768 Kleinigkeiten,
fehlerhaft ſeyn. Dieſe ſind folgende: die doppelten Obertö>e , die
Schnürbrüſte, die engen Beinkleider, die doppelten Bruſtleßen, die
Pelzmüßen , die Halsbinden, die Knieriemen und überflüſſigen Wäm:-
ſer. Bei den Knaben ſollen wenigſtens, wenn ſie ſich im geſunden
Zuſtande befinden, Hals, Bruſt und Kopf bloß ſeyn. Auch wäh-
rend des Schlafes ſey die Bede>kung nur hinreichend. Bezüglich auf
die nähere Darſtellung dieſer Kleidungsfehler verweiſen wir den Le-
ſer auf Münc<'s Geſundheitslehre 5. Aufl. Augsburg bei Him-
mer. 1837.
Kleinigkeiten. Hierüber haben wir Folgendes zu bemerken:
a) Man hänge ſich nicht an Kleinigkeiten, b) man überſehe ſie aber
auch nicht , wenn ſie anders geeignet ſind, die Kinder dadurch auf
höhere Lehren und Wahrheiten zu leiten und ihr Herz für's Gute zu
erwärmen. =. Gegen das Erſtere verfehlen ſich nicht ſelten Eltern
und Lehrer, die jeden kleinen Fehler rügen und tadeln, größere da-
gegen unbemerkt und ungeahndet laſſen. Eben ſo treiben ſie es beim
Unterrichte oftmals in's Kleinlichte indeſßz; etwas weit Wichtigeres und
Nothwendigeres gar nicht zur Sprache kommt, oder leicht darüber
hingegangen wird. Das beſtändige Tadeln über jede Kleinigkeit
macht endlich gleichgültig gegen den Tadel, und das Ueberſcehen des
eigentlich Tadelhaften trägt nicht wenig zur Verſchlimmerung bei.
Das Eingehen in's Kleinliche beim Unterrichte raubt viel Zeit und
nükt wenig; es bringt im Gegentheile Schaden, wenn Beſſeres
darüber verſäumt wird. Allerdings muß der Lehrer zuweilen um
der Vollſtändigkeit und Deutlichkeit willen ſelbſt in's Kleine herab-
ſteigen; aber für gewöhnlich ſoll er ſich nicht an Kleinigkeiten hän-
gen. Er kann zwar kleine Fehler nicht immer überſehen; nur darf
er nicht aus feder Mücke einen Elephanten machen. (Matth. 12, 1. 9.)
Die Mücekenfänger ſind gewöhnlich auch Kameeleverſchluker. =- Es
gibt indeſſen doch Fälle, wo der Lehrer ſeinen Schütlern auch Klei-
nigkeiten wichtig zu machen ſuchen ſoll, beſonders wenn er ſie dazu
benußen kann, durch dieſelben ihren Verſtand auf erhabene Wahr-
heiten hinzuleiten und ihr Herz für die Tugend zu erwärmen. Der
Lehrer folge hierinfalls dem göttlichen Lehrmeiſter, der auch bei un-
bedeutenten Ereigniſſen auf das Beſſere aufmerkſam machte. Wir
- wollen hier nur zwei Vorfälle anführen, wovon den einen der Evan-
geliſt Lucas , und den andern Matthäus aufgezeichnet hat. =- a) In
Bethanien, ungefähr eine halbe Stunde von Jeruſalem erfernt,
wohnten drei Geſchwiſter, Lazarus, Martha und Maria, die
Jrſus ſehr liebte, und bei denen Er auch immer einkehrte, wenn
Er entweder nach Jeruſalem gieng, oder von da zurück kam. Nichts
ſenkte mehr Freude in das Herz der Maria, als wenn ſie aus dem
Munde Jeſu die Worte des ewigen Lebens vernehmen konnte, Denn
es blieb immer ihre Hauptbeſchäftigung ihren Geiſt mit himmlifchen
Lehren zu bereichern. Martha verehrte gleichfalls den hohen Gaſt
und war ſtets befliſſen, Ihm, weun Er kam, den Aufenthalt im
Hauſe durch die ſorgſamſte Verpflegung möglichſt angenehm zu ma:

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