Anfangspunkt =“ Anfänger. 23
wer, ſeßt ſich allmählig in ihren Gemüthern feſt, und raubr der
Schule einen bedeutenden Theil ihrer veligids - ſirtlichen Wirkſamkeit.
Denn es will ſchon viel ſagen, daß von vorn herein in den Kindern
dex Gedanke wurzelt: ,, Die Schule iſt für uns ein heiliger Ort =
unſere Kirche, in der wir nur zuſammen kommen, um gute Gedanken
zu faſſen, uns mit ernſten Dingen zu beſchäftigen, unſere Kräfte
anzuſtrengen zur Aufmerkſamkeit, zum täglichen Fortſchreiten in der
Erkenntniß des Wahren und Guten, zur gegenſeitigen Aufmunterung,
zur Aufrechthaltung der Drdnung, zum Gehorſam gegen Gott und zur
Folgſamkeit gegen Aeltern und Lehrer, wo wir uns innig befreunden
ſollten, mit Jeſus Chriſtus, unjerm Erlöſer und Vorbild.“ So
aber, und ohne daß der Lehrer das Seinige thut, um den Kindern
ven Ort, wo ſie ihre Bildung erhalten, zu einer heiligen Stätte zu
machen, wird dieſer Gedanke von ihnen ferne bleiben - Ia, es wird
ſich beſtättigen , daß, je weniger Achtung die Kinder vor ihrer Schule
haben, es auch einem ſolchen Lehrer deſto ſchwerer fallen muß, die
rechte Disziplin unter ihnen hervor zu rufen und aufrecht zu erhalten.
Eben ſo wird es ſich ergeben, daß, wenn er durch ſeine Gegenwart
vor dem Anfange der Schule jedes ankommende Kind an ſeinen Plaß
weiſet, dieß mit der Zeit zur löblichen Gewohnheit und ſelbſt auch
dann geſchehen wird, wenn er einmal nicht gegenwärtig iſt. Außer
dem aber iſt noch zu bedenken, daß, wo das gerügte Lärmen und
Toben vor dem Anfange der Schule ſtatt findet, der Staub in der
Schulſtube aufgeregt wird, und ſowohl Lehrer als Kinder längere Zeit
ſich in einer Staubwolke befinden, deren Einathmung der Geſundheit
nachtheilig werden muß.
Anfangspunkt des Elementarunterrichts- Wenn der
Unterricht der eigentlichen und natürlichen Entwickelung der geiſtigen
Kräfte des Menſchen zu Hülfe kommen ſoll, ſo wird er ſich vor Allem
damit befaſſen, die Aufmerkſamkeit auf alles Anſchaubare zu rich-
ten, verbunden mit der Bezeichnung desſelben durch die Sprache.
Und da der Menſc< wenigſtens am freien Gebrauche der Sprache ge-
winnt, wenn er nicht nur ſie hörend verſteht, und redend zu ge
brauchen vermag, ſondern auch mit ihren ſichtbaren Zeichen , und der
Anwendung derſelben bekannt wird, ſo wird unter den mechaniſchen
Fertigkeiten das Leſen und Schreiben wohl die erſte Stelle behaupten
müſſen. Hinſichtlich der vom Sinnlichen unabhängigen Vorſtellungen
werden religidſe und ſittliche Gegenſtände die erſten, dann Uebung des
Denkvermögens theils an praktiſchen Urtheilen , theils an Zahlver-
hältniſſen, den natürlichſten und allgemeinſten Stoff liefern
Anfänger, deren Behandlung. Auf die Behandlung der
Anfänger kommt ungemein viel an, deßhalb behandelt der gute und
beſorgte Lehrer dieſelben auch ſtets auf die liebvollſte Weiſe, Es iſt
ihm darum zu thun, ihre Liebe und iz? Vertrauen zu gewinnen,
„denn,“ ſagt Vierthaler , ,, Liebe gewonnen, Alles gewonnen,“
Er will ihnen die Schule zu einem freundlichen und recht angenehmett
Aufenthaltsorte machen. Daher empfängt er die Kleinen mit Milde
und Herzlichkeit in dex Schule, und ſpricht im väterlichen Tone mit

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