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Gefahren ſinnlicher Vergnügungen 16. 416
den öffentlichen rauſchenden Ergökßlichkeiten und an
dern Beluſtigungen gewidmet ſind. Da ſind die Kinder
meiſtens ohne alle Aufſicht ſich ſelbſt überlaſſen, und wenn auc hie
und da die Eltern dabei anweſend ſind, ſo geſtattet ihnen doc oft
die Unbeſonnenheit derſelben Manches, was für ſie ſpäter von den
nachtheiligſten Folgen begleitet iſt. Sie ſehen und hören hier ſo
Vieles, was geeignet iſt, die niedere, thieriſche Luſt zu erregen,
Im Taumel wilder Zerſtreuungen vergeſſen ſie die herrlichen Lehren
und Mahnungen, welche ihnen in der Schule mitgetheilt wurden,
Das ſüße Gift, das bei ſolchen ſinnlichen Vergnügungen in ihre
Herzen gelegt wird, wirkt oft bei ihnen jo ſehr, daß ſie immer wie-
der darnach verlangen; immer wieder aus demſelben Kelc bis es ihnen unvermerkt den Tod des ſittlichen Lebens bringt. Mag
ſich gleichwohl anfangs ihr noch unverdorbenes Herz gegen das, was
niedrig und ſchändlich iſt, empören, ſo wächst doch mit der Wiedet-
holung eines ſittlichen Vergehens, das in einer ſolchen Schule immer
reiche Nahrung findet, die Macht der Sinnlichkeit und der Trieb zum
Böſen. Immer leiſer wird die Stimme des Gewiſſens, immer krafts
loſer werden die Vorſäße, und immer heftiger die Begierde nach der
verbotenen Frucht, Und ſo wird, was anfangs bloß eit einzelner
unbedeutend ſcheinender Fehltritt war, nach und nach zur Gewohn-
heit, die Neigung wird zur Leidenſchaft und geht leider oft ſo weit,
bis die Verführten die ſ tragen. D wier viele Kinder haben bei ſolchen Gelegenheiten, von
ſinnlichen Vergnügungen berauſcht, da wo ſie nichts Gutes ſahen und
hdrien, den köſtlichſten Schaß ihres Herzens, == die beſte Schuk-
wehr der Unſchuld und Tugend, die Schamhaftigkeit eingebüßt, und '
wandelten dann ſpäter die Wege des Verderbens. Und wie konnte es
wohl anders ſeyn ? Iſt doch die Schamröthe die Blüthe der Tugend«
Was geſchicht, wenn der Reif die Blüthen verſengt? =- Dann
bringt der Baum keine Früchte mehr. == Der Erzieher wird daher auch Alles anwenden, um ſeine Kinder vor den
Gefahren ſinnlicher Vergnügungen , vor üffentlichen, rauſchenden Luſt-
barkeiten, die nur zu leicht den Zunder der Sünde in das jugendliche
Herz zu werfen pflegen, zu bewahren und ſicher zu ſtellen. Er wird
hier nicht bloß poſitiv, == durd) Lehre und Ermahnung in der Schu-
le, ſondern ai &) negativ auf ſie einwirken, und ſie möglichſt fern von
ſolchen ſinnlichen Verguügungen zu halten ſuchen, wobei ſie Schaden
an Leib und Seele nehmen könnten. Nimmer wird er geſtatten, daß
ſie vor dem gereiften Alter ſich an Orte dffentlicher und rauſchender
Luſtbarkeiten wagen, und Theil an deuſelben nehmen. Nebenbei
wird er die Lehre tief in ihre Herzen ſenken : ,, Kinder! ſeßet euch
nie Gefahren aus, welche eure Unſchuld und Tugend bedrohen, Ver-
geſſet Gott und ſeine heiligen Gebote nie, wo immer ihr ſeyn möget.
Thut nichts, ſeht und hört nichts an, denket nichts, worüber ihr
Urſache hättet zu errdthen. Laſſet den Engel Gottes =- die Scham
haftigkeit =“ euch warnen, und vergeſſet es nie, daß er jeden, der
ihm folgt, zum Heile fährt! =- Wollt ihr euer zeitliches und ewiges

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