim Schüler ſchon vorhandenen Begriffe
und Urtheile dur< die Zergliederung deutlich) zu machen. == Uebri-
gens beſagt der Ausdruck -- Entwickeln insbeſondere auch : die Kräfte
des Geiſtes nac) und nach in Thätigkeit ſeken , wovon an Ort und
Stelle umjiändlicher geſprochen werden ſoll.
Entwickelung und ihre Geſetze. Der Menſc ſeinen Erkenntnißkräften verſtändig und vernünftig werden d. i. er
kann das Wahre, das Schöne, das Gate und Heilige erkennen; er
kann das erkannte Gute wählen und üben, und das Böſe meiden z
er kann ſich über das Wahre, Gute und Heilige erfreuen, oder was
dasſelbe iſt, er kann glückſelig werden. Die Glückſeligkeit, die aus
der Uebung des Guten quillt, beginnt hienieden und wird jenſeits
vollendet werden. = Die Kräfte des Menſchen verhalten ſich ſonach
zu einander, wie das Erkennen, Thun und Glückſeligſeyn. Nur das
erkannte Gute kann ausgeübt werden, und nur wenn es ausgeübt
wird, kann der Menſch zufrieden und glücklich ſeyn =- hier und dort,
--“- Dex Menſc< iſt nicht auf einmal das, was er werden kann und
ſoll, er wird es nur nach und nach, und befindet ſich ſohin im Zu-
ſtande einer beſtändigen Entwieelung. Die Einrichtung der menſch-
lichen Natur, wornach ſie ſich aus ſich ſelbſt entwickelt und entfaltet,
iſt uns unter dem Namen Organismus bekannt. Hier fragen
wir nun vorderſamſt, wie und nach welchen Geſeken ſich die menſch-
liche Natur entwickele ? =- Wir antworten hierauf: 1) Der Menſch)
bildet ſich, wie alle andern organiſchen Weſen, von Innen heraus d. h.
aus ſich ſelbſt. Es kann ihm alſo von Außen nur das gegeben wer-
den, was ſeine Kraft ſich aneignen kann. 2) Die Menſc zeigt ſich anfänglich nur ſchwach und klein, und wird nur allmählich
ſtärker und ausgebreiteter. 3) Die Menſc Uebung und Anwendung erhöht und geſtärkt werden. 4) Die Kraft
des Menſchen verbreitet ſich bei zweckmäßiger Uebung nach allen Rich-
tungen gleichmäßig. Und nur eine ſolche allſeitige und gleichmäßige
Ausbildung aller Kräfte des Menſchen kann den Menſchen zum Ziele
ſeiner Beſtimmung bringen. 5) Die verſchiedenen Richtungen der
einen Menſchenkraft entwickeln ſich jedoch in einer gewiſſen Stufen-
oder Nacheinanderfolge. Immer geht eine Kraft der andern in der
Entwickelung voraus , und bereitet gleichſam die Entfaltung der näch:
ſten Kraft vor, *)
*) Nach den angegebenen Geſeßen richtet ſich auch die körperliche Entwielung.
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