482 Geltung ſittlicher Vorzüge.
Wahrheiten je erſchöpfen ? (Röm, 11, 33.) Man halte nur feſt an
dem ewig reichen Evangelium; man führe nur immer wieder zu
demſelben zurück und immer tiefer , nach dem Sinn und Geiſt der
katholiſchen Kirche, hineinz man blicke empor zu den lichten Räu-
men. des Himmels, hinan an das Kreuz des Sohnes Gottes , ſo
wie in die Tiefen des menſchlichen Herzens und Lebens, und es
wird ſich jedem Lehrer eine unerſchöpfliche Quelle göttlicher Wahrheit
eröffnen. Da wird es wahrlich nie an neuem, anziehenden und
fruchtbarem Stoffe gebrehen. Wird nun die heil. Geſchichte in
ihrem ganzen Umfange, in ihrer lehrreichen Mannigfaltigkeit, in
ihren fruchtbaren Beziehungen und die Lehre des Katechismus nach
dem Beſchluſſe des Conciliums von Trient ſorgfältig entwickelt und
erflärt, nicht nur zum möglichſt klaren Bewußtſeyn gebracht, ſon:
dern auch bleibend ans Herz gelegt, ſo kann hier ungemein viel Gu-
tes geleiſtet, vorbereitet und begründet werden. -- Was und wie
viel für jede Claſſe in dieſen hochwichtigen Unterricht aufgenommen
werden ſoll, müſſen wir den Lehrern heimgeben, von welchen wir
ein planmäßiges Fortſchreiten mit Recht erwarten dürfen. Nur
können wir nicht unbemerkt laſſen, daß dieſelben vereint dahin ſtre-
ben mögen , den Geiſt ihrer Schüler aufs innigſte mit den heiligen
Lehren des Chriſtenthums zu befreunden , daß ſie dieſelben als gdtt-
liche Wahrheiten ergreifen, eine felſenfeſte, unüberwindliche Ueber-
zeugung ſich aneignen, und es an ihrem Herzen im reichſten Maaße
erfahren lernen, daß Jeſus Chriſtus allein der Weg, die Wahrheit
und das Leben ſey, und daß Niemand zum Vater komme, als durch
Ihn. *) =-“- Auf die kurz angegebene Weiſe würde ſich unſers Be-
dünfens die Gelehrtenſchule wieder zu einem Range erheben, der
ihr gebührt. Sie würde bei dem Religionsunterrichte, auf Ein Ziel
hinwirkend, Ein Leben im Glauben, in Hoffnung und Liebe bei den
Schülern begründen, das von dem ſegenreichſten Einfluſſe auf ihr
ganzes praktiſches Leben wäre, Möchten die für eine ſolche Anſtalt
berufenen Lehrer dieſen Unterrichtszweig nur immer für die Krone
ihrer geſammten Thätigkeit halten, und dadurch den Vater im Him-
mel verherrlichen! Möchten ſie ſich redlich bemühen, daß jeder ihrer
Schüler für das Eine, was Noth iſt, gewonnen, erwärmt und be-
geiſtert würde. Gewiß muß jeder, dem Gottes Ehre und. Menſchen-
heil am Herzen gelegen ſind, wünſchen, daß aller Unterricht und
die ganze Schule in dieſem Einen Geiſte geleitet werde. (S. das
Weitere beim Art. Univerſität 2c.)
Geltung ſittlicher Vorzüge. Der läßt nur wahrhaft ſittliche Vorzüge in ſeiner Schule etwas gelten.
Dieß giebt ſich übrigens bei jedem Lehrer, wenn er anders nicht
verblendet iſt, von ſelbſt. Nur an Einer Klippe von Nebenrü>-

*) Thierſ< will in ſeinem beachtenswerthen Buche ==“ Über gelehrte Schu-
len, -= daß wochentlich vier Stunden in jeder Claſſe für den Neligions-
unterricht verwendet werden ſollen , was ſich in Hinſicht auf den bedeuten»
den Umfang und die hohe Wichtigkeit desſelben vollkommen rechtfertigt.

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