Eſſen = Examinirende Katechiſation. 511
ſie aber Gott erzogen, ſo kommen ſie auch in das rechte Verhältniß
zu ihren Eltern, und wandeln dieſe mit beharrlicher Treue auf dem
Wege ſeiner Gebote , ſo ſind ſie weiſe, heilig und Gott ähnlich, und
werden ſelig. =“ Werden Kinder nur der Geſellſchaft und dem Staate
erzogen, ſo werden ſie Gott, dem ewigen, entfremdet , und ſind le-
diglich den Anſtalten der Zeit verfallen. Werden ſie aber dem Va-
ter im Himmel erzogen, ſo kommen ſie auch in die rechte Stellung
zum bürgerlichen Leben , werden die beſten Mitglieder der Geſell-
ſchaft, und die Staaten haben von einer ſolchen Erziehung keine
Beſorgniß und Gefahr, wohl aber Segen in reicher Fülle zu er-
warten. -“-“ Werden die Kinder der Welt erzogen , ſo werden ſie
Träger des Weltſinns, welcher mit der Welt und ihrer Luſt vergeht;
Gott erzogen aber werden ſie, obgleich mitten in der Welt, dod)
nicht von der Welt, Salz, Licht und Segen für dieſelbe ſeyn, =-
Nicht umſonſt hat der Ewige ſchon in der früheſten Zeit ſeinem
Volke ſein Verlangen kund gethan, indem er ſpra<; „„Und nun,
Iſrael! was fordert der Herr, dein Gott, von dir, als daß du ihn
fürchteſt , daß du wandelſt in allen ſeinen Wegen, und ihn liebeſt
und dieneſt Gott deinem Herrn, von ganzem Herzen und von detz
ner ganzen Seele.“ (5. Moſ. 10, 12. 13.) Das Ziel alſo, worauf
der zu behalten, und der Zwe>, den er dabei zu erreichen hat, iſt:
Gottesfurcht, als die Wurzel und Krone aller Weigheit; kind»?
licher Gehorſam und Liebe Gottes, wodurch alles Schöne
und Heilige in dem jugendlichen Gemüthe erzeuget und bewahret
wird. (Mehreres wird hierüber in den einſchlägigen Artikeln zur -
Sprache kommen.)
Eſſen (S. Nahrung.)
Eſſen in den Schulſtunden darf in geordneten Schulen
nicht geduldet werden, indem die Kinder dadurc) vom Unterrichte
abgezogen und in ihrer Thätigkeit geſtört werden. Nicht minder
wird dadurc; Unordnung und Unreinſichkeit veranlaßt und befördert,
Findet ein neu angeſtellter Lehrer eine ſolche Unſitte in ſeiner
Schule vor, ſo ſuche er es nach und nach dahin zu bringen, daß
das Mitbringen von Eßwaaren, beſonders Obſt und Näſchereien
völlig unterbleibe 3 doch magz er bei ſchwächlichen Kindern, die öfters
etwas Weniges eſſen müſſen, eine Ausnahme inſofern geſtatten und
erlauben , daß dieſe in einigen Zwiſchenminuten eſſen dürfen. QHie-
bei hat er aber auch den Grund dieſer Erlaubniß den übrigen Schü-
ſern bekannt zu machen. Wollen ſich einzelne Kinder nicht in ſeine
Anordnung fögen, und bringen ſie derſelben ungeachtet Eßwaaren
mit zur Schule, ſo ſorge er dafür, daß das Mitgebrachte Beiſeits gelegt
und erſt nach dem Schluſſe der Lehrſtunden zurükgegeben werde,
Epaminirende Katechiſation. Wer einen Andern exa-
minirt (ausfragt oder prüft) hat entweder den Zweck die Kräfte des
Geiſtes oder die erlangten Kenntniſſe desſelben zu erforſchen, Will
der Lehrer nur die Geiſteskräfte des Schülers erforſchen, ſo rede er
mit demſelben nicht ſo faſt von Dingen, die er erlernt hat, wohl

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