18 Analogie = Analyje.
daß er nur pflanzet, Gott aber das Gedeihen giebt. Das Pflanzen
hilft nichts, wenn's am Begießen fehlt; ſo iſt auch das Begießen
umſonſt, wenn das Gedeihen mangelt. Der Lehrer muß pflanzen und
begießen , Gott aber das Gedeihen geben. Wird recht gepflanzet und
begoſſen, ſo läßt Gott es auch am Gedeihen nicht fehlen. == So
macht auch der wahre lige heilig. Die Kirche muß den Kindern ein heiliges Haus, der
Sonntag ein heiliger Tag, und das Gebet in und außer der Schule
eine heilige Handlung ſeyn, bei der es nicht an Eihebung des Her-
zens und an Händefalten fehlen darf, u. ſ. Ww.
Analogie. (Aehnlichkeit, Gleichförmigkeit.) Es ſind Ver-
gleichungen mehrerer Gegenſtände, durch welche ähnliche Verhältniſſe
bemerkbar gemacht werden ſollen, um ein unbekanntes, weniger be-
merkbares, höheres, überſinnliches Verhältniß durch ein bekanntes,
niederes , ſinnliches Verhältniß zu veranſchaulichen, und ſo ſich leichter
vorſtellen zu können. Eine ſolche Analogie findet ſich z. B. Matth,
S9, 5 -- 9. Ein Hauptmann, heißt es da, trat zu Jeſus , bat ihn,
und ſprach? „„ Herr, mein Knecht liegt zu Hauſe krank an der Gicht,
und leidet große Qual.“ Und Jeſus ſprach zu ihm: ,, Ich will kom-
men , und ihn geſund machen.“ Der Hauptmann antwortete, und
ſprach? ,, Herr! ich bin nicht würdig, daß du unter mein Dach ein-
geheſt 3; ſondern ſprich nur ein Wort, ſo wird mein Knecht geſund,
Denn ich ſelbſt, ein Menſch, der unter höherm Befehle ſteht, habe
Soldaten unter mir 3 und ſage ich zu dieſem: Gehe hin, ſo geht er,
und zu einem andern ? Komm'! ſo kommt er, und zu meinem Knech-
te: Thu' das, ſo thut er es. “* Hier drückt der Hauptmann ſein
unbegränztes Vertrauen auf Jeſum durch eine Analogie aus, indem
er das geiſtige Verhältniß, welches zwiſchen dem göttlichen Wunder-
thäter und den gehorc aus dem Soldatenſtande entlehntes Verhältniß anſchaulich darſtellt.
Solche Analogicen laſſen ſich beim Jugenduhterrichte ſehr treſfend
anwenden, um Begriffe zu erklären, welche für Kinder nur ſehr
ſchwer zu faſſen ſind, und ihnen nur analogiſc< beigebracht werden
können. Chriſtus bediente ſich bei ſeinem Unterrichte, den er ſeinen
Jüngern und den Schaaren des Volkes ertheilte, vielfältig ſolcher
Analogieen , wozu mitunter auch ſeine Parabeln gerechnet werden kön-
nen. (Siche hierüber auch Krummacher's Vorrede zu ſeinen Para-
beln, und vergleiche dieſe ſelbſt mit der ertheilten Erklärung der
Analogie.)
Analyſe. (Aufldſung, Entwickelung, Zergliederung.) Das
Wort Analyſe iſt griechiſchen Urſprungs, und beſagt ſo viel, als einen
Saß , einen Begriff oder ein Urtheil in ſeine weſentlichen Beſtand-
theile auflöſen, und dann die Fragen ſo ſtellen, daß der Schüler dieſe
Beſtandtheile einzeln angeben muß, bis er fähig iſt, ſie als ein Gan-
zes mit Einem Blicke zu überſchauen. Der Zwe der Zergliederung
iſt, die Aufmerkſamkeit der Kinder auf das Vorhandene zu heften,
und ihnen die Gegenſtände des weitern Nachdenkens über die folgen-
den Erläuterungen bemerkbay zu machen, Auch ſoll ſie die Kinder auf

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