38 Antworten,
beſondere zeige er ſich demſelben liebevoll und freundlich. Auch beob-
achte der Lehrer, wenn die Antwort ausbleibt, eine nicht zu lange
Pauſe, weil er dadurch den Schüler vor andern beſchämt und entmu-
thigt. Cine längere Pauſe kann er nur dann eintreten laſſen, wenn
er die Unachtſamkeit eines leichtſinnigen Schülers rügen will. --
Erfolgt eine Antwort, ſo ſorge der Lehrer, daß ſie vernehmlich und
langſam vorgetragen werde, zumal die Antwort wie die Frage alle
Schüler angeht. lim ſolche Antworten zu erhalten, muß der Lehrer
die Kinder ermuthigen, anfangs leicht fragen, die richtige Antwort
langſam herſagen laſſen, das Kind wegen des langſamen und vernehtm:-
lichen Vortrags beloben, ſelbſt vernehmlich ſprechen, und die Talent-
vollern voranſtellen, und ſelbſt da, wo die Antwort verfehlt wird,
das betreſſende Kind in Schnlß nehmen, den Faden auffaſſen und in
das gehörige Geleiſe bringen. =- Der Lehrer ſorge dafür, daß die
Antwort jedesmal in einem vollſtändigen Sake gegeben werde, indem
die Vollſtändigkeit des Ausdrucks auf die Vollſtändigkeit des Gedankens
ſchließen läßt. . Bei halbrichtigen Antworten belobe er das Wahre
daran, das Unrichtige aber verbeſſere und erläutere er durc< Beiſpiele.
Iſt die Antwort zwar richtig, aber nicht auf die Frage paſſend, ſo
laſſe er vorerſt den rechten Sinn vom Schüler auffinden. Bei abge-
ſchmackten und lächerlichen Antworten iſt zu erforſchen, woher ſic
kommen, ob von Leichtſinn , Muthwillen, Unachtſamkeit oder Bdös-
willigkeit. Verlelßt die Antwort das feinere Gefühl, oder wohl gar
die Ehrbarkeit, ſo muß der Lehrer ſogleich Umgang nehmen, und
thun, als ob er ſie gar nicht gehört habe, und ſchnell eine neue Frage
ſtellen, um die erſtere den Schülern zu entwickeln. Hier ſind paſſende
Erzählungen ſehr dienlich. JInsbeſondere bleibe der Lehrer ernſthaft
und beſonnen, theils um die Katecheſe fortzuſeßen, theils um den
verſchämten Schüler, der die unanſtändige Antwort gab, zu ſchonen,
damit die offene Vertraulichkeit nicht verloren gehe. Bei lächerlichen
Antworten muß der Lehrer nicht ſowohl dem Lachen zu ſteuern, ſon-
dern vielmehr der gegebenen Antwort eine ſolche Wendung zu geben
ſuchen, daß das Schiefe derſelben berichtiget, und die Aufmerkſam-
keit der Kinder auf die neugeſtellte Frage hingewendet werde. Ueber-
haupt darf ſich der Lehrer durch ungeſchickt gegebene Antworten nicht
außer Faſſung bringen laſſen, ſondern er muß durch eine geſchickte
Wendung eine fortſchreitende Frage um die andere ſeken, und ſo den
Schülev ſelbſt aus ſeinen eigenen, obgleich anfangs lächerlichen Ant-
worten, auf den wahren Sinn deſſen zurückführen, worüber er ihn
belehren wollte, =- (Wiederholung der Antworten.) Die Antwor-
ten ſollen wiederholt werden: 1) wenn der Inhalt des Stoſfes wich-
tig, 2) das Wiederholen zum tiefern Einprägen der vorgetragenen
Lehre nothwendig ijt, und 5) wenn der Lehrer ſich überzeugen will,
ob der eine oder der andere Schüler die aufgeſtellte Frage mit der
gegebenen Antwort richtig aufgefaßt und dabei die ndthige Aufmerk-
ſamkeit beobachtet habe. =- (Gegenfragen der Schäler.) Lernbegie-
vige Schüler mit gutem Talente beſchränken ſich oft nicht blos auf
Antworten, ſondern erlauben ſich ſogar Gegenfragen zu ſtellen. Da

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.