410 Gedankenfolge beim katechetiſchen Unterrichte,
Selbſtfinden aufzumuntern , ihren Sinn und Geiſt zu wecken und die
in ihrem mündlichen Gedankenausdrucke vorkommenden Fehler zu ver-
beſſern. 4. Er gehe aud) hier vom Einfachen und Leichten aus, und
erſt nach vielfachen Vorübungen zu zuſammengeſeßten und ſchwerern
Gegenſtänden über. Er ſchreite dabei ſtetig und [lückenlos fort , was
dann geſchieht, wenn er den Gang einſchlägt, den man bei den
Uebungen im Anſchauen, Denken und Reden zu befolgen hat. Wie
hier ein allmähliger Uebergang vom mündlichen Darſtellen ſinnlicher
Wahrnehmungen zum Abſtrakten, Geiſtigen ſtattfindet ; ſo müſſen die
Aufſaßübungen ſo lange in der ſchrtftlichen Darſtellung des Sinnlichen
beſtehen, bis die Kinder zu Darſtellungen aus dem geiſtigen Gebiet
befähigt ſind. Die Abfaſſung von Briefen , worauf in den meiſten
Schulen ſo ſehr gehalten wird, und wobei man nicht früh genug be-
ginnen zu können glaubt, iſt gerade das leßte, der Gipfel der Ele-
mentar - Auffaßübungen. 5. Er betreibe den deutſchen Sprachunter-
richt möglichſt einfach und praktiſch , und knüpfe an den unmittelbaren
Unterricht angemeſſene ſchrifiliche Selbſibeſchäftigungen, die den Geiſt
zum eigenen Schaffen anſpornen , und als die beſten Vorübungen für
den ſchriftlichen Gedankenaufſaß angeſehen werden können. 6. Die
von den Kindern verfertigten Aufſäße beurtheile der Lehrer in Gegen-
wart ſeiner Schüler auf eine ſchonende, belehrende Weiſe, und leite
ſie dabei an, ihre Fehler ſelbſt zu verbeſſern. Anfangs begnüge er
ſich, wenn die Säße nur einigermaaßen richtig und verſtändig ſind,
und ſteigere ſeine Forderungen nur allmählic<. Aufjäße, in denen
ſich das Innere der Schüler frei und natürlic) kund gegeben hat,
muß er mit beſonderer Milde und Zartheit behandeln, damit der
reine Herzensgerguß derſelben nicht unterdrückt werde. Ueberhaupt
muß der Lehrer bei der Beurtheilung ſchriftlicher Aufſäße , die wohl
am Beſten von den Kindern in der Schule aufgefaßt werden, mdgs-
lichſt ſchonend und aufmunternd zu Werke gehen, damit die Schüler
nicht das Selbſtvertrauen verlieren. = Reichen Stoff ſür die
Uebungen im ſchriftlichen Darſtellen liefert der Anſc Realunterricht , und der Lehrer, der ſeine Schüler zur richtigen
ſchriftlichen Gedankendarſtellung führen will, thut wohl daran, wenn
er bei dem Unterrichte in der Weltkunde ſeine Schüler anhält, den
Hauptinhalt des behandelten Lehrſtoffes nach beendigter Unterrichts-
ſtunde aus dem Gedächtniſſe niederzuſchreiben. Dieß kann zuerſt
auf der Schiefertafel geſchehen. Iſt der Auffaß von den Schülern
mit Hülfe des Lehrers verbeſſert, dann wird er von derſelben in ein
Schreibeheft eingetragen , wobei auf Ordnung , Reinlichkeit, Schön-
und Rechtſchreibung ſtreng zu halten iſt. =- Für die ſiyliſtiſchen
Uebungen empfehlen ſich beſonders Wagner, C. A. 160 Aufgaben
zur Selbſtbeſchäftigung der Kinder in Landſchulen, und Falmann,
C. F. ſtyliſtiſches Elementarbuch, oder erſter Curſus der Stylübun-
gen. 4. Aufl. Hanov, 1834.
Gedankenfolge beim katechetiſchen Unterrichte,
Dieſe beſteht darin , daß der Katechet dem Schüler, nach den Be-
dürfniſſen des ſich entwickelnden Geiſtes durch eine geordnete und

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